Mehr Straftaten, weniger Verletzte

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Mühldorf - Die Sicherheitslage im Landkreis hat sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr wenig verändert. Die Zahl der Verletzten bei Untällen ist zurückgegangen.

Im Landkreis Mühldorf werden etwa 110.000 Einwohner von den Polizeiinspektionen Mühldorf und Waldkraiburg mit nachgeordneter Polizeistation Haag, der Kriminalpolizeistation Mühldorf, der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein mit Dienstsitz in Mühldorf sowie einer Gruppe Einsatzzug der Operativen Ergänzungsdienste Traunstein polizeilich betreut.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordener strafrechtlicher Sachverhalte. Berücksichtigt sind alle polizeilich bearbeiteten Verstöße nach dem Strafgesetzbuch und strafrechtlichen Nebengesetzen ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte.

Kriminalstatistik des Landkreises:

Im Jahr 2012 wurden im Landkreis Mühldorf insgesamt 4296 Straftaten erfasst. Dies stellt einen leichten Anstieg von 41 Fällen oder 1,0 % im Vergleich zum Vorjahr dar.

Von den 4.296 Straftaten wurden 2833 Fälle aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 65,9 % entspricht (+ 1,4 %). Das hohe Niveau des Vorjahres (64,5 %) konnte erneut gesteigert werden.

Die Häufigkeitszahl bezeichnet die Anzahl der polizeilich erfassten Straftaten auf jeweils 100.000 Einwohner. Die Häufigkeitszahl als Gradmesser der Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung beträgt im Landkreis Mühldorf 3.881 und ist im Vergleich zum Jahr 2011 (3.858) geringfügig um 0,6 % angestiegen. Sie lag dennoch weit unter dem Landesdurchschnitt von 4977 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Zu den 2833 geklärten Straftaten wurden 2241 Tatverdächtige ermittelt.

Darunter befand sich ein Anteil von 15,6 % nichtdeutscher Personen, dieser ist im Vergleich zum Vorjahr (13,4 %) leicht angestiegen. Der Anteil Nichtdeutscher an der Wohnbevölkerung beträgt 7,3 %.

Von den insgesamt 2241 ermittelten Tatverdächtigen waren 23,1 % jünger als 21 Jahre, also Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende. Insbesondere Jugendliche und Heranwachsende (14 bis 21 Jahre), mit einem Anteil von 8,3 % an der Wohnbevölkerung, sind mit 19,9 % überproportional bei den Tatverdächtigen vertreten. Die Überrepräsentation dieser Altersgruppe resultiert größtenteils aus ihrer sehr hohen Beteiligung bei den Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten.

Gewaltsdelikte:

Darunter fallen in erster Linie Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzungsdelikte. Im Landkreis Mühldorf wurden 134 entsprechende Delikte im Jahr 2012 registriert. Dies stellt einen Rückgang um zwei Fälle oder 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr dar. Der Anteil an der Gesamtkriminalität lag bei 3,1 % (Vorjahr 3,2%). Die Aufklärungsquote ist von 88,2 % um 1,6 % auf 86,6 % zurückgegangen.

September 2012 – Einbruchsdiebstähle in Pfarrhäuser aufgeklärt Die Ermittlungsgruppe „Pfarrheime“ bei der Kriminalpolizei Mühldorf konnte ihre Arbeit erfolgreich abschließen und eine überregionale Einbruchsserie im Grenzgebiet zwischen Ober- und Niederbayern aufklären. Mindestens 40 Einbrüche in Pfarrheime, der Überfall auf den Pfarrer in Tuntenhausen am 17. Juni und der Überfall auf den Pfarrer von Böbing drei Tage später gehen auf das Konto der beiden Männer aus Eggenfelden, die bereits am 27. Juli durch die Polizeiinspektion Spezialeinheiten Südbayern in ihren Wohnungen festgenommen wurden.

Straßenkriminalität

Diese umfasst alle Straftaten, die einen speziellen Bezug zum öffentlichen Verkehrsraum haben, z. B. Handtaschenraub, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen und Diebstähle rund um das Kfz, Fahrraddiebstähle und Automatenaufbrüche. Hier sind die Zahlen um 30 Fälle oder 3,6 % auf 864 Delikte angestiegen. Dies entspricht einem Anteil von 20,1 % (Vorjahr 19,6 %) an der Gesamtkriminalität. Dabei konnten 21,3 % der Fälle aufgeklärt werden (Vorjahr 24,6%). Die Aufklärungsquote steigt mit der Qualität der Delikte an, so konnten zum Beispiel 85 % aller Raubdelikte aufgeklärt werden.

Januar 2012 – Raubüberfälle auf Bäckereifiliale und Tankstelle aufgeklärt Ein 28-jähriger Mann und eine 24-jährige Frau sind unmittelbar nach einem Überfall auf eine Bäckereifiliale in Waldkraiburg verhaftet worden. Das kriminelle Pärchen aus dem Landkreis Mühldorf steht zusätzlich im Verdacht, am 6. Dezember 2011 zwei Tankstellen in Aschau am Inn und am 23. November 2011 eine Tankstelle in Vilsbiburg überfallen zu haben.

Sexualdelikte

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung war im Landkreis Mühldorf ein deutlicher Rückgang um 91 Fälle oder 62,8 % auf 54 Delikte zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote konnte mit 94,4 % (Vorjahr 91,7 %) gesteigert werden. Der Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 1,3%.

Diebstahlskriminalität

2012 wurden mit 1337 Taten um 37 weniger als im Vorjahr (- 2,7 %) registriert. Der Anteil an der Gesamtkriminalität lag nahezu unverändert bei 31,1 % (Vorjahr 32,3 %), die Aufklärungsquote ist auf 38,7 % (Vorjahr 42,7 %) zurückgegangen.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Unter die Vermögens- und Fälschungsdelikte fallen Straftaten, wie z.B. Betrugsdelikte aller Art, Unterschlagungen, Urkundenfälschungen, Geld- und Wertzeichenfälschungen.

Im Landkreis Mühldorf stiegen die Fallzahlen im Jahr 2012 um 70 Delikte oder 10,5 % auf 734 Fälle. Die Aufklärungsquote ist um 7,3 % auf 83,4 % (Vorjahr 76,1 %) angestiegen, der Anteil an der Gesamtkriminalität liegt bei 17,1 %.

Internetkriminalität

In diesen Deliktsbereich fallen beispielsweise sämtliche Angriffe auf heimische PC/Netzwerke und der nachfolgende Missbrauch von Passwörtern, Kontodaten oder sonstigen vertraulichen Informationen ebenso wie auch die einfache Beleidigung innerhalb sozialer Netzwerke (z.B. „facebook“) oder der Betrug bei Onlinegeschäften oder Auktionsplattformen.

Die Fallzahlen 2012 rund um die Kriminalität im Netz weisen mit 97 Fällen (2011: 112) einen Rückgang von 13,4 % auf, bei einer gleichzeitigen Steigerung der Aufklärungsquote um 9,8 % auf 73,2 %. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass bei diesem Deliktsbereich Auslandsstraftaten oder Straftaten mit ungeklärtem Tatort bislang nicht wiedergegeben werden. Somit spiegeln diese Zahlen noch längst nicht den tatsächlichen Sachstand wider. Denn gerade bei der sogenannten Cyber-Kriminalität sitzen die Täter sehr häufig im Ausland oder agieren von einem unbekannten Tatort aus.

Sowohl im repressiven Bereich, als auch in der Prävention wird diesen Umständen Rechnung getragen. So wurde neben der Einstellung neuer, fachkompetenter Beschäftigter im Bereich der Kriminalpolizei auch die Schulung und Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen auf diese speziellen Anforderungen hin weiter angepasst („Cyber-Cops“).

