News-Ticker zum Terror in Würzburg

Herrmann zu Grenzkontrollen: "Das können wir nicht mehr so laufen lassen"

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Joachim Herrmann

Würzburg - Ein 17-Jähriger hat in einem Zug in Würzburg ein Blutbad angerichtet, zwei Menschen kämpfen noch immer um ihr Leben. Alle aktuellen Informationen lesen Sie hier im News-Ticker.

  • Angela Merkel hat ihren Sommerurlaub unterbrochen: Wir berichten im Live-Ticker von der Pressekonferenz, in der sie sich unter anderem zur Axt-Attacke in Würzburg äußern wird. 
  • Ein Attentäter hat am Montagabend in einem Zug bei Würzburg Fahrgäste mit einer Axt und einem Messer attackiert. Er wurde von der Polizei auf der Flucht erschossen. Vier Menschen wurden schwer verletzt.
  • Zeugen berichten, dass der Täter "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben soll, die Polizei hat in seinem Zimmer bei seiner Pflegefamilie eine handgemalte IS-Flagge gefunden. Zudem hat die Terrormiliz Islamischer Staat die Tat für sich reklamiert.
  • Der Täter (angeblich aus Afghanistan und 17 Jahre alt) hat sich in einem Bekennervideo als IS-Kämpfer inszeniert. Die Polizei hat inzwischen Zweifel an seiner angegebenen Identität, in seinem Zimmer wurden angeblich pakistanische Dokumente gefunden.
  • Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch die Ermittlungen zu dem Fall übernommen.
  • Unionspolitiker fordern am Mittwoch mehr Sicherheitsmaßnahmen.

Ticker aktualisieren

+++ 21.57 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach dem Axt-Angriff eines Flüchtlings in Würzburg ein strengeres Vorgehen bei den Grenzkontrollen gefordert. Wer ohne Papiere einreise und seine Identität nicht belegen könne, müsse zunächst an der Grenze festgehalten und überprüft werden, sagte Herrmann am Mittwochabend im BR Fernsehen. „Das können wir nicht mehr so laufen lassen.“

Herrmann verlangte auch schnellere Verfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. Der 17-jährige Asylbewerber aus Afghanistan, der in einem Regionalzug mehrere Menschen verletzte, sei bereits im Juni 2015 nach Deutschland eingereist. Sein Asylverfahren sei seitdem aber nicht vorangekommen: „Er ist nicht angehört worden. Es sind auch keine Fingerabdrücke genommen worden“, kritisierte Herrmann. 

„Das ist eines der Defizite, die wir ja seit Monaten beklagen, dass wir hier immer noch nicht in wirklich regelmäßigen und geordneten Verfahren sind, dass es Tausende nach wie vor in unserem Land gibt, wo das Verfahren immer noch nicht richtig durchgeführt wird.“

+++ 20.44 Uhr: Angehörige der Hongkonger Opfer des Axt-Angriffs sind am Mittwoch in Würzburg eingetroffen. Die Familien würden unter anderem vom chinesischen Generalkonsul aus München sowie Mitarbeitern der Botschaft in Berlin betreut, sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl. 

In der Klinik werden drei der fünf Opfer der Tat vom Montagabend behandelt. Dabei handelt es sich nach Angaben des Klinikums und Informationen der Deutschen Presse-Agentur um den Vater (62) der Urlauberfamilie aus Hongkong sowie den Freund (30) der Tochter.

Die beiden Männer schweben nach wie vor in Lebensgefahr. Auch eine 51-jährige Frau wird dort behandelt. Die Passantin wurde von dem Attentäter während dessen Flucht angegriffen.  

Die 26 Jahre alte Tochter der Familie aus Hongkong wurde ins Klinikum Nürnberg gebracht. Sie ist inzwischen außer Lebensgefahr. Ein weiteres Opfer wird in der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg behandelt - es muss sich dabei um die Mutter (58) handeln. 

Merkel verurteilt Gewalttat - und kündigt Konsequenzen an

+++ 20.10 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Axt-Angriff in einem Zug in Würzburg ein entschiedenes Vorgehen gegen Gewalttäter zugesichert. „Wir werden alles tun, was von Seiten des Staates und seiner Sicherheitsbehörden getan werden kann, um jede Form von gewaltbereitem Extremismus zu entdecken und zu unterbinden“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin nach einem Gespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May

„Es gibt noch vieles aufzuklären rund um die Person des Täters und um die Hintergründe seiner Tat.“ Sie habe „alles Vertrauen“ in den Generalbundesanwalt und die übrigen beteiligten Behörden, „dass alles getan wird, um Klarheit zu schaffen und gegebenenfalls aus diesem tragischen Fall Schlüsse zu ziehen.“

Merkel wünschte den Verletzten Genesung und würdigte den Einsatz von Ärzten und Helfern. „Ich danke der Polizei, die tat was sie konnte, um noch mehr Opfer zu verhindern und die Gefahr für die Bevölkerung zu bannen“, fügte die Kanzlerin hinzu.

+++ 19.12 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Anschlag von Würzburg als "unfassbar grausame Tat" verurteilt. Sie danke der Polizei, die getan habe, "was sie konnte, um noch mehr Opfer zu verhindern und die Gefahren für die Bevölkerung zu bannen", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. 

Zur Person des Täters gebe es "noch vieles aufzuklären". Sie habe volles Vertrauen in die Generalbundesanwaltschaft und andere Behörden, "dass alles getan wird, um Klarheit zu schaffen und Schlüsse zu ziehen", betonte die Kanzlerin.  

Flüchtlings-Demonstration am Mittwoch nach der Attacke bei Würzburg.

+++ 17.44 Uhr: In Würzburg haben syrische Flüchtlinge ihre Anteilnahme für die Opfer des Axt-Attentats gezeigt.  

+++ 17.32 Uhr: Die Ermittler gehen immer noch davon aus, dass der 17-jährige Täter aus Afghanistan stammt. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Landtag in München. Man gehe aber auch anderslautenden Hinweisen nach. Das müsse die Kriminalpolizei nun ermitteln. Wann das Bekennervideo erstellt wurde, ist nach Angaben Herrmanns ebenfalls noch unklar. Und auch zu den telefonischen Kontakten des 17-Jährigen in den Tagen vor der Tat gebe es noch keine Ermittlungsergebnisse.

Herrmann: Aufenthalt ohne Ausweispapiere problematisch

+++ 17.29 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat dazu aufgerufen, alles nur Denkbare gegen die Radikalisierung junger Menschen zu unternehmen. „Wir müssen natürlich alles dafür tun, dass Menschen, die sich in unserem Land aufhalten, nicht radikalisiert werden.“ Das gelte aber auch für Menschen aus Deutschland, nicht nur für Migranten.

Im Fall des 17-Jährigen sieht Herrmann indes keinerlei Anzeichen, dass hier etwas schief gelaufen sein könnte - im Gegenteil. „Eine noch intensivere, bessere Betreuung kann man sich kaum vorstellen.“

Grundsätzlich erneuerte Herrmann die Forderung, die Identität von Asylbewerbern noch früher zu klären. Es sei problematisch, wenn sich Flüchtlinge ohne Ausweispapiere erst einmal beliebig lange im Land aufhalten könnten. Das müsse sich ändern. Das sei aber ein „grundsätzlicher Ansatz“ - unabhängig vom Fall des 17-Jährigen. Hier gebe es weiterhin keine Hiweise, dass dieser schon bei seiner Einreise vor einem Jahr gewaltbereit oder radikalisiert gewesen sei.

Herrmann wandte sich erneut gegen eine Pauschalverdächtigung von Flüchtlingen. Zwar gebe es unter Muslimen leider immer wieder eine kleine Minderheit, die sich radikalisieren lasse. Und wegen des hohen Anteils von Muslimen unter den Flüchtlingen gebe es „rein zahlenmäßig“ eine gesteigerte Gefahr. Das sei eine „statistische Feststellung“. Der Innenminister betonte allerdings: „Es gibt aber deswegen keinerlei Anlass, Flüchtlinge pauschal in irgendeiner Weise zu verdächtigen.“

+++ 17.19 Uhr: Terroranschläge sind fester Bestandteil der Strategie des Islamischen Staates (IS). Ihr "Repertoire" reicht von koordinierten Anschlagsserien wie in Paris oder Brüssel bis zu den Angriffen von Einzeltätern.

Diese „Einsamen Wölfe“ müssen gar nicht in direkter Verbindung zum IS stehen, sondern wurden oft allein durch die Dschihad-Propaganda radikalisiert. So hat IS-Anführer Abu Mohammed al-Adnani Anhänger ausdrücklich zu Taten wie in Nizza oder Würzburg aufgerufen. Je stärker der IS in Syrien und im Irak militärisch unter Druck gerät, desto häufiger dürfte er Anschläge verüben. Damit will die Miliz die Botschaft verbreiten, dass sie immer und überall zuschlagen kann.

Welche Rolle sie in Würzburg spielte, ist immer noch unklar. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

+++ 16.56 Uhr: In der Union werden Forderungen nach mehr Sicherheit laut. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert eine stärkere Videoüberwachung, die CDU/CSU-Fraktion drängt auf ein Strafgesetz gegen Werbung für terroristische Vereinigungen. 

Reaktionen nach Axt-Angriff: Erst einmal Ruhe verbreiten

+++ 16.20 Uhr: Die Zeugen des Attentats im Regionalzug bei Würzburg haben sehr unterschiedlich auf die Tat reagiert. Einige hätten stark geweint, andere apathisch vor sich hin gestarrt - auch abhängig davon, wie nah sie das Geschehen verfolgt hätten, berichtete der Notfallseelsorger Ulrich Wagenhäuser. „Manche saßen oder standen direkt nebendran.“ Einer der Mitreisenden habe das Rauchen wieder angefangen und in kurzer Zeit eine halbe Schachtel Zigaretten geleert. Wagenhäuser war in der Nacht zum Dienstag als einer der ersten am Tatort in Würzburg-Heidingsfeld.

Das Wichtigste für ihn und seine Kollegen sei zunächst gewesen, Ruhe zu verbreiten. „Ich habe ihnen gesagt: Ihr seid jetzt aus dem Zug raus, es ist vorbei, ihr seid jetzt an einem sicheren Ort.“ Es helfe den Betroffenen schon, wenn jemand für sie ansprechbar sei. Manchmal reiche als Erste Hilfe auch eine schlichte Flasche Wasser. „Man muss nicht immer gleich was sagen.“ Die Reaktionen der Opfer auszuhalten, sei jedoch „nicht immer einfach“, sagte der 54-Jährige.

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte schirmten die Betroffenen ab. Das habe ihm Angst gemacht, sagte Wagenhäuser: „Wenn du das siehst, hast du schon ein leises Bedenken im Hinterkopf.“ Dann befragten die Einsatzkräfte die Menschen in der schwülen