Neumarkter müssen länger auf Ortsumfahrung warten

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Neumarkt-St. Veit - Ursprünglich sollte die Ortsumfahrung Ende 2011 fertiggestellt sein. Weil es Probleme beim Bau der Eisenbahnüberführung gibt, erfolgt heuer aber lediglich eine teilweise Freigabe.

Als Grund für die Verzögerung gibt das Staatliche Bauamt in Landshut Baugrundprobleme an, die sich im Bereich der im Bau befindlichen Eisenbahnüberführung über die neue Trasse der B 299 ergeben hätten. Entsprechend der ursprünglichen Planung ist laut Gilbert Peiker, Baudirektor am Staatlichen Bauamt Landshut, ein Brückenbauwerk geplant gewesen, das parallel zur Bahnstrecke erstellt worden wäre und nach Fertigstellung innerhalb eines von der Bahn vorgegebenen Zeitfenster eingeschoben werden sollte. „Leider hat sich herausgestellt, dass der Untergrund schlechter ist, als wir gedacht haben“, bedauert Peiker.

Sehr lehmiges und setzungsempfindliches Material sei bei den Aushubarbeiten zum Vorschein gekommen. Um die Einschubvariante weiter zu verfolgen, wäre ein Austausch von rund 36 000 Kubikmeter Erdreich notwendig – ein Ding der Unmöglichkeit, zumal die Sperrpause der Bahn lediglich 72 Stunden beträgt. Notwendig wären für diese Arbeit allerdings 150 bis 200 Stunden, ergänzt Stefan Leitner vom Staatlichen Bauamt Landshut. Dieses Zeitpensum könne die Bahn heuer nicht mehr zur Verfügung stellen, bestenfalls im nächsten Jahr. „Dazu müssten Verhandlungen mit der Bahn geführt werden“, sagt Peiker.

Brücke auf Pfählen?

Er will nach wie vor an diesem Bauverfahren festhalten, weil es das wirtschaftlichste ist. Die Alternative wäre eine auf Pfählen gegründete Brücke mit Hilfsbrücken, die zwei Sperrpausen benötigen würde und weitaus kostspieliger sei. Einziger positiver Aspekt des Baustopps am Bahndamm: Die für Juni anberaumte Sperrpause nutzt die Baufirma nun, um einen Durchlass am Bahndamm zu realisieren. Kosten liegen bei 11,3 Millionen Euro Schon jetzt liegen die Kosten für die Umgehungsstraße erheblich über dem Plan: Von ursprünglichen 7,6 Millionen sind sie auf rund 11,3 Millionen Euro angestiegen. Stefan Leitner: „Die Baufirmen haben derzeit viel Arbeit, die beiden noch zu bauenden Brücken am Fürstenweg und bei Straß kommen uns viel teurer als bei der Kostenschätzung angenommen.“ Doch sowohl Peiker als auch Leitner sehen keine Gefahr, dass der Weiterbau der Umgehungsstraße gefährdet ist: Ihnen sei keine begonnene Maßnahme bekannt, die nicht bis zum Ende finanziert worden sei.

Teilfreigabe noch dieses Jahr

Während die Arbeiten am Bahndamm ins Stocken geraten sind, gehen die restlichen unvermindert weiter. Bereits ab Donnerstag sollen auf dem Abschnitt zwischen Furth und Mayerhof die Asphaltierungsarbeiten beginnen. Denn: Zumindest für den nördlichen Teil der Umgehungsstraße – vom geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung zwischen der Staatsstraße 2086 und der B 299 bei Furth und dem Kreisverkehr bei Mayerhof – strebt das Bauamt eine Freigabe im letzten Quartal 2011 an. Die Gesamtbaumaßnahme wird laut Peiker erst gegen Ende 2012 fertiggestellt sein. Mayerhof - Furth wird heuer noch fertig Mit der Teilfreigabe dieses knapp 1,8 Kilometer langen Abschnittes der neuen B 299 wird der Verkehr außerhalb der Stadt Neumarkt-St. Veit abgewickelt, die Bahnhofstraße damit vom Schwerverkehr deutlich entlastet.

Die Schwierigkeiten bei der Bahnüberführung haben laut Bauamt keine weiteren Auswirkung auf den Bau der beiden noch ausstehenden Brücken entlang des Fürstenweges bei Mayerhof und bei Straß. Im Juni sollen die Arbeiten dafür beginnen. Bedauernd nahm Zweiter Bürgermeister Michael Asbeck beim Ortstermin die neuen Informationen des Straßenbauamtes zur Kenntnis. Positiv werte er den Plan, dass zumindest ein Teil der Strecke heuer noch für den Verkehr freigegeben werden soll, um so die Stadt und auch die Anwohner spürbar zu entlasten. je

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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