Wird Haag nun doch Schlossherr?

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Das Haager Schloss.

Haag - Alles deutet nun doch auf einen Kauf des Haager Schlossturms durch die Gemeinde hin. Rund 1,1 Millionen Euro soll die Sanierung nach einer ersten Schätzung kosten.

Weder für den Kauf noch für den Restaurationsauftakt gibt es einen Zeitplan. Das wurde im Gemeinderat deutlich, wo auch die neue Kostenschätzung der Regierung vorgestellt wurde. In den 1,1 Millionen Euro noch nicht enthalten sind die Baunebenkosten, die bei 15 Prozent liegen.

"Politisch" habe die Gemeinde Haag keine andere Möglichkeit, als jetzt doch den Schlossturm zu kaufen, meinte Bürgermeister Hermann Dumbs. Dafür nannte er zwei Gründe. Einerseits lasse die Regierung sich auf keine Alternative ein: "Die wollen verkaufen." Auf der anderen Seite mache die Bevölkerung Druck, dieses historische Monument zu sichern: "Das ist Heimat."

Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) schlug vor, möglichst viele Zuschüsse abzurufen. Konrad Kolbinger (CSU) befürchtete, mit der vorgelegten Berechnung sei "lange nicht alles abgedeckt".

In der knappen Diskussion einigten sich die Räte darauf, die Städtebauförderung für die Maßnahmen einzubeziehen. Sie vermuteten, dass Haag selber noch 360.000 Euro finanzieren müsse, um wieder einen "komplett sanierten Schlossturm" zu haben. Da nun neue Berechnungen angesagt sind, muss dieses Ergebnis erst abgewartet werden, bevor es zu Kauf und ersten Renovierungsschritten kommen kann.

Das Mauerwerk ist in der Berechnung mit insgesamt 272.000 Euro veranschlagt. Darunter fallen je 500 Quadratmeter Entfernen von Zementputz, Fugenreinigung, schonende Reinigung, Neuverfugung und Nachbehandlung. 100 Quadratmeter Sockelmauer muss für 150.000 Euro vernadelt werden. Das Ausspritzen der Risse kostet 20.000, das Erneuern verwitterter und ausgebrochener Steine 15.000 Euro. Für das Sichern des Kaminzuges sind 7500 Euro, für die Wandpfeiler 5000 angesetzt.

Die vorbereitenden Maßnahmen beziffert die Kostenschätzung auf 178.392 Euro. Dazu zählen neben anderem die "Einhausung des Turmes" für 140.000 Euro, das Abnehmen des Daches für 9000 und die Baustelleneinrichtung für 15.000 Euro. Das neue Dach allein wird 103.900 Euro kosten. Darunter fallen die Reparaturen der zahlreichen Balken vom Zerrbalkenkopf über die Stichbalken bis zu den Kehlbalken.

Die folgende Neueindeckung zählt bereits zu abschließenden Maßnahmen für 58.180 Euro. Dabei ist auch der Ersatz der morschen Futterhölzer. Das Auflegen der 450 Quadratmeter Ziegel kostet 20.250 Euro. Unter restauratorische Arbeiten rechnet man die Malereien an den Außenwänden und das Sichern der historischen Oberflächen, Untersuchungen von Gängen und Putzschichten und statistische Berechnungen für 190.000 Euro. Unter "Sonstiges" fällt der Blitzschutz mit Elektroinstallation zu 12.500.

Relativ gering fallen die Regiestunden zu 8400 Euro für Meister, Facharbeiter und Hilfsarbeiter aus. Unvorhergesehenes wird in zwei Positionen mit 42.383 und mit 80.179 Euro einkalkuliert. Dazu kommt noch die Mehrwertsteuer. Bereits enthalten mit 50.000 Euro ist die noch ausstehende Untersuchung.

xy/Wasserburger Zeitung

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