Rauschgiftdelikte

Dazu zählen neben den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch die direkte Beschaffungskriminalität, z. B. Rezeptfälschung.

Die Anzahl der Delikte ist in diesem Bereich spürbar angestiegen. Die Zahl lag mit 333 Fällen um 116 Delikte oder 53,5 % über dem Vorjahr. Die Aufklärungsquote beträgt 96,4 % (Vorjahr 98,6 %), der Anteil an der Gesamtkriminalität liegt bei 7,8 %. Im Jahr 2012 waren 3 (2011: 1) Rauschgifttodesopfer, zwei Männer im Alter von 27 und 34 Jahren aus Mühldorf und eine 45-jährige Frau aus Waldkraiburg, zu beklagen.

August 2012 – Drei Kilogramm Marihuana sichergestellt Eine Staatsanwältin und etwa 20 Polizeibeamte, darunter auch zwei Diensthundeführer, waren an einer zeitgleichen Durchsuchungsaktion in vier Objekten im Landkreis Mühldorf beteiligt. Dabei konnten über drei Kilogramm abgeerntetes Marihuana sowie weitere 150 Marihuanapflanzen, die sich noch im Wachstum befanden, sichergestellt werden. Gegen drei von vier Tatverdächtige wurde die Untersuchungshaft angeordnet.

Rechtsextremistisch motivierte Straftaten

In die hier nachfolgend dargestellte Staatsschutzlage „rechts“ fließen Staatsschutzdelikte (spezielle Straftaten wie z.B. Landesverrat, Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bildung terroristischer Vereinigungen u.a.), aber auch Delikte der allgemeinen Kriminalität, wie z. B. Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch, Nötigung oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein, sofern ein politisch motivierter Tathintergrund vorliegt. Zusammen mit den Staatsschutzdelikten bilden sie den Phänomenbereich der Politisch motivierten Kriminalität (PMK).

Bei den sechs (2011: acht) festgestellten Fällen von rechtsgerichteter Kriminalität handelt es sich überwiegend um Propagandadelikte, wie politisch motivierte Schmierereien, das öffentliche Zeigen/Verwenden von Nazisymbolen oder das Abspielen indizierter Tonträger. Die Aufklärungsquote bei der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) rechts lag dabei bei 16,7 % (2011: 50,0 %).

Die Bekämpfung des Rechtsextremismus - das Ausschöpfen aller repressiven und präventiven Möglichkeiten - war eines der erklärten Jahresziele 2012 des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Insgesamt waren 2012 111 Veranstaltungen (2011: 84) polizeilich zu betreuen. Davon waren 37 Sportveranstaltungen, 22 Versammlungen unter freiem Himmel und 52 sonstige Veranstaltungen (z.b. Volksfeste). Für einen reibungslosen Ablauf waren insgesamt 734 Beamte eingesetzt.

Januar 2012 – Versammlung der rechten Szene Eine Gruppe von etwa 85 Demonstranten aus dem rechten Lager zog am Samstagnachmittag vom Bahnhof in Richtung Innenstadt. Gleichzeitig fand eine friedliche Gegendemonstration aller politischen Richtungen und Mühldorfer Bürger mit rund 300 Teilnehmern auf dem Stadtplatz statt. Der rechte Aufzug musste seinen Aufzug am blockierten Stadttor beenden und zur abschließenden Kundgebung zum Ausgangspunkt am Bahnhof zurückkehren. Die beiden Versammlungen wurden durch einen starken Kräfteansatz unter Führung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd betreut.

Notruf- und Einsatzaufkommen Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hatte im abgelaufenen Jahr ein umfangreiches Notruf- und Einsatzaufkommen zu bewältigen. Es wurden 125.943 Notrufe (Vorjahr 129.891) angenommen und 123.944 Einsätze (Vorjahr 115.488) bearbeitet. In der Rangfolge der angelegten Einsätze liegt der „Verkehrsunfall mit Sachschaden“ (14.427) an erster Stelle, gefolgt von der „Verdächtigen Wahrnehmung“ (9.038) und der „Verkehrsbehinderung“ (7.181).

