Zwischen Vandalismus und Schießanlage

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Zaungucker können am Rosenberger Bolzplatz bald den Bogenschützen bei ihrem Sport zuschauen.

Haag - Riskantes Vorhaben: Trotz Vandalismus-Gefahren werden die Feuerschützen künftig den Bolzplatz am Waldrand von Rosenberg für das Bogenschießen nutzen.

Ein umstrittenes Gelände bleibt in Haag der Bolzplatz am Waldrand von Rosenberg. Trotz Vandalismus-Gefahren werden ihn die Feuerschützen künftig für das Bogenschießen nutzen. Der Verwaltungsausschuss stimmte mit Mehrheit zu.

"Grundsätzlich erklärte die Gemeinde bereits ihr Einverständnis", unterrichtete Zweiter Bürgermeister Dr.Winfried Weiß, der die Sitzung im Rathaussaal leitete, die Räte. Ein Teil des Bolzplatzes sei nun der Feuerschützengesellschaft (FSG) für das Bogenschießen zu überlassen. Laut Vertrag handle es sich um 3000 Quadratmeter. Die Schützen hätten vorweg die Zahlung einer Pacht in Höhe von 200 Euro zugesagt. Im ersten Jahr werde die Gemeindeverwaltung die 200 Euro nicht einfordern, um somit eine Starterleichterung zu geben. Der Pachtvertrag könne von beiden Seiten jährlich gekündigt werden.

Contra gab Konrad Kolbinger (CSU): Den Platz am Rande Haags vor dem Wald empfinde er ungeeignet. Die Gemeinde habe ihn einst für 100.000 Mark erworben und seitdem immer Vandalismus erlebt. Eine Bogenschießanlage eigne sich seiner Meinung nach besser im Anschluss an weitere Sportanlagen. Noch dazu seien da draußen etliche Spaziergänger und Jogger unterwegs: "Ich sage nur, Hände weg davon!"

Erst kürzlich habe man einen Container aufgebrochen, so Weiß. Auch ein Toilettencontainer sei schon angezündet worden. So wurde auch die einst unter Mithilfe des Bauhofs und der Firma Schletter errichtete Skaterbahn nach etlichen Zerstörungen wieder abgebaut. Für die Sicherheit sei aber laut Vertrag die FSG zuständig. Im Container sind laut Schützenmeister Helmut Wagner lediglich die großen Strohscheiben untergebracht, jedoch keine Bögen und keine Pfeile.

Den Schützen, die schon einige Versuche mit Pfeil und Bogen am Bolzplatz hinter sich haben, klaute man inzwischen aber schon ein Fangnetz und Sicherungspfosten, räumte Wagner ein. So wolle man die Pfosten für die Absicherung in Form von einbetonierten Stahlrohren errichten. "Den Vandalismus können wir nicht aufhalten", so Wagner. Er habe bereits an die Beamten der Haager Polizeistation appelliert, mehr Kontrollfahrten zu unternehmen.

Der Aufbau erfolgt nach Bogenreferent Franz Schederecker immer erst kurz vor den Schießzeiten. Man schieße auf 25 Meter. Per Band mit Beschilderung "Schießbetrieb" werde das Gelände abgesperrt. Die fehlgegangenen Pfeile sicherten Fangnetze.

Im Weiteren diskutierte man über die Sicherheit der Schwammerlsucher, ob die Kinder weiter auf dem Gelände spielen dürften, und den Toilettencontainer, den die FSG wieder anschaffen möchte. Stefan Högenauer (CSU) unterstrich die Pacht: auch andere Vereine seien von Kosten betroffen. Den Standort finde er gut. Sissi Schätz (SPD) sah eventuell Radfahrer gefährdet. Fini Buchner (PWG) wollte im Vertrag die Klausel, dass die Gemeinde nicht für Vandalismusschäden verantwortlich gemacht werden könne. Der Bolzplatz eigne sich als ungenutztes Gelände bestens, so Josef Burger (PWG).

Die Zustimmung der Räte erfolgte schließlich mit nur einer Gegenstimme - von Konrad Kolbinger, der prophezeite, dass sich aus der Anlage ein "Problemfall" entwickeln werde.

xy/Wasserburger Zeitung

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