Wann ist in Haag Badewetter?

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Haag - Das Freibad ist endlich wunderschön angelegt. Nun liefern in Haag die eingeschränkten Öffnungszeiten bei unsicherem Wetter Anlass für emotionale Diskussionen. Einer Beratung im Gemeinderat folgten viele Zuhörer.

Offiziell hat das Freibad laut Satzung die Öffnungszeiten von 8 bis 20 Uhr. Doch Gäste standen auch schon vor verschlossenen Türen. Die "Freibadfreunde" hatten alles genau aufgezeichnet und beispielsweise festgestellt: Am 23. Juni war bei 20 Grad, Sonnenschein ohne Wolken, ab 13 Uhr zu.

"Es ist ein Schaden für das Freibad, wenn willkürlich auf- und zugemacht wird", so Sissi Schätz (SPD), die mit Zweitem Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU) einen Fragenkatalog zum Bad eingereicht hatte. Bei "leicht bewölkt" dürfe der Bademeister nicht zusperren. Das wirke sich zum Nachteil der Dauerkartenbesitzer aus.

"Der Bademeister ist jeden Tag um 8 Uhr da und schaut, wie das Wetter wird", berichtete Bürgermeister Hermann Dumbs. Bei Kälte oder "an schlechten Tagen" solle er zusperren und sich nicht zum Zeitungslesen hinuntersitzen. Bei 17 oder 18 Grad, so Dumbs, ginge er auch nicht zum Baden. Damit löste er lautstarke Proteste in den Zuschauerreihen aus, von denen nicht selten Kommentare in die Diskussion geworfen wurden.

"Das Bad muss von 8 bis 20 Uhr offen sein", forderte Konrad Kolbinger (CSU). Auch bei schlechtem Wetter seien "immer ein paar da". Der Wunsch der "Freibadfreunde" ging weiter, nämlich von 7 bis 21 Uhr. Das ist nach Bürgermeister Hermann Dumbs momentan aber nicht möglich. Bei Erweiterungen müsse man einen zweiten Bademeister einstellen.

Kritisiert wurde, dass der Bademeister ausgerechnet in der Hauptbadezeit mitten im August in Urlaub gehe. Bürgermeister Hermann Dumbs verwies auf das Recht des Angestellten, auch einmal in den Ferien mit der Familie Urlaub zu machen. Für den Badebetrieb wirke sich das nicht negativ aus. Die Stellvertreter, "alle mit Rettungsschwimmerabzeichen", seien eingeteilt: "Das funktioniert wie letztes Jahr."

Waltraud Sax (CSU) wollte prüfen lassen, ob nicht wie in Ampfing auch in Haag das Baden auf eigenes Risiko bei Abwesenheit der Aufsicht möglich sei. Für Bürgermeister Hermann Dumbs spricht dagegen, dass Geräte wie der Sprungturm zugänglich seien. Die müsse man dann wieder abbauen. Das Einser-Sprungbrett sei derzeit sowieso außer Betrieb und könne so schnell nicht ersetzt werden.

Als Gerücht wies Bürgermeister Hermann Dumbs zurück, dass Besucher des Biergartens am Freibadstüberl Eintritt zahlen müssten. Da sei nur abgezäunt. Eine weitere Anfrage betraf das Planschbecken, das "automatisch" der Abnahme der Werte unterliege und somit regelmäßig überprüft sei - mit und ohne Anwesenheit des Bademeisters.

Schroff wies Bürgermeister Hermann Dumbs die Forderung zurück, er solle per Dienstanweisung einen Dienstplan für Bademeister und Stellvertreter aufstellen. Einen diesbezüglichen Antrag von Zweitem Bürgermeister Dr. Winfried Weiß ließ er nicht zur Abstimmung zu. Das zähle zu seinen Aufgaben, die er in gewohnter Weise regle. Er werde aber den Bademeister nochmals "auf pünktliche Zeiten" hinweisen.

Weiter forderte man zusätzliche Bänke um das Badebecken. Dazu müsse der Gemeinderat 8000 Euro bereit stellen, so Dumbs. Eine Platzfrage sei es, ob Klappstühle oder Liegen von Stammgästen gelagert werden könnten.

Weit auseinander gingen die Ansichten über das Badewetter. Diese Frage soll nun das Gesundheitsamt für Haag klären. Einstimmig wurde der Antrag von Winfried Weiß befürwortet, dass die Verwaltung die Möglichkeiten des Badens auf eigenes Risiko klärt.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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