Bundeswehruniversität untersucht Gesteinsproben

Inn: "Wir haben einen harten Untergrund"

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Das Kraftwerk Töging (großes Foto) soll modernisiert werden. Im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens soll nun die Sohlbewegung am Inn untersucht werden. Die Universität der Bundeswehr analysiert zu diesem Zweck Kiesproben.
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Mühldorf/Töging - Die Modernisierung des Wasserkraftwerks wirft ihre Schatten voraus. Im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens soll die Sohlbewegung prognostiziert werden.

Die geplante Modernisierung des Wasserkraftwerks in Töging wirft ihre Schatten voraus. 35.000 Haushalte zusätzlich sollen mit Strom versorgt werden, kolportiert wurde ein Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro. Bis es aber soweit ist, muss der Kraftwerksbetreiber, das österreichische Unternehmen Verbund, rechtliche, technische und ökologische Aspekte sowie Fragen des Denkmalschutzes abklären. So soll im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens eine Studie zur Mindestwasserführung erstellt werden, Mitarbeiter der Universität der Bundeswehr in München waren diesbezüglich vor einigen Tagen vor Ort.

Universität der Bundeswehr untersucht Kiesproben

"Die Kraftwerksbetreiber wollen ein Computermodell bauen, das sich mit der Sohlbewegung beschäftigt", erklärt Dr.-Ing. Helmut Kulisch, Laborleiter am Institut für Wasserwesen der Bundeswehruniversität auf Anfrage unserer Redaktion. Man habe am Inn Kiesproben genommen, die nun ausgewertet würden. Die Ergebnisse der Untersuchungen von Kulisch und seinen Kollegen können dann in das Computermodell einfließen.

Verbund konkretisiert gegenüber unserer Redaktion den Zweck des Computermodells: "Anhand des Modells können morphologische, hydrodynamische und gewässerökologische Bewertungen (Morphologische Studie und hydrodynamisch-numerische Sedimenttransportmodellierung) der Innstrecke zwischen Jettenbach und Töging durchgeführt werden." Dadurch könne bei zukünftigen ökologischen Maßnahmen besser auf die Bedürfnisse eingegangen werden, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Ein möglicher Sohldurchbruch ist kein Thema

Die Berechnungen, die mit Hilfe des Computermodell durchgeführt werden, sind Teil einer Studie zur Mindestwasserführung. Diese ist im Rahmen des Wasserrechtsverfahrens erforderlich, eine Studie der Regierung von Oberbayern aus dem Jahr 2000 wird damit aktualisiert. Inwieweit die Ergebnisse der Berechnungen die geplante Modernisierung des Kraftwerks beeinflussen können, vermag Verbund noch nicht zu sagen. "Diese Nachweise müssen im Wasserrechtsverfahren geführt werden", heißt es seitens des Unternehmens.

Laut Kulisch können mit einem derartigen Computermodell weitreichende Berechnungen durchgeführt werden. Das Modell sei dazu geeignet ein Absinken des Flussbetts vorauszuberechnen, so Kulisch. Ob der Untergrund abtragbar sei oder nicht, hänge von der Gesteinsgröße ab. "Im absoluten 'Worst Case' könnte es zu Sohldurchbrüchen kommen", erklärt der Wissenschaftler. Dieser "Worst Case" ist im Inn zwischen Jettenbach und Töging jedoch nicht zu befürchten. Ein mögliches Absinken des Flussbettes sei kein Thema, ein Sohldurchbruch ebenso wenig, betont Verbund: "Wir haben einen harten Untergrund."

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