"Diskussion mit Herzblut"

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Haag - Für den Kontakt mit der Basis hatte die Haager CSU Landrat Georg Huber im Gasthaus Maier in Stauden für eine "Diskussion mit Herzblut" zu Gast.

Neben Aktuellem von Bildung bis Seniorenpolitik galten Diskussion und Kritik der Gesellschaft allgemein: Bei weniger Geld brauche es mehr Einsatz. Die knapp zweistündige "Diskussion mit Herzblut" forderte und freute Landrat Georg Huber. Mit den Gesprächsteilnehmern war er sich letztlich einig, dass die Zukunft ein Umdenken erfordere. Nicht mehr alles dürfe nach dem Geld beurteilt werden. Es solle mehr die "menschliche Seite" zur Geltung kommen.

Eines der Themen war die Krippe mit einer spürbaren Skepsis gegenüber immer mehr Einrichtungen für Kleinkinder, die den Müttern den Weg in die Arbeitswelt freigeben. "Die ersten drei Jahre gehören die Kinder zur Mutter", so Schorsch Kurzmaier von Winden. Das solle der Staat fördern, nicht das Abgeben der Kleinen an öffentliche Institutionen.

Das war vor Jahren noch richtig, so Landrat Georg Huber, als meist der Verband von Großeltern und Eltern Zeiten und Finanzen auffing. Heute habe sich der gesellschaftliche Druck erhöht: "Alle fahren in den Urlaub." Vermehrt forderten die Frauen heute Lebensstandard.

Unternehmer Ludwig Schletter stellte fest, die Motivation fehle häufig. Junge Leute klinkten sich aus der Kindererziehung aus: "Die wollen keine Kinder, dafür gutes Gehalt und gute Rente." Der Staat solle endlich solche Mütter in der Versorgung und Rente berücksichtigen, die zuhause Kinder erziehen.

CSU-Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß, der die Diskussion leitete, verwies auf die Notwendigkeit. Eltern von Scheidungskindern seien auf Kindernester und Kindergärten angewiesen, wenn sie die Arbeit nicht verlieren und in Sozialhilfe abfallen wollten. Am Gemeindekindergarten habe man früher keinen Bedarf nachmittags gehabt, jetzt sei man ausgebucht.

Einen weiteren Gesprächsschwerpunkt bildete das Haager Krankenhaus. Vorweg hatte Landrat Georg Huber die Haager gelobt, dass sie darum einst gekämpft hatten. Jetzt könnten sie stolz sein. Der Landkreis habe hier eine medizinische Einrichtung für Innere Medizin, Geriatrie und Rehabilitation aufgebaut, die auf Grund ihrer Fachkompetenz über die Grenzen hinaus bekannt wurde und bis in den Münchener Raum hinein immer stärker angenommen werde.

Erstmals, so der Landkreischef, habe man heuer schwarze Zahlen geschrieben. Die Ärzte müssten auch sparen. Trotzdem sei das Ärztehaus verwirklicht. Haag dürfe damit als Zentrum mit High-Tec-Versorgung gelten. Er klärte, dass beispielsweise Brüche und Schnittwunden bei Unfällen aus Haftungsgründen nicht behandelt werden dürften. Über einen ambulanten Unfallchirurgen für Haag denke man nach.

Sorgen bereitet dem Landkreis die Bevölkerungsentwicklung. Immer mehr Junge wandern in die Landeshauptstadt ab. Die Geburten nehmen ab. Engpässe sind künftig für Fach- und Pflegepersonal zu befürchten. Diese Tendenz sollen die Gemeinden aufhalten. Der Landkreis leiste in seiner Seniorenpolitik Hilfestellung.

Ziele sind Lernen und Studieren vor Ort im Landkreis, Ganztagesbetreuung der Kinder vom Kindernest bis zur Schule mit Übergangshilfen, die der Landkreis im Pilotprojekt testet. Positive Resonanz erfuhr man nach den Unterlagen von Landrat Georg Huber mit der Hilfe für sozial schwache Eltern: "Das spart uns den Heimplatz." Dennoch stiegen die Ausgaben für Kinder, Jugend und Soziales ständig an. Für die Kommunen gebe es deshalb künftig nur einen Weg: Mit weniger Geld mehr Gemeinschaftsleistung schaffen.

xy/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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