Einkaufszentrum Töging: Entwurf gebilligt

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Töging - Der Bauausschuss hat am Dienstag in Sachen Einkaufszentrum eine positive Empfehlung an den Stadtrat abgegeben. Wir haben danach mit Kritikerin Susanne Schirmer gesprochen.

Unter Maßgabe der genannten Änderungswünsche und nötigen Änderungen hat der Bauausschuss dem Stadtrat am Dienstagabend empfohlen, den Entwurf des Bebauungsplanes für das "Sondergebiet Einkaufszentrum Harter Weg" zu billigen - einstimmig. Und: Der Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren vorangehen.

Eine der schärfsten Gegnerinnen, Susanne Schirmer, ist nicht zufrieden mit Verlauf Ausgang der Sitzung. Sie hatte ein neunseitiges Schreiben eingereicht und sich in zahlreichen Punkten über das Bauvorhaben beschwert. Familie Schirmer stammt aus Töging, wohnte aber die letzten Jahre in München. Vor einer Weile, als der Beschluss fiel, zurückzukehren, kaufte sich Familie Schirmer ein Haus neben dem Volksfestplatz - wo jetzt aber der Bau des Verbrauchermarkts geplant ist.

"Ich finde es ja in Ordnung, dass Bürgermeister Krebes alle unserer Punkte vorgelesen hat - vielleicht, damit sie eben gewürdigt wurden - aber auf keinen Fall sind alle Punkte ausreichend besprochen worden," so Schirmer. Manche Themen, auch die der anderen Beschwerdeträger, seien auch mehr oder weniger untergegangen.

"Was ist mit Ausgleichsflächen?"

Im Gespräch mit Innsalzach24 betonte Susanne Schirmer vor allem einen Punkt: Im Protokoll des Bau- und Umweltausschusses vom 5. Juli 2011 ist nachzulesen, dass sowohl der Erhalt eines Volksfestplatzes in Töging wichtig sei, ebenso wie ein Bolzplatz. Da beides für den Bau eines Einkaufszentrums wegfallen würde, müssten darüber "Überlegungen angestellt werden." Unter dieser Voraussetzung wurde der Punkt am 5. Juli einstimmig zur Billigung empfohlen. Susanne Schirmer machte uns aufmerksam: "Am 20. Juli 2011, bei der Stadtratsitzung zu eben diesem Punkt, ist dann auf dem Protokoll nicht mehr die Rede von Überlegungen zu Ausgleichsflächen für Volksfest und Bolzplatz. Da stimmt doch was nicht! Ich finde, zu diesen Themen ist bisher viel zu wenig - wenn nicht gar nichts - gesagt worden," hadert Schirmer.

Statements von Bürgermeister Krebes im Bauausschuss

In den meisten Briefen der Gegner wird angezweifelt, ob man einen größeren Edeka überhaupt braucht. Der bisherige kleinere Laden reiche völlig aus. "Wenn der Edeka in der heutigen Größe bleiben muss, wandert er uns ab", entgegnete da Bürgermeister Horst Krebes. "Die Geschätsführung hat hier im Bauausschuss bestätigt, dass sie in der jetzigen Form nicht bleiben will." Und ob jetzt der Edeka sich vergrößere, oder ein neuer Markt herkomme, mache doch keinen Unterschied.

Streitpunkt war auch erneut die Angst vor Lärmbelästigung, vor allem nachts durch die Anlieferung der Waren an der Westseite des Markts. "Da gibt es gesetzliche Regelungen," so Krebes. "Zwischen 22 und 6 Uhr darf keine Anlieferung stattfinden. Wer sich daran nicht hält, wird bestraft, das ist klar."

Viele Gegner befürchten eine Belästigung durch das Licht der Werbetafeln. Hier verwies Krebes auf ein Gutachten. Die Stadt lasse sich mehrere Mögichkeiten der Werbemaßnahmen aufzeigen, dann könne erneut verhandelt werden.

Die Ein- und Ausfahrt zum geplanten Verbrauchermarkt ist nach wie vor umstritten. Im direkten Umfeld gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten. Die Gegner befürchten eine erhöhte Gefahr für den Schulweg der Kinder. Auch hier verwies Krebes auf ein Gutachten, dass erstellt werden solle. "Wir lassen uns ein Verkehrskonzept vorlegen und prüfen, wie wir das Problem bestmöglich lösen können," versprach der Bürgermeister. "Aber inzwischen gibt es bei dieser Ein- und Ausfahrt ja auch keinen Gegenverkehr mehr, die Situation ist also nicht so brenzlich, wie sie hingstellt wird," so Krebes weiter.

Der bestehende kleine Edeka soll nicht leer stehen. Viele befürchten, dass der Laden als ungenutzte Fläche verkommen könnte. "Das haben nicht wir zu entscheiden, das ist die freie Marktwirtschaft", verteidigte sich Krebes. "Was da reinkommt, müssen wir sehen. Ein Bioladen wäre eine gute Idee, da steht aber noch alles offen."

Streitpunkt: Grünstreifen an der Ostseite

Vor allem die Bewohner, die an der oberen rechten Ecke des Markts wohnen, fühlen sich benachteiligt. Denn hier ist der Grünstreifen um die Parkplätze am dünnsten. Die SPD-Fraktion im Bauausschuss brachte hier einige Vorschläge zur Güte: Wenn dem Markt in der Länge etwas genommen und dafür in der Breite gegeben würde, sodass die Grundfläche gleich bleibe, wäre die Grünfläche kürzer und somit in ihrer Spitze an der oberen Ostseite breiter. Oder, man könne auf einige Parkplätze verzichten, sodass der Parkplatz kürzer werde und somit auch der Grünstreifen. Hierüber wolle man dann diskutieren, wenn der Plan konkreter werde.

ds

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