Die VERBUND AG investiert in den Ausbau der bayerischen Wasserkraft als eine der nachhaltigsten Energieformen, indem sie ihre Laufwasserkraftwerke optimiert und das vorhandene Potenzial noch besser ausnutzt.
Seit Ende Mai 2011 wird deshalb neben dem bestehenden Kraftwerk Gars ein zusätzliches Triebwerk gebaut, um künftig mehr Strom umweltschonend zu erzeugen. Bei einer Besichtigung der Baustelle mit Projektleiter Franz Mandl wurde die enorme Dimension des 20 Millionen Euro teuren Projektes deutlich sichtbar. Rund die Hälfte der Kosten fällt für den Rohbau an.
Nach den restlichen Stahl-Wasserbauarbeiten, unter anderem für die Verschlusstafeln und den Rechen, könne dann in zwei bis drei Monaten die Hauptmontage beginnen, freut sich Projektleiter Franz Mandl. "Da wird das Herzstück, die Turbine, antransportiert und eingebaut." Diese horizontale Kaplanturbine mit seitlich aufgesetztem und komplett wasserumspültem Generator hat einen Laufrad-Durchmesser von 3,65 Metern. Der Probebetrieb ist für März 2013 vorgesehen, und künftig soll das Triebwerk zusätzlich 13,7 Millionen Kilowatt Strom aus erneuerbarer Energie pro Jahr liefern, was dem Jahresverbrauch von 3400 Haushalten entspricht.
Diese "Revitalisierung" bestehender Stromerzeugungsanlagen, so der Verbund, sei eine wichtige Ergänzung der eigenen Ausbauvorhaben und ein Baustein zur umweltfreundlichen Nutzung heimischer erneuerbarer Ressourcen. Bereits in den Jahren 2004 und 2009 wurden an den Standorten Jettenbach und Wasserburg zwei Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einer Leistung von jeweils fünf Megawatt in Betrieb genommen, die jährlich Strom für 4000 Haushalte erzeugen.
Die Erweiterung des Verbund-Innkraftwerkes Gars mit einem zusätzlichen Triebwerk sei ein weiterer Schritt in diese Richtung, Die aktuelle Studie zur Bayerischen Stromversorgung im Jahr 2022 von Professor Thomas Hamacher von der TU München belege, dass 14 Prozent mehr an Wasserkrafterzeugung möglich sind. Die Energiewissenschaftler kamen in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass der Ausbau von Erzeugungskapazitäten wie Wasser, Wind, Sonne und Biomasse dringend notwendig ist und bis 2022 50 Prozent des in Bayern erzeugten Stroms aus regenerativen Energiequellen stammen können.
ba/Wasserburger Zeitung















