Bauausschuss entschied sich gegen Wohnanlage in Kaming

Einfamilienhäuser statt Wohnanlage für Gars-Bahnhof

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Hier sieht man den Vorschlag von Architekt Thomas Schwarzenböck aus Schwindegg für das Baugebiet Kaming in Gars-Bahnhof. Der Bauausschuss beriet darüber.

Gars - Wie groß die Parzellen, ob mit Wendeplatz oder ohne und mit welchen Möglichkeiten geeigneter Zufahrten man weiterplanen solle - all dies wurde beim Bauausschuss des Marktes Gars diskutiert. Es ging um die Baugebiete Kaming und Waldrand.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung des Bauausschusses in Gars stand an: Erste Ideen zum Bebauungsplan mit Vorstellung der Parzelleneinteilung durch den beauftragten Architekten. Für Gars-Bahnhof im Ausschuss dabei ist Werner Eder. Er entschuldigte wegen Urlaubs, auch sein Stellvertreter, Rainer Hubel fehlte urlaubsbedingt.

Zwar für die CSU des gesamten Gemeindegebiets gewählt, aber in Gars-Bahnhof wohnhaft und den Interessen der Bürger aufgeschlossen zeigte sich Michael Kasenbacher, der die beiden Grundstücke durchaus kennt und sich ebenso kreativ in die Diskussion um die Pläne einbrachte, wie auch die weiteren Ausschussmitglieder Anton Lentner, Franz Binsteiner und Georg Suittenpointner. Neuer Wohnraum wird in Gars-Bahnhof entstehen.

Planungsaufgaben nicht leicht

Durchaus eine Herausforderung stellen die Planungen für die Ausweisung des Bebauungsplanes für Gars-Bahnhof im Bereich der Grundstücke "Kaming" sowie "Waldrand" dar.

Der beauftragte Architekt Thomas Schwarzenböck aus Schwindegg stellte seine ersten Ideen für die Aufteilung der beiden Flächen vor.

Entlang des Kaminger Weges beispielsweise ist derzeit der Gemeindeweg ein ungeteerter Sandweg. Schwarzenböck brachte zwei unterschiedliche Vorschläge für die Aufteilung des 4.155 Quadratmeter großen Areals in die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses mit. Auf einer der Skizzen war neben Parzellen mit Einfamilienhäusern auch ein Grundstück für ein Mehrfamilienhaus eingezeichnet. "Mietwohnungen sind gefragt, auch hier in der Region", zeigte ich Schwarzenböck überzeugt.

Den Ausschussmitgliedern sagte der Vorschlag mit Wohnanlage nicht sonderlich zu. Lediglich Gemeinderat Anton Lentner fand es eine gute Sache, viel Wohnraum auf relativ geringer Fläche zur Verfügung zu stellen. "Ich fände das wichtig und richtig, wenn auch ein Mehrfamilienhaus Platz bekommen würde", zeigte sich Lentner überzeugt. Werde doch ohnehin weltweit besonders viel Platz und Grünfläche verbaut.

"Ich denke, dass ein Mehrfamilienhaus zwar interessant sein könnte, aber es besteht immer auch die Gefahr, dass sich dafür kein Investor findet", heißt es von Gemeinderat Michael Kasenbacher. Er zeigte sich überzeugt davon, dass für Gars und die Region Einfamilienhäuser am gefragtesten seien und ja auch entlang des Kaminger Weges bisher schon Einfamilienhäuser stünden, es somit also auch ein schönes Ortsbild ergeben werde.

Im Gebiet in Kaming war der Zuschnitt der Grundstücke nicht einfach für den Architekten, zweireihig eingeplante Parzellen hätten die Grundstücke enorm klein gemacht, einreihig wären die Flächenabschnitte nach Ansicht von Schwarzenböck enorm groß aufgeteilt. "Heutzutage sind große Grundstücke nicht mehr so gewünscht", informiert Schwarzenböck die Ausschussmitglieder.

Bürgermeister Norbert Strahllechner glaubt durchaus, dass kinderreiche Familien Bedarf an großen Grundstücken hätten und ist sich sicher, dass eine gute Mischung aus kleineren und größeren Flächenangeboten genau dem Bedarf der Bürger decken könnten.

Mülltonnen müssen nach vorn gebracht werden

Mit sechs Parzellen am Kamingerweg werde nun weitergeplant. Einen Wendeplatz für Müllfahrzeuge möchten die Gemeinderäte nicht im hinteren Bereich der neu entstehenden Bebauungsfläche. Es schmälere und störe die Anreiner in einer der Parzellen, kam als Einwand. Den Wendeplatz hatte der Architekt dringend empfohlen, weil der bisherige Feldweg irgendwann endet in dem Bereich und manche Bauvorhaben ohne solch einen Wendeplatz gar nicht mehr von Behörden genehmigt werden. Am vorderen Bereich könnte ein Wendeplatz entstehen, rieten Ausschussmitglieder. Der Planer versprach, dies in die nächsten Vorschläge mit aufzunehmen.

Am Waldrand dem Schatten entfliehen

Dieser Plan zeigte den Bauausschussmitgliedern das Baugebiet am Waldrand in Gars-Bahnhof.

Weiter ging es mit den Parzellen "am Waldrand". Damit man im Bereich der Häuser der Schattenwirkung ausweichen kann, hat Architekt Thomas Schwarzenböck die offene Bauweise gezielt so angedacht und geplant, dass das Sonnenlicht genutzt werden kann. Fünf Parzellen könnten auf dem gut 3800 Quadratmeter entstehen, inklusive Garagen sind die Einfamilienhäuser eingezeichnet. Die jeweilige Einfahrten wären jeweils über der bereits vorhandenen Industriestraße vorgesehen. Lediglich eine Parzelle bräuchte einen eigenen Privatweg, um zum eigenen Anwesen zu kommen. Dieser Weg sei dringend erforderlich, weil es sonst keine andere Zufahrtsmöglichkeit für die Hauseigentümer gibt", erklärt Schwarzenböck seinen Vorschlag.

Von 400 bis gut 700 Quadratmetern werden die Parzellen nun aufgeteilt. In einer der nächsten Sitzungen soll sich der Gemeinderat mit den detaillierten Planungen durch den Architekten auseinandersetzen.

Für die Anwohner wichtiger Hinweis: Es bleibt bei einer offenen Bauweise. Die Abstandsflächen bei den Bebauungen werden vorgeschrieben und eingetragen. Als nächstes kommt der Vorentwurf mit weiteren Vorschlägen und Ideen der Ausarbeitung durch den Architekten.

Die ersten Gedanken für beide Baugebiete in Gars-Bahnhof jedoch stimmten die anwesenden Ausschussmitglieder zuversichtlich, dass gute Lösungen für die weitere Bebauung gefunden werden und so weiterer Wohnraum im Gemeindebereich entsteht.

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