Zu teuer: Straßenausbau ad acta

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Haag - Zwei Bauvorhaben strich der Bauausschuss des Gemeinderats jetzt von der Liste: die Gabelsberger Straße und das Wohngebiet an der Freibadstraße.

Die Kosten für die Planungen auf Antrag der Bürger werden damit bei der Gemeinde bleiben.

"Dieselbe Gaudi" wie in anderen Fällen ärgerte sich Bürgermeister Hermann Dumbs bei der letzten Debatte über die beantragte Beruhigung der Gabelsbergerstraße. Die Beengtheit der Straße würde viele Maßnahmen erfordern, die Kosten schreckten die Anlieger ab. So benötige man allein für die Neugestaltung des Gehweges 128 000 Euro, so Dumbs. Die Hochbordgestaltung wirft das Problem des Höhenunterschieds zu den Zufahrten auf. Das Ingenieurbüro stellte auf die Gesamtlänge eine "eingeschränkte Begegnungsmöglichkeit" fest. Auch die Entwässerung müsste überprüft werden.

Alois Eisenauer (PWG) schätzte "locker eine Summe von 300 000 Euro" für das Gesamtvorhaben. Den Anlass zur Überprüfung der Lage hatte ein Antrag der Anlieger auf Geschwindigkeitsreduzierung gegeben. Keiner wisse, so Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU), ob die Anlieger bereit seien, die hohen Kosten für das Entfernen der Zäune und das Ändern der Zufahrtshöhen auszugeben. Die Gemeindeverwaltung solle die aktuellen Ergebnisse den Betroffenen zukommen lassen. Wenn diese dann immer noch die Geschwindigkeitsreduzierung wollten, könne man sie ja wieder aufnehmen.

Stefan Högenauer (CSU) schlug als Ersatz verstärkte Geschwindigkeitskontrollen vor. Die sind laut Bürgermeister Hermann Dumbs schon in Bearbeitung. Dafür habe die Polizei nämlich noch eine Genehmigung nach Prüfung des Standortes zu erteilen.

Kritik am Vorgehen des Gemeinderats wollte Herbert Zeilinger (CSU) loswerden: "Für nix und wieder nix" habe die Gemeinde in diesem Fall Geld ausgegeben: "Total sinnlos!" Der Beschluss, die Planung nicht weiter zu verfolgen, fiel einstimmig.

Genug von den Berechnungen, Kostenprognosen und Planvarianten haben anscheinend die Interessenten am Wohnungsbaugebiet entlang der Freibadstraße. Sie reichten mit ihren Unterschriften die Forderung nach Einstellung des Aufstellungsverfahrens ein. Dritter Bürgermeister Egon Barlag (Freie Wähler Haag) stellte auch hier kategorisch fest, dass die Gemeinde durch die Planungsvorbereitungen zu dem Areal Kosten gehabt habe. "Das wird wohl der Gemeinde bleiben", folgerte Bürgermeister Hermann Dumbs.

Einig war man sich, künftig vorsichtiger in die Planung zu gehen und den Antragstellern keine Hoffnungen zu machen. Daraufhin folgte der einstimmige Beschluss, das Verfahren einzustellen und die Flurnummern 1539, 1540 und 1541 von einem Wohngebiet auf landwirtschaftliche Nutzfläche herunterzustufen.

Keine Probleme hatten die Räte dagegen mit dem "Wächterhaus" an der Maria-Ward-Straße unter dem Schlossturm. Zwischen einer Invest AG und dem Markt Haag wurde einstimmig ein Grundstückstausch vereinbart. Das wirkt sich unter anderem auch positiv für einen "etwas gleichmäßigeren Straßenverlauf" aus.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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