Haustürgeschäfte und ihr Ruf

Internet in Töging: Probleme mit dem Anschluss!

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Töging: Misstrauen gegenüber Außendienstmitarbeiter im Auftrag der Deutschen Telekom

Töging - Mal eben an der Haustür seinen Telekom-Vertrag umstellen - Das ist einigen innsalzach24.de-Usern spanisch vorgekommen. Wir haben bei der Vertriebsfirma und der Auftraggeberin Deutsche Telekom nachgefragt:

Breitbandausbau“ und „Glasfaserkabel“ oder ganz einfach: „schnelles Internet“. Meter um Meter wird Deutschland derzeit damit er- und die Versorgungslücken geschlossen. Beispiel Töging: Anfang Mai dieses Jahres ging es los mit den Bauarbeiten im Auftrag der Deutschen Telekom, die nun offenbar abgeschlossen sind.

Jetzt muss das schnelle Internet natürlich an die Frau und an den Mann gebracht werden. Soll heißen, dass Vertriebsmitarbeiter im Stadtgebiet unterwegs sind, um die Kunden der Deutschen Telekom über die neuen Produkte zu informieren, deren Vorteile aufzuzeigen und – ja – auch den einen oder anderen Rabatt anzubieten. Soweit, so gut.

Das ist auch nicht anders, wie beispielsweise der obligatorische Anruf vom Mobilfunkanbieter rechtzeitig vor Ablauf des Vertrages: Man habe da ein ganz besonderes Angebot (…). Das geht auch ganz klassisch per email oder gar auf dem postalischen Weg: „Sehr geehrter Kunde, (…)“. Wie gesagt: Man kennt das ja.

Problem in Töging und offenbar nicht nur dort

innsalzach24.de User Max erzählt von Vertriebsmitarbeitern die, so würden sie sich ausgeben, von der Deutschen Telekom in Töging unterwegs seien: „Es wird ein Ausweis gezeigt mit (einer) Bemerkung, dass man auch glaubt dass alles in Ordnung ist. Der Ausweis hängt an einem magenta farbigen Schlüsselband der Telekom um den Hals des Vertreters“, schreibt Max.

Im weiteren Verlauf des Gespräches an der Haustür sei er darauf hingewiesen worden, dass der Glasfaserausbau in Töging nun abgeschlossen sei und es doch Zeit wäre, den Vertrag umzustellen. „Im Gespräch wird der Druck zum Umstellen immer deutlicher und wenn man ablehnt kommt der Hinweis, dass dann eventuell kein Port mehr frei sein könnte und man wieder ein halbes Jahr warten müsste (…)“.

Wenn man selbst online eine Umstellung beauftragt, würde es 70€ Anschlussgebühr kosten. Nur jetzt und sofort sei diese Umstellung kostenlos, soll der Mann an seiner Haustür gesagt haben, so Max „Das sind reine Drückermethoden, die einen zum Abschluss eines Haustürgeschäftes nötigen sollen“. So habe er es empfunden und Max schreibt als Tipp: „Seinen Vertrag sollte man telefonisch oder online direkt bei der Telekom umstellen“.

Es ist dies offenbar nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter der Ranger Marketing und Vertriebs GmbH in der Wahrnehmung der Endkunden unangenehm auffällig geworden sind. Die Seite „Telekom hilft“ weist mehrere Einträge auf mit Beschreibungen wie der von innsalzach24.de-User Max. Teilweise werden auch weit gewichtigere Vorwürfe erhoben. Max hat die Vertragsumstellung bei dem „Telekom-Mitarbeiter“ vor seiner Haustüre verweigert

Reaktion der Deutschen Telekom:

Nach mehrfacher telefonischer und schließlich schriftlicher Nachfrage bei der Pressestelle der Deutschen Telekom antwortete Hubertus Kischkewitz in einer ersten Erklärung wie folgt:

„Vielen Dank für ihre Anfrage und die enthaltenen Hinweise, die wir sehr ernst nehmen. Die Tätigkeit unserer externen Vertriebspartner ist einer der Faktoren in der Kundenwahrnehmung, die das Image der Deutschen Telekom prägen. Deshalb werten und beobachten wir die Arbeit unserer Vertriebspartner sehr genau und fordern korrektes Auftreten gegenüber den Kunden ein.

Dafür haben wir eigens verbindliche Verhaltensregeln entwickelt. Erhalten wir konkrete Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, gehen wir diesen umgehend nach. Dies werden wir auch im konkreten Fall tun. Wir haben unseren Vertriebspartner um eine Stellungnahme gebeten. Wir bedauern, wenn Kunden der Telekom das Verhalten als unfreundlich oder gar aufdringlich empfunden haben.“ 

"Zum Hintergrund" (Telekom)

„Wir arbeiten im Vertrieb bereits seit Jahren erfolgreich mit externen Partnern zusammen. Der Direktvertrieb im Außendienst ist für uns ein wichtiger Vertriebskanal. Zu unseren langjährigen Partnern im Direktvertrieb zählt auch die Firma Ranger Marketing & Vertriebs GmbH.

