Ära Dötterl geht zu Ende

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Mit einer Goldmedaille und Blumen verabschiedete Landrat Georg Huber (Mitte) Dr. Hubert Dötterl mit Frau Ursula.

Haag - Am Haager Krankenhaus geht eine Ära zu Ende: Dr. Hubert Dötterl wird zum 1. September in Ruhestand gehen. Zur offiziellen Verabschiedung würdigte ihn Landrat Georg Huber als herausragenden Chefarzt.

"Mehr traurig als erfreulich" zitierte Mühldorfs Landrat Georg Huber Schiller bei der Verabschiedungsfeier. Dr.Dötterl habe sich in einer Region von Landshut bis Rosenheim um die medizinische Versorgung "mehr als verdient gemacht und "nutzbringende Spuren" hinterlassen." Mit klaren Zielvorstellungen habe er das Haager Krankenhaus in schwierigen Zeiten bestandsfähig gemacht: "Haag wäre ohne ihn nicht das, was es heute ist." Da der scheidende Internist mehr als seine berufliche Pflicht geleistet habe, so der Landkreischef, boome heute die Klinik Haag. Huber würdigte Dötterl ferner als Pionier der Atemtherapiegruppe und Öffentlichkeitsarbeit: "Er hat die Zeichen der Zeit erkannt." Mit Blumen und Goldmedaille dankte Landrat Huber Dr.Hubert Dötterl und seiner Frau Ursula im Namen der Landkreisbevölkerung.

"Eine Epoche geht zu Ende", resümierte auch Geschäftsführer Heiner Kelbel zum Abschied des dienstältesten Chefarztes des Landkreises. Er habe Haag über 20 Jahre maßgeblich geprägt. Mit breitem Fachwissen sei er als Oberarzt von Landshut gekommen und habe sich ständig fortgebildet in Bereichen vom Rettungsdienst bis zur Naturheilkunde. Der "stets korrekt gekleidete" Chefarzt sicherte laut Heiner Kelbel den Standort Haag in den turbulenten Zeiten der Reformen und finanziellen Kürzungen. Er habe sich an die Spitze des Bürgerbegehrens zum Erhalt des Haager Krankenhauses gestellt. Zu seinem hervorragenden Ruf hätten nicht zu letzt seine Ideen beigetragen: Die Öffentlichkeitsarbeit, die Einrichtung des Schlaflabors, die Ärztefortbildung und "Haager Gesundheitsgespräche".

Dr.Wolfgang Richter, ärztlicher Direktor der Kreiskliniken, bezeichnete Dr.Dötterl als Markenzeichen für Haag, der auch in stürmischen Zeiten Tausende von Patienten betreut habe: "Man ist nicht ins Krankenhaus, sondern man ist zum Dötterl gegangen." Er habe Haag zukunftsfähig gemacht und hinterlasse nun große Fußstapfen. Sein Nachfolger könne diese aber ausfüllen. Dr.Stephan Clarmann, Nachfolger und Chefarzt, erinnerte an seine Lehrjahre in Mühldorf, wo es schon immer geheißen habe: "Beim Dötterl in Haag kann man etwas lernen." Er wünschte seinem Vorgänger den Erhalt von Gesundheit und Vitalität. Seine 20 Jahre, so Dr.Hubert Dötterl, seien angesichts des Bestandes der Haager Klinik mit 130 Jahren nur ein Teil. Gerade in seiner Zeit aber habe sich viel geändert. Die Verweildauer der Patienten von 14,5 Tagen sei während seiner Dienstzeit auf die Hälfte gesunken. Lange habe er früher als einziger Facharzt Tag und Nacht Bereitschaft geschoben. Der Standort Haag und die ortsnahe Versorgung seien ihm stets am Herzen gelegen. Beim Kampf um den Erhalt hätten ihn viele "Kämpfer" unter Führung von Dr. Winfried Weiß unterstützt.

Dr.Dötterl räumte in seinem Rückblick aber auch ein, dass die Jahre der Unsicherheit auch kräftezehrend gewesen seien. Er dankte allen Mitarbeitern, besonders Chefsekretärin Marianne Kainz als "zentrale Leitstelle" des Krankenhauses, und Dr. Bernhard Grabmeyer als Vorsitzenden des Fördervereins. Seine Empfehlung zum Abschluss: "Seid zuversichtlich!" Unter den zahlreichen Geschenken fielen eine Malerausrüstung, eine Betonmaschine und eine Notration aus Haager Lebensmitteln für Dötterls neue Wahlheimat in den italienischen Marken auf.

xy/Mühldorfer Anzeiger 

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