Bahnübergang soll geschlossen werden

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Am Dienstag kam bei einem Unfall am Bahnübergang Wiesmühle ein Mensch ums Leben.
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Altötting - Der Bahnübergang, an dem am Dienstag ein Mensch ums Leben kam, soll sobald wie möglich gesperrt werden. Die Unfallursache war womöglich Unachtsamkeit.

Der Bahnübergang im Altöttinger Stadtteil Wiesmühle, an dem sich am Dienstag ein schwerer Unfall ereignete, soll geschlossen werden. Entsprechende Planungen sind nach Angaben von Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer bereits abgeschlossen. Derzeit ist die Bahn auf der Suche nach Grundstücken, um eine Ersatzstraße bauen zu können, die künftig den Verkehr über die Bahngleise leitet. Nach der Schließung wäre der Bahnübergang für Fahrzeuge, aber auch Fußgänger komplett gesperrt. Laut einem Sprecher der Bahn werde mit dem Bau der Ersatzstraße begonnen, sobald alle nötigen Grundstücke erworben wurden.

Die Schließung ist allerdings nicht nur wegen der Verkehrssicherheit geplant. In den letzten Jahren gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern über das Pfeifsignal des Zugs. Wenn der Bahnübergang nicht mehr in Betrieb ist, müssen die Züge auch nicht mehr mit einem Pfeifen auf sich aufmerksam machen.

Unfallursache wohl Unachtsamkeit

Auch am Dienstag hatte der Lokführer ein solches Warnsignal abgegeben und sogar eine Notbremsung eingeleitet - dennoch kam es zur Kollision mit dem Mülllaster. Nach Angaben der Polizei Altötting kann es Wochen dauern, die genaue Unfallursache zu erforschen. Derzeit geht man davon aus, dass der Fahrer des Lastwagens schlicht unachtsam gewesen ist. Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer räumte auf Anfrage von innsalzach24 ein, dass der Bahnübergang eine Gefahrenstelle sei, "wie jeder unbeschrankte Bahnübergang". Allerdings sei die Stelle über einige hundert Meter völlig einsehbar. Tatsächlich hatte sich dort bis zum Unglück am Dienstag nicht ein Unfall ereignet.

Unfälle an Bahnübergängen sind selten, haben aber häufig umso gravierendere Folgen. Erst im April verletzte sich ein 53-jähriger Autofahrer schwer, als er an einem unbeschrankten Bahnübergang in Töging von einem Zug erfasst wurde.

Bahn sieht Autofahrer in der Pflicht

Das Streckennetz der Bahn zählt mehr als 19.000 Übergänge. Gut die Hälfte davon ist technisch gesichert, also mit Schranken, Halbschranken oder Lichtzeichenanlagen ausgestattet. Damit verfügen also immerhin Tausende Bahnübergänge über keinerlei technische Sicherung. Die Bahn verweist darauf, dass man bei der Sicherung den rechtlichen Vorgaben und örtlichen Gegebenheiten folge. Alle technisch nicht gesicherten Übergänge würden darüber hinaus dreimal pro Jahr in Augenschein genommen.

In der Unfallprävention sieht die Bahn vor allem die Autofahrer in der Pflicht. Über 90 Prozent der 202 Unfälle 2011 hätten demnach durch ein "richtiges Verhalten der Fahrzeuglenker und Fußgänger vermieden werden können", wie es in einem Informationsschreiben des Unternehmens heißt. So gab in einer im Auftrag der Bahn durchgeführten Studie knapp ein Viertel der Befragten an, bei einem roten Blinklicht am Bahnübergang sei ein Anhalten nicht erforderlich.

Aus unserem Archiv:

Der Unfall am Bahnübergang in Wiesmühle

Unfall am Bahnübergang

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