Ganz wichtig ist uns dabei: Da deren Mitarbeiter unsere Produkte vermarkten, sind sie mit einem Dienstausweis mit Lichtbild ausgestattet, der deutlich macht, dass sie im Auftrag der Telekom tätig sind. Alle Mitarbeiter haben zusätzlich ein Autorisierungsschreiben im Original (keine Fotokopien!) dabei und verwenden ausschließlich original Telekom-Prospektmaterial und Telekom-Formulare. Die Angaben in diesen Unterlagen sind von uns geprüft. Durch die Dienstausweise, das Autorisierungsschreiben und die Ausstattung mit „Original-Materialien“ wollen wir uns von den schwarzen Schafen der Branche abgrenzen und den besuchten Kunden die Sicherheit geben, dass sie tatsächlich von autorisiertem Personal zu Telekom-Produkten beraten werden. Daher wirken auch die Mitarbeiter der externen Vertriebspartner im Außendienst wie eigene Mitarbeiter der Telekom. 

"Abschließend noch zwei Anmerkungen" (Telekom)

„Der Hinweis auf mangelnde Ports, sollte er tatsächlich so gefallen sein, ist Unsinn. Wir haben ausreichend Kapazitäten. Sollte es tatsächlich mal eng werden, sorgen wir für schnellstmögliche Ergänzungen. Möglich ist aber tatsächlich, dass sich eine schnelle Entscheidung lohnt. Haben wir beispielsweise irgendwo unser Netz ausgebaut bzw. optimiert, begleiten wir solche Inbetriebnahmen mit Marketingaktionen und Rabatten, die nicht unbegrenzt gelten. Aber: Wir setzen niemanden unter Druck und lassen das auch keinesfalls bei den Partnern zu.“

Reaktion der Ranger Marketing und Vertriebs GmbH:

Volker Heyer, Sprecher bei der Ranger Marketing und Vertriebs GmbH räumt ein, dass er bei rund 1200 Mitarbeitern, welche die Firma bundesweit im Einsatz habe, nicht für jeden die Hand ins Feuer legen könne. Im Telefonat mit innsalzach24.de beruft er sich, genau wie Hubertus Kischkewitz, aber auf entsprechende Schulungen und – sofern nötig – Nachschulungen der Ranger-Mitarbeiter und die Pflicht gegenüber der Auftraggeberin Deutsche Telekom diese und ähnliche Maßnahmen zu dokumentieren und nachzuweisen.

"Kein Provisionsdruck" (Ranger)

Die Außendienstmitarbeiter der Ranger Marketing und Vertriebs GmbH seien alle sozialversicherungspflichtig fest angestellt und würden nicht auf Provisionsbasis arbeiten. Derzeit sei der Markt vom Bestandsschutz gekennzeichnet. „Das heißt, dass auch Ranger Mitarbeiter im Fall des Falles auch schon mal aufzeigen, wo man Geld sparen kann.“ Hintergrund sei, dass es den Konzern-Riesen darum gehe, ihre Stammkunden zu halten.

Trotz Servicenummer, wo sich die an der Haustür angesprochenen Endkunden der Deutschen Telekom sofort informieren können, ob der Ranger Mitarbeiter echt und wirklich im Auftrag im Einsatz ist, trotz Beschwerdestelle – „es kann durchaus sein, dass einer den anderen falsch versteht und letztendlich negativ in seinem Auftreten wahrnimmt“, und Volker Heyer räumt ein, dass das in den vergangenen 13 Jahren der Zusammenarbeit von Ranger und Telekom durchaus vorgekommen ist. Deswegen seien sie auch bei der Marketing und Vertriebs GmbH auf detaillierte Hinweise angewiesen.

"Wir werden der Sache nachgehen" (Telekom und Ranger)

Die Frage, warum man in diesen Zeiten von Vorsicht und Misstrauen gerade an der eigenen Haustür immer noch auf diesen Vertriebskanal setzt, hat die Deutsche Telekom nicht beantwortet und bei der Ranger Marketing und Vertriebs GmbH hieß es mit nochmaligem Verweis auf 13 Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Auftraggeberin, dass wenn ein Mitarbeiter im Außendienst bei 70 Kundenkontakten viermal zum Vertragsabschluss kommt, das dann ein guter Tag sei. Beide, Deutsche Telekom und die Ranger Marketing Vertriebs GmbH versprachen, den Beschwerden von innsalzach24.de-User Max sowie den weiteren Meldungen aus Töging in dieser Sache nachzugehen.

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