Günstige Miete im Haager Vereinshaus

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Haag - Die Gemeinde Haag greift ihren Vereinen im "Vereinshaus" weiterhin kräftig unter die Arme: Sie müssen nur eine Miete von 1,50 Euro und die nach der Sanierung deutlich niedrigeren Nebenkosten bezahlen.

Das Vereinshaus an der Wasserburger Straße ist komplett nach neuestem Stand saniert. Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß (CSU), der die Sitzung in Stellvertretung für Bürgermeister Hermann Dumbs leitete, erinnerte an die 4,50 Euro pro Quadratmeter, die der Stiftung von der Gemeinde für das Benutzen der Räumlichkeiten bisher gezahlt werden. Das gelte als fairer Preis.

Die Vereine selbst hätten bislang nur die Nebenkosten getragen. Diese Nebenkosten, so Weiß, reduzierten sich nach der energetischen Sanierung erheblich: "Sie halbieren sich wohl." Das bedeute eine weit niedrigere Belastung für die Vereine durch Gasrechnung und Strom, was den Großteil der Nebenkosten ausmacht. Der reelle Preis für die "Warmmiete" liege somit derzeit bei sechs Euro pro Quadratmeter.

Dagegen protestierte Jugendreferentin Eva Rehbein. Die Gemeinde dürfe keine Miete verlangen, da die Vereine auch ihren Beitrag zum Haager Gesellschaftsleben leisteten. Die Jugendorganisation müsse schon für die Nebenkosten einen Zuschuss beantragen, werde also auch die Miete nicht bezahlen können. Andere Vereine jammerten auch schon und müssten bei der angedrohten Miete die Beiträge erhöhen oder Zuschüsse beantragen.

Winfried Weiß stellte die Investition von 400.000 Euro für die Sanierung des Vereinshauses dagegen. Die Vereine, die sich ihr eigenes Haus gebaut hätten, müssten zur Finanzierung auch in ihre eigene Tasche greifen. Die Gemeinde dürfe künftig "nicht nur Geschenke" verteilen. Er schlug zwei Euro Kaltmiete pro Quadratmeter vor. Etwas anders sei es lediglich beim Alpenverein, der mit seinem Kletterraum auch in das Vereinshaus investieren wolle.

3,50 Euro hielt Thomas Sax (CSU) für angemessen. Bei über 50 Vereinen in Haag müsse jeder gleich behandelt werden. Über Jugendarbeit erhielten die meisten eine Förderung. Einnahmen hätten sie über die Mitgliedsbeiträge. Dem hielt Alois Eisenauer (PWG) entgegen, manche Vereine wie die Kriegerkameradschaft hätten keine Jugend. "Die Gemeinde darf die Vereine nicht zu Bittstellern degradieren."

Eisenauer erinnerte außerdem an die Förderung, die der TSV jährlich von der Gemeinde erfährt. Die Rasenflächen würden gewartet vom Kunstdüngerstreuen bis zum Rasenmähen, die Anlagen seien finanziell mit viel Geld gefördert worden: "Demnach dürften wir da unten gar nichts verlangen."

Peter Bauer (SPD) schlug Abstufungen vor. Es sei ein Unterschied, ob ProJu oder Alpenverein etwas finanzieren müssten. Ein Euro für die Miete, ein Euro für die Nebenkosten genügten. Das andere könne die Gemeinde tragen. Den Vereinen müsse das neue Haus mehr wert sein, fand dagegen Josef Burger (PWG) und plädierte für 1,50 Euro. Konrad Kolbinger (CSU) wollte nochmals mit den Vereinsvorständen sprechen. Es solle ja nicht so kommen wie im Zehentstadel, wo alle wieder abspringen. Wenn aber Miete, dann "unterstes Niveau".

In der Abstimmung fiel dann die mehrheitliche Entscheidung für 1,50 Euro gegenüber 3,50 und 2 Euro. Das bedeutet eine monatliche Belastung für einen Verein mit 20 Quadratmeter Vereinsraum von 30 Euro plus Nebenkosten.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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