Nach Probebohrungen in Ampfing

Erdöl-Suche per 3D-Seismik: Töginger Stadtrat wurde informiert

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Mit diesen Fahrzeugen soll nach Erdöl gesucht werden.

Töging - 560.000 Tonnen Öl sollen im sogenannten Ampfinger Sandstein stecken. Danach soll jetzt mit einem 3D-Seismik-Verfahren gesucht werden.

Bereits im Februar hat das österreichische Energieunternehmen RAG in Ampfing Probebohrungen durchgeführt. Die Hoffnung: Da gibt’s noch Öl. Um bis zu 560.000 Tonnen Öl könnte es sich handeln, so Ernst Burgschwaiger vom österreichischen Energieunternehmen RAG, das die Konzession für das Gebiet hat. Mittels 3D-Seismik will man es jetzt genau wissen.

Mehr als die berühmten "Drei Fragezeichen"

In diesem Bereich wird die Suche durchgeführt.

"3D Seismik" – klingt erst einmal noch nicht wirklich schlimm - irgendetwas Wissenschaftliches halt. Doch kaum wird das Wort "Erdölvorkommen" hinzugefügt und unsere unmittelbare Umgebung ist betroffen, gehen bei dem einen oder anderen schon mal die roten Lichter an. Verständlich, geistert beim Thema Erdöl doch das ganz böse Wort "Fracking" in vielen Köpfen herum. Höchste Zeit also für Aufklärung, denn mit dieser wissenschaftlichen Methode wird demnächst auch auf Töginger Grund und Boden die Lagerstätte Ampfing "vermessen".

"Wir sind dagegen", sagte ein aufgebrachter Bürger im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Donnerstagabend im Töginger Rathaus, als er den Saal betrat. Das zeigt, wie groß der Informationsbedarf zum Thema "3D-Seismik" ist. Auch der Stadtrat hatte einige Fragen an Ernst Burgschwaiger vom österreichischen Energieunternehmen RAG.Das Thema war vor einer Weile auch schon im Waldkraiburger Stadtrat auf dem Tisch, auch dort gab es viele Fragen.

Der Ampfinger Sandstein

Im Ampfinger Sandstein ist das Öl gespeichert, ähnlich wie in einem Schwamm, nur eben fester. Man kann ihn nicht so einfach auswringen wie den in der Spüle. Bereits zwischen 1954 und 1997 wurde in der Gemeinde Ampfing Öl gefördert. Neue Techniken und ein besserer Marktpreis scheinen eine weitere Förderung rentabel gemacht zu haben.

Erdöl braucht man nicht nur zum heizen oder für Benzin. Der Bedarf am schwarzen Gold für Dinge wie die Kunststoffherstellung lag 2013 in Deutschland bei 3,5 Millionen Tonnen, bei einer Versorgungsquote von nur 1,3% mit Erdöl aus dem eigenen Land.

Der Boden vibriert

Das Prinzip besteht darin, Schallwellen zu erzeugen und deren Echo von den verschiedenen Gesteinsschichten des Untergrundes aufzufangen. Die 3D-Seismik, ermöglicht es, den Aufbau des Untergrundes bis in Tiefen von 5.000 bis 6.000 m dreidimensional zu erkunden. Im Herbst rücken die Seismik Trupps aus. In jeder Gemeinde würden sie etwa drei Wochen lang unterwegs sein, so Burgschwaiger. Ein Trupp besteht aus der Sende- und der Empfängereinheit, also ein Vibrationsfahrzeug und entsprechende Messanlagen. Das Vibrationsfahrzeug liefert die Schwingungen. Rund acht Sekunden soll so ein Vorgang dauern. „Es fühlt sich an, wie wenn ein schwerer LKW an einem vorbeifährt“, erklärt Ernst Burgschwaiger. Die Schwingungen werden gemessen und mit diesen Daten wird das 3D Bild vom Ampfinger Sandstein erstellt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Alle 50 Meter muss das gemacht werden an mehreren gedachten, geraden Linien. Grundwasservorkommen kann man damit übrigens nicht finden.

Stadtrat gut informiert

Burgschwaiger betonte, dass man sich streng an alle Auflagen und Gesetze halten werde. Eine Gefahr für die Umwelt, wie beispielsweise die Tierwelt, bestehe nicht. Anders als auf anderen dieser Informationsveranstaltungen, sei der Töginger Stadtrat bereits bestens informiert gewesen, so Burgschwaiger. Tatsächlich gab es nach der Klarstellung, dass es sich nicht im Ansatz um Fracking handelt und dass die Umwelt keinen Schaden von den Vibrationen nimmt, keine weiteren Fragen.

Neben der Aufsuchung von Erdöl bringt die 3D-Seismik auch Informationen, in welchem Umfang und an welchen Orten die Gewinnung geothermaler Energie möglich ist. Die dezentrale Versorgung mit Geothermie ist für viele Gemeinden ökonomisch wie ökologisch interessant. Auch bei der Umsetzung von Geothermieprojekten bietet sich die RDG als zuverlässiger Partner der Gemeinden und strebt entsprechende Kooperationen an.

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