Grafiken zur Sicherheitslage im Landkreis

Statistiken zur Sicherheitslage 2012 in Mühldorf

Unfallbilanz im Landkreis Mühldorf

Im Jahr 2012 wurden auf den 2.223 Straßenkilometern und sonstigen öffentlichen Verkehrsflächen im Landkreis Mühldorf 2929 Verkehrsunfälle registriert. Die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr ist um elf Unfälle oder 0,4 % angestiegen und damit nahezu unverändert. Von 667 auf 625 zurückgegangen (- 6,3 %) ist auch die Zahl der verletzten Personen. Die Zahl der Todesopfer ging von 15 im Vorjahr auf 11 Verkehrstote zurück.

November/Dezember 2012 – Zwei Unfälle fordern vier Menschenleben Am späten Nachmittag des 12. November überquerte ein älteres Ehepaar, beide jeweils über 80 Jahre alt, die Äußere Neumarkter Straße in Mühldorf bei Dunkelheit und Regen. Eine 30-jährige Autofahrerin übersah die Senioren und erfasste beide Fußgänger mit ihrem Auto, beide Fußgänger verstarben noch an der Unfallstelle.

Hauptunfallursachen

Anmerkung: Berücksichtigt werden hier alle Unfallursachen bei den Beteiligten, so dass es zu Mehrfachzählungen kommen kann (z.b. Vorfahrtsverstoß und zugleich Alkoholisierung). Auch wenn die Ursachen „Alkohol“ und „Geschwindigkeit“ bei den angeführten Hauptunfallursachen zahlenmäßig nur einen verhältnismäßig geringen Raum einnehmen, so haben diese Unfallursachen nach wie vor die gravierendsten Auswirkungen zur Folge. Im Landkreis Mühldorf wurden bei Geschwindigkeitsunfällen 158 Personen verletzt (2011: 123) und 5 Verkehrsteilnehmer (2011: 1) getötet. Bei Alkoholunfällen waren 25 verletzte (2011: 24) und ein getöteter (2011: 4) Verkehrsteilnehmer zu beklagen.

Schulwegunfälle

Im Landkreis Mühldorf kam es 2012 zu sieben Schulwegunfällen (2011: 6). Dabei wurden sieben Schüler leicht verletzt (2011: 10). Erfreulicherweise gab es keine Unfälle mit schwerwiegenderen Folgen.

Verkehrsüberwachung

Die Polizeidienststellen führten 2012 im Landkreis Mühldorf 226 Geschwindigkeitsmessungen (Vorjahr: 264 bzw. -14,7 %) mit insgesamt 169.866 registrierten Fahrzeugen durch. 4369 Fahrzeugführer mussten dabei wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen beanstandet werden (2011: 4.402), das entspricht einer Beanstandungsquote von 2,6 % (Vorjahr: 2,2 %). Bei weiteren 262 Messungen mit der Laser-Pistole (2011: 184 bzw. + 42,4 %) wurden 1.206 Fahrzeugführer verwarnt oder angezeigt (Vorjahr: 668 bzw. +80,5 %).

206 Fahrzeuglenker (2011: 238) wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsicherheitskontrollen mehr oder weniger alkoholisiert am Steuer ihrer Fahrzeuge angetroffen und zur Anzeige gebracht. Den höchsten Wert hatte eine Autofahrerin aus Heldenstein mit 3,82 Promille. Unter dem Einfluss illegaler Drogen waren 22 Fahrzeugführer (2011: 47) unterwegs. Gegen sie wurde ebenfalls ein Straf- oder Bußgeldverfahren eingeleitet.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Zurück zur Übersicht: Polizei

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser