Strahllechner sucht Dialog mit den Bürgern

Geothermie: Frage des Grundstücks entscheidet

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Ob in Gars tatsächlich nach Erdwärme gebohrt wird, ist noch offen. Bürgermeister Norbert Strahllechner ist von der Zukunftsfähigkeit der Technologie aber überzeugt.

Gars - Bürgermeister Norbert Strahllechner stellt klar, dass das Geothermie-Projekt gegen den Widerstand der Grundstückseigentümer nicht realisiert werden kann.

Die Marktgemeinde könnte schon in ein paar Jahren mit Wärmeenergie aus der Erde versorgt werden. Die Firma FG Geothermie GmbH aus Regensburg hat konkretes Interesse, stellte das "Geothermieprojekt Gars 1" vor wenigen Tagen im Gemeinderat vor. Für die Bohrkosten in Höhe von rund 16 Millionen Euro stünden sogar schon Investoren bereit. Bürgermeister Norbert Strahllechner verdeutlicht aber im Gespräch mit unserer Redaktion, dass das Projekt nicht über die Köpfe der Bürger hinweg beschlossen werden soll.

Mehrere Bürgerversammlungen geplant

Dossier: Geothermie in Garching

Die Geothermie war in der Region bislang keine unumstrittene Technologie. Gegen ein Projekt in Garching an der Alz engagierte sich sogar eine Bürgerinitiative. Durch Erdbeben in der Schweiz und in Baden-Württemberg im Zusammenhang mit Geothermiebohrungen fühlten sich die Kritiker bestätigt - obgleich die Projektplaner immer wieder betonten, dass die geologischen Gegebenheiten in der Region ganz anders sind als etwa in der Schweiz. Die Ängste und Sorgen der Menschen kennt auch Strahllechner, deshalb soll es gleich mehrere Bürgerversammlungen zum Thema Geothermie geben. "Langsam und Schritt für Schritt" soll das Projekt angegangen werden, man wolle "nichts überhudeln", so der Bürgermeister.

Im Fokus werden auf den Bürgerversammlungen wahrscheinlich vor allem die Grundstückseigentümer stehen. "Ich denke, dass es für Gars auch nicht ganz leicht wird, die Grundstücke zu finden", sagt Strahllechner. Immerhin leben  im für die Bohrung infrage kommenden Gebiet Vollerwerbslandwirte. Ob sie bereit sind, einen Teil ihres Grundes zu verkaufen oder zu verpachten - eine Pachtlösung hält Strahllechner für aller Voraussicht nach ausreichend - ist völlig offen. "Man muss schauen, wie die Regensburger Firma klarkommt. Das Projekt steht und fällt mit der Grundstücksfrage."

"Das Projekt ist daseinsorientiert"

Anders als etwa in Garching, soll die Erdwärme in Gars nicht verstromt, sondern ausschließlich zum Heizen genutzt werden. Für die Realisierung des Projekts könnte dies von Vorteil sein. "Es entsteht kein Kraftwerk. Es ist nur ein kleines Gebäude nötig, das die Technik beinhaltet", erklärt der Bürgermeister. Stolpersteine gibt es für das Projekt dennoch genug. Ein anderes Projekt, Photovoltaikanlagen entlang von Autobahnen und Bahntrassen, konnte in Gars nicht umgesetzt werden. "Die Grundeigentümer waren sehr, sehr skeptisch. So ist eine Form der regenerativen Stromerzeugung ins Wasser gefallen." Strahllechner hält es außerdem für möglich, dass die Biogasanlagenbetreiber das Projekt ablehnen, weil sie in der Geothermie eine Konkurrenz sehen.

Sollte die Geothermie in Gars diese ersten Hürden meistern, steht die Gemeinde vor einem Großprojekt. Es wird Jahre dauern, bis der Ortskern an das Fernwärmenetz angeschlossen wird. Strahllechner ist aber davon überzeugt, dass es sich die Geothermie von da an sehr schnell rechnen wird. "Ich hoffe, dass das Projekt zustande kommt, es ist daseinsorientiert. Ich denke, dass wir damit mittelfristig sehr gut aufgestellt sind."

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