Kriminalstatistik für Waldkraiburg und Unterreit

"Erfolge sind Ergebnis aufwendiger Recherche!"

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Waldkraiburg - Die Polizei Waldkraiburg hat jetzt die Kriminalstatistik für ihren Dienstbereich für das Jahr 2015 vorgestellt. Dabei sind einige Dinge auffällig:

Für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Waldkraiburg (Stadt Waldkraiburg, Markt Kraiburg, Gemeinden Aschau, Jettenbach, Taufkirchen und Unterreit) fließen im Jahr 2015 insgesamt 1561 Straftaten in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ein. Im Vorjahr waren es 1707 Taten, ein Rückgang um 8,6 %. 

Der erste Polizeihauptkommissar Georg Deibl, Leiter der Polizei Waldkraiburg: „Wer hier lebt, der lebt sicher! Auch für das Jahr 2015 kann Dank des großartigen Engagements der Angehörigen der PI Waldkraiburg wieder ein äußerst positives Resümee gezogen werden. Unser Dank gilt natürlich auch den uns unterstützenden Beschäftigten der Polizeistation Haag, der Kriminalpolizeistation Mühldorf und allen andern Kolleginnen und Kollegen, die den hohen Sicherheitsstand in unserer Region gewährleisten.“

Über 60 Prozent der Straftaten aufgeklärt

Von den 1561 Straftaten konnten 965 Taten aufgeklärt werden. Dieses Ergebnis entspricht einer Aufklärungsquote von 61,8 % und liegt knapp unter dem bayernweiten Durchschnitt von 62,8 %. Die Ursachen für den Rückgang der Aufklärungsquote um 5,7 % liegen in der Verringerung der Fallzahlen im Deliktsfeld der Rauschgiftkriminalität (minus 29 Fälle) und im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (minus 65 Fälle). In diesen Deliktsbereichen stehen die Täter auf Grund von polizeilichen Kontrollen bzw. persönlichen Anzeigen der Geschädigten regelmäßig fest und Aufklärungsquoten um 90 % sind obligat. Die rückläufigen Fallzahlen in diesen Deliktsbereichen wirken sich also unmittelbar auf die Aufklärungsquote aus.

Der Schwerpunkt der Kriminalität liegt, wie bereits in den Vorjahren, erneut bei den Diebstahlsdelikten (571 Fälle mit 36,6 % Anteil an der Gesamtkriminalität). Die Gesamtzahl in diesem Segment hat sich mit einem Rückgang von 5,8 % (oder 32 Fälle) jedoch verringert.

Die Wohnungseinbrüche, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders stark beeinflussen, sind nach wie vor ein polizeilicher Tätigkeitsschwerpunkt. Polizeihauptkommissar Georg Wagner, Leiter des Ermittlungsdienstes der PI Waldkraiburg: „Die Fallzahlen stiegen von 11 auf 13 Fälle an. Wir werden die intensive Fahndungs- und akribische Ermittlungsarbeit fortführen, zumal der Deliktsbereich nach wie vor von international organisierten, osteuropäischen Tätergruppen geprägt ist.“

Rückläufig sind die Einbrüche in Warenhäuser, Büros, Werkstätten und Hotels, die mit 25 Fällen (60) bei einer Aufklärungsquote von 52 % registriert sind. Ebenso gingen die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen von 80 auf 30 Fälle zurück. Sorgen bereitet eine Reihe von Kelleraufbrüchen, die die Fallzahlen von 12 auf 37 erhöhte. 

Mit 159 Fällen (Vorjahr 152) verbleiben die Fahrraddiebstähle weiter auf hohem Niveau. In diesem Zusammenhang bittet die Polizei darum abgestellte Fahrräder gegen Diebstahl zu sichern und von der Möglichkeit Räder bei der Polizei zu registrieren Gebrauch zu machen.

Entgegen der öffentlich kolportierten Meinung hat sich die Zahl der Ladendiebstähle nicht negativ verändert und liegt bei 122 (117) Anzeigen nahezu konstant.

Weniger Sachbeschädigungen, mehr Körperverletzungen

Stark rückläufig sind die Fälle von Sachbeschädigungen. Die registrierten 167 (213) Fälle bedeuten einen Rückgang um 21,6 %. Im Teilbereich der Sachbeschädigungen im öffentlichen Bereich auf Straßen/Wegen/Plätzen ist der Rückgang mit 40,6 % sehr hoch. Dies ist mit den polizeilichen Anstrengungen zur Steigerung der Streifentätigkeit zu erklären.

Ein Anstieg hingegen ist bei den Körperverletzungsdelikten ersichtlich. Hier stiegen die Fallzahlen im Vergleich zu 2014 von 192 auf 221 Taten um 15,1 % bei einer Aufklärungsquote von 90 % an. Dieser Zuwachs der Verfahren kann mit zwei Tatsachen belegt werden. Zum einen wurden im Jahr 2015, 91 Taten häuslicher Gewalt polizeilich registriert. Das sind 34 Fälle oder 60 % mehr als im Vorjahr. Die jährlich ansteigenden Fallzahlen indizieren eine weitere Aufhellung des Dunkelfeldes und sind nicht zuletzt das Ergebnis einer kontinuierlichen Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei. In der Deliktspalette der häuslichen Gewalt sind u.a. Körperverletzungen, Bedrohungen, Nachstellung und Hausfriedensbruch enthalten. Die Körperverletzungen sind mit rund 58 % die führende Straftat.

Zu 2014 hinzugekommen sind zum anderen Fälle, die aus dem engen Zusammenleben in Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber und Flüchtlingen resultieren. Unterschiedliche Religion, Kultur, Sprache und Ethnie führen im Zusammenhang mit der stark reduzierten Privatsphäre zu Reibungspunkten, die auch in körperlichen Auseinandersetzungen (14) untereinander innerhalb der Unterkünfte enden.

22 Sexualdelikte

Die Gesamtzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (hierzu zählen z. B. sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) hat sich von 30 Fällen 2014 auf 22 Fälle 2015 verringert.

Die Häufigkeitszahl (rechnerischer Wert, der sich aus der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner zusammensetzt) liegt in der Stadt Waldkraiburg bei 5930. Als Vergleichswerte seien hier die Häufigkeitszahlen der Stadt Mühldorf am Inn (7523), Wasserburg am Inn (6305) und Bayerns (4787) genannt.

Die ermittelten 772 Tatverdächtigen teilen sich in 75,65 % Männer und 24.35 % Frauen auf und liegen damit exakt im bayernweiten Durchschnitt. 446 dieser Personen waren bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. 30,2 % (Bayern 31,5 %) der ermittelten Personen besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Die Anzahl der delinquenten Kinder ist mit 37 (22) gestiegen, wobei im Bereich der Jugendlichen mit 67 (87) die Tendenz rückläufig ist. Die Erwachsenen und Heranwachsenden (18-21 Jahre) wurden mit 668 Personen (648) registriert.

Georg Deibl: „Polizeiliche Ermittlungserfolge sind oftmals das Ergebnis einer aufwendigen Recherche, von akribischer Spurensicherung oder der Anwendung fortschrittlichster technischer Neuerungen. Wichtigster Faktor und Partner der Polizei ist, auch in diesen modernen Zeiten von DNA-Analyse und High-Tech-Programmen, der Bürger. Die Polizei benötigt in vielen Fällen die Mithilfe der Bevölkerung. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Notrufoffensive des PP Oberbayern Süd hinweisen. Gefahr erkennen, 110 anrufen, Hilfe bekommen – Handeln Sie, rufen Sie uns an, das ist die zentrale Botschaft. Gerade bei verdächtigen Wahrnehmungen zählt oft jede Sekunde für uns und kann über Erfolg oder Misserfolg - sprich Festnahme von Tätern - entscheiden. Zeigen Sie Zivilcourage, rufen Sie an, damit wir helfen können! Besser einmal zu viel angerufen als einmal zu wenig!“

Pressemeldung Polizei Waldkraiburg

Rubriklistenbild: © dpa

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