Dubiose Anrufe über hohe Geldgewinne

Mühldorfer fällt nicht auf Abzocke herein

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Mühldorf - Ihm wurde mitgeteilt, dass er über 90.000 Euro gewonnen habe - da wurde ein Rentner aus Mühldorf misstrauisch:

Am Donnerstag wurde einem Rentner aus Mühldorf tel. mitgeteilt, dass er bei einem Preisausschreiben 39.600 Euro gewonnen hat. Die Anruferin gab sich als Mitarbeiterin der Firma "Euro Millions" aus. Anfängliche Bedenken des Gewinners wurden geschickt zerstreut. Das Geld sollte durch eine Sicherheitsfirma in bar überbracht werden. Jedoch habe der Gewinner die Transportversicherung in Höhe von 400 Euro vorab zu bezahlen.

Hier wurde angeregt, dass der Mann Amazon-Wertgutscheine erwirbt. Durch geschicktes Taktieren der Anruferin wurden ihr die jeweiligen Transfernummern genannt. Kurze Zeit später bekam der Gewinner die freudige Nachricht, dass er aufgrund eines Zahlendrehers tatsächlich 93.600 Euro gewonnen hat. Nunmehr sei jedoch eine höhere Versicherungsgebühr, weitere 3200 Euro, zu entrichten. Ein übersandtes Email der Firma strotzte von Rechtschreibfehlern. Nach eigenen Recherchen entschloss sich der Mann, der zu Recht annahm, dass hier ein Betrug vorliegt, zur Anzeigenerstattung.

Verschiedene Varianten in petto

Die Polizei warnt eindringlich Anrufern, auch wenn sie noch so vertrauenswürdig erscheinen, persönliche Daten, Bankverbindungen usw. zu nennen. Auch sollten niemals Vorauszahlungen erfolgen. Die Täter, die meist über ein Callcenter aus Osteuropa agieren, haben verschiedene Varianten in petto. Es wird der Gewinn eines hochwertigen Mercedes mitgeteilt, der jedoch in der Türkei steht. Für den Transport und die Versicherung werden Geldüberweisungen meist per Western Union gefordert. Unbekannte nehmen Kontakt über Email auf und suggerieren einen Erbfall in Afrika, bei dem es um Millionen geht.

In einem anderen Fall will ein Armeeangehöriger Millionen an Schwarzgeld von Afrika nach Deutschland verschicken und benötigt dazu eine Lieferadresse. Dafür soll der Mittelsmann ein bis zwei Millionen erhalten. Oft werden dann kurzfristige Vorauszahlungen (Anwalts-, Versicherungs- od. Zollgebühren) fällig. Es ist bisher kein Fall bekannt, wo die Betroffenen ihr Geld wieder erhalten haben.

Pressemeldung Polizeiinspektion Mühldorf am Inn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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