Kiesabbau soll geordnet auslaufen

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Haag - Was soll aus den ehemaligen Kiesgruben entlang der B12 am Haager Forst werden? Dieser Frage ging der Bauausschuss des Gemeinderats nach.

Was soll aus den ehemaligen Kiesgruben entlang der B12 am Haager Forst werden? Dieser Frage ging der Bauausschuss des Gemeinderats nach und kam zu dem Beschluss, Flächen für neue Nutzungen zu suchen.

Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) hatte einen Antrag gestellt, der die Flächen neben dem Areal betrifft, auf dem die Asphaltmischanlage steht. Die Kiesgruben haben eine Genehmigung bis in die Jahre 2014 und 2016. Teilweise sind die Rekultivierungen schon angeglaufen. Für die Folgenutzung wird ein Bebauungsplan nötig. In den Nutzungsvorschlägen wurden bereits ein Sondergebiet für Solarkraftwerk und ein Erholungsgebiet genannt.

Ursprünglich war nach Alois Eisenauer (PWG) hierfür vom Landratsamt die Nutzung als landwirtschaftlicher Grund vorgesehen. Die Gemeinde könne nun nicht gegen diesen Behördenbescheid vorgehen. Das hat nach Bürgermeister Hermann Dumbs nach wie vor seine Gültigkeit: "Die Landwirte wollen das." Die Flächen seien aus dem Regionalplan für einen "privilegierten Kiesabbau" entwickelt worden. Dabei könne es immer wieder zu Verlängerungen kommen, ohne dass die Gemeinde Änderungsmöglichkeiten habe: "Da können wir nicht viel ausrichten."

Immer neue Kiesgruben sollen verhindern werden, forderte man in der Diskussion. Dritter Bürgermeister Egon Barlag (Freie Wähler Haag) erinnerte daran, dass der Gemeinderat den weiteren Betrieb der Asphaltmischanlage verhindern wollte. Im Zusammenhang mit dem neuen Konzept solle gleich geklärt werden, "dass ab 2013 keine Mischanlage mehr in den Kiesgruben steht". So seien die Flächen, die verfüllt werden und die abgebaut werden, zusammen zu behandeln.

Es dürfe nicht auf einen Verhinderungsbeschluss hinauslaufen, forderte dagegen Dr. Winfried Weiß. In erster Linie solle sich der Gemeinderat dazu äußern, was künftig mit dem rekultivierten Teil geschieht. Die landwirtschaftliche Nutzung solle daneben ruhig zugelassen sein. Auch der Bund Naturschutz habe schon Pläne angedeutet. Der Gemeinderat habe in einem "positiven Plan" das festzuhalten, was er will, nicht das, was verhindert werden soll.

Gegen die ständigen Verlängerungen des Kiesabbaues wandte sich Ludwig Schletter (CSU). Der Bereich südlich der Bundesstraße 12 sehe aus wie eine Mondlandschaft: "Da muss auch wieder einmal zugemacht werden." Josef Burger (PWG) verwies auf die seiner Meinung nach oft "sinnlosen Planungen". So dürften vor dem Wald auch keine "gräusligen Anlagen wie Fotovoltaik" gestellt werden. Im Beschluss hielt man mit sechs gegen drei Stimmen fest, auf die Suche nach Flächen zu gehen, die gestaltet werden, und das Vorgehen mit einem Rechtsanwalt abzustimmen.

Auf die Sitzung des Bauausschusses folgte die Zustimmung des Gemeinderats. Die Räte sprachen sich nach knapper Diskussion überraschend einmütig dafür aus, den Empfehlungen zu folgen. Somit soll ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden mit dem Ziel landwirtschaftliche Nutzung und Naherholungsgebiet. Nochmals erinnerte Hermann Dumbs daran, dass das Areal so lange Kiesvorranggebiet bleibt, wie nicht alles abgebaut ist.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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