Vorbereitung auf das Interview? Nein, Pater Ulrich Bednara managt lieber noch mit dem Seelsorgeteam und den Damen im Büro mehrere aktuelle Ereignisse im Pfarrverband, immer bestrebt, die entsprechenden Wünsche und Bedürfnisse "unter einen Hut zu bringen".
So kennt man Dekan Pater Ulrich Bednara: Temperamentvoll, humorvoll und freundlich, immer in Aktion und den Blick stets auf das Wesentliche gerichtet, versieht der "Teammensch" mit großem Elan seinen Dienst als Priester und Leiter des Pfarrverbands. Aber auch Festen und gemütlichem Beisammensein ist er stets aufgeschlossen.
Im Jahr 2012 kann Bednara aus ganz persönlichen Anlässen feiern: Im Rahmen des Pfarrfestes begeht er am kommenden Wochenende sein 25-jähriges Priesterjubiläum, im November wird er 60 Jahre alt. Letzteres nimmt ihm allerdings keiner ab, jeder schätzt ihn jünger ein.
Irgendwie wurde ihm der Priesterberuf doch "in die Wiege gelegt": In der Familie habe es immer wieder Pfarrer gegeben, unter anderem seinen Großonkel. In der Jugend war er als Ministrant, Lektor und Gruppenleiter aktiv. Bednara wurde aber zunächst Bankkaufmann und übte diesen Beruf fünf Jahre aus. Am Clemens-Hofbauer-Kolleg in Bad Driburg in Ostwestfalen holte er dann sein Abitur nach, um Kinderarzt zu werden. Daneben war ihm allerdings auch die Theologie ein Anliegen. Dazu hatten unter anderem seine guten Kontakte zum Militärpfarrer, der lebenskundliche Unterricht bei der Bundeswehr, sehr viele Exerzitien und die beeindruckende Soldatenwallfahrt nach Lourdes beigetragen.
Auf den Rat eines mit dem Vater gut bekannten Redemptoristenpaters hin ordnete Ulrich Bednara schließlich seine Interessen neu: Theologie war jetzt das gewünschte Hauptfach, intensiv wollte er sich daneben aber auch mit medizinischer Ethik befassen.
1980 trat er in Forchheim in die Gemeinschaft der Redemptoristen ein, studierte in Hennef an der Ordenshochschule und wurde am 19. Juli 1987 in Gars zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Erzieher vor allem auch am Internat in Gars und war später dessen Leiter. Am Gymnasium wirkte er als Religionslehrer und Schulseelsorger. 2002 wechselte Bednara in die Pfarrei Gars, deren Pfarrer er 2005 wurde. Außerdem ist er Leiter eines großen Pfarrverbands mit inzwischen sechs Pfarreien und wurde 2009 zum Dekan des Dekanats Waldkraiburg gewählt.
Die einst studierte "medizinische Ethik" habe ihm schon oft in seinem Priesterleben ganz wichtige Zusatzerkenntnisse vermittelt, stellt der Ordensgeistliche fest: Ärzte stehen immer wieder vor einem Punkt, wo sie mit ihrer Kunst nicht mehr weiter kommen. Da kommen ihnen ethische und religiöse Überlegungen zugute. Sowohl der Priester als auch der Arzt würden vielfältig mit Leid und Tod konfrontiert. Medizinische Ethik und Theologie helfen dann, die anvertrauten Menschen gut zu betreuen, Erlebtes zu verarbeiten und mit den Grenzbereichen des Lebens noch besser umzugehen. Deshalb ist Pater Ulrich Bednara auch Notfallseelsorger.
Anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums blickt Pater Bednara auf einen äußerst erfüllten Lebensabschnitt im Dienste der Menschen und als Redemptorist, des Ordens vom Heiligsten Erlöser, zurück: "Was ihr den geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan!" sage Christus dazu. Seiner Berufung will Pater Ulrich Bednara sich auch weiter uneingeschränkt und mit äußerstem Engagement stellen und geht nach der Abgabe von Haag an den neuen Pfarrer mit umso mehr Elan und Tatkraft an seine Aufgaben.
Die Feier seines Priesterjubiläums begann am Dienstag mit einer Einladung beim Kardinal in München, am kommenden Sonntag erweisen ihm beim Garser Pfarrfest der gesamte Pfarrverband und die Marktgemeinde die Ehre.
ba















