Tetrafunk: Nachbarn stehen hinter Klage

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Eine stattliche Anzahl Kirchdorfer und Reichertsheimer versammelte sich beim Aufstellen des Gerüstes mit dem Plakat gegen den Tetrafunk-Standort.

Kirchdorf/Reichertsheim - Die erste Klage gegen den geplanten Tetrafunkmast an der B12 ist schon eingereicht. Jetzt gab es öffentliche Rückendeckung von den Nachbarn.

Dreimal so hoch wie das Gerüst plus die gesundheitlichen Risiken, das ist den Anwohnern um den geplanten Funkmast in Kirchdorf zu viel. Um das zum Ausdruck zu bringen, steht seit Freitag für jeden auf der Bundesstraße Vorbeifahrenden gut sichtbar ein Mast mit einem Transparent auf einem abgeernteten Feld: "Hier soll kein Tetra Funkmast 54 Meter hoch Ramsau, Kirchdorf, Haag bestrahlen"

Gerade einmal 50 Meter entfernt wohnt Familie Wimmer in Furth, Gemeinde Reichertsheim. Sie haben ihren Hof gegenüber des Parkplatzes an der Bundesstraße beim Salzlager. Nachdem die Standortsuche für einen Funkmast für das Innenministerium zum Ausbau des Behördenfunks sehr schwierig war, bevorzugt es nun eigenen Grund, auch wenn der Standort nicht optimal ist. Denn der liegt tief unten, deshalb muss der Turm höher ausfallen. 54 Meter soll er hoch werden plus acht Meter für die Antennen, weiß Thomas Hundschell von der Bürgerinitiative Kirchdorf.

Vor allem wegen der Strahlung haben Heidi und Wolfgang Wimmer Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Die wird nun ein Rechtsanwalt ausführlich begründen.

Neben den gesundheitlichen Risiken sieht man hier, dass die Abstandsflächen nicht eingehalten werden. Man sei gezwungen, 25 Meter davon selbst zu übernehmen, das wolle man auf keinen Fall, weil das den eigenen Wert des Grundstücks zusätzlich verringere.

Niemand der unmittelbaren Anlieger sei damit einverstanden, deshalb gebe es auch keine Unterschrift der Nachbarn bei diesem Bauantrag, so Wolfgang Wimmer. Und man sei froh über die "Rückendeckung der Nachbarschaft". Erreichen wolle man ein Moratorium, erklärt der Sprecher der Initiative. Damit würde der augenblickliche Ausbau des Tetrafunks ausgesetzt, denn es gebe schon lange eine bessere Technik als diese "dauernde Rundumbestrahlung" in einer Frequenz, die von Gegnern als besonders schädlich angesehen wird. Hinzu komme, dass der niedrige Standort mit noch mehr Sendeleistung ausgeglichen werden müsse. Weil die Politik hier schlafe, müssten sich die Bürger selber um den Erhalt ihrer Gesundheit und der Wohnqualität kümmern. Man habe auch Angst um die Bienen, so Hundschell, die leben 300 Meter entfernt und die Bürgerinitiative ist sich sicher, dass wegen des Mobilfunks bereits die Störche in Hof bei Kirchdorf abgewandert sind.

Wo anders gehe das doch auch, erklärt Hundschell. Man hoffe, dass das Gerüst auch von einem oder anderen Politiker der Region bei der Fahrt in die Landeshauptstadt gesehen werde, ergänzt Wimmer. Ausdauer habe man, für das Gerüst gebe es keinen zeitlichen Rahmen.

kg

Zurück zur Übersicht: Haager Land

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser