Bahn ermöglicht mehr Güterverkehr

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Der symbolische Spatenstich am Bahnhof Altötting.

Altötting (MA) – Der Bahnausbau kommt voran: Mit dem symbolischen Spatenstich am Bahnhof Altötting zum Einbau neuer Stellwerkstechnik und zusätzlicher Bahngleise soll der Transport auf der Schiene schneller voran kommen – doch Altöttings Landrat Erwin Schneider reicht dieser Fortschritt nicht.

Etwa 19,8 Millionen Euro kosten die Erneuerung der Stellwerks- und Signaltechnik zwischen Altötting und Burghausen mit einer Kapazitäts-Steigerung für den Personenverkehr und vor allem dem Gütertransport zu den Burghauser Chemiefabriken. Zu den Maßnahmen, die bis Ende 2010 abgeschlossen sein sollen, gehören auch der Neubau eines Kreuzungsbahnhofes in Kastl und die Erneuerung eines Mittelbahnsteiges in Altötting, vor allem für den Pilgerverkehr. Vom Zentralstellwerk in Mühldorf können die Anlagen dann angesteuert werden.

Pressemitteilung Deutsche Bahn

Die Sanierung ist Bestandteil des "Masterplanes Schiene Chemiedreieck Bayern" und wird mit Bundes-Mitteln aus dem Konjunkturprogramm finanziert. Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern, sagte anlässlich des Spatenstiches zur Beschleunigung des Verkehrs zwischen Mühldorf und Burghausen: "Diese Maßnahme hilft gerade dem Güterverkehr aus dem bayerischen Chemiedreieck, weil wir dem Ziel, mehr Kapazität zu schaffen und Güter auf die Schiene zu holen, damit näher kommen."

Zu dem Vorhaben gehört auch die Ausstattung von vier Bahnübergängen mit einer neuen technischen Sicherung samt Lichtzeichen-Anlage.

Die Bahn hat zudem den Bau einer ebenfalls aus dem Konjunkturpaket finanzierten zweigleisigen Bahnbrücke über den Inn angekündigt. Baubeginn soll im Frühjahr 2010 sein.

CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer liefert dazu Zahlen. Demnach soll das bis 2012 beendete Brückenbauwerk etwa 13,2 Millionen Euro kosten. Mayer zum aktuellen Bahnausbau: "Die Industrie hat Milliarden in die Region investiert, was unter anderem eine Verdoppelung der Güterverkehrsaufkommen zur Folge haben wird. Dies sichert unsere Arbeitsplätze in der Region."

Trotz des aktuellen Spatenstichs sagte Altöttings Landrat Erwin Schneider zum Fortschritt des Bahnausbaus auf Anfrage: "Generell geht es mir zu langsam." Der Ausbau in Altötting wie Ampfing oder auch der angekündigte Brückenbau seien "Trippelschritte". Es gebe "große Forderungen und Erwartungen an den neuen Verkehrsminister" Peter Ramsauer. Schneider hegt die Hoffnung, dass sich mehr und mehr die Erkenntnis durchsetze, dass der Streckenabschnitt im Bereich der europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Budapest liege.

Burghausens Wacker-Chef Dr. Willi Kleine bezeichnete als Vorsitzender des Lenkungskreises der Firmen-Initiative ChemDelta Bavaria den Ausbau der Stellwerke als "ersten wichtigen Schritt". Die Beseitigung des "Nadelöhrs zwischen Mühldorf und Tüßling" sei mindestens genauso wichtig. Das Verdoppeln der Transportkapazitäten auf sechs Millionen Tonnen jährlich bis 2015 könne aber nur durch den zweigleisigen, elektrifizierten Ausbau bis Burghausen gelingen.

Ob die Wacker Chemie in Burghausen das Gütermehraufkommen überhaupt über die Schiene abwickeln kann, hängt nach Angaben der Wacker Chemie vor allem auch davon ab, ob und wann das öffentliche Umschlagterminal für den kombinierten Verkehr in Burghausen in Betrieb geht.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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Pressemitteilung Deutsche Bahn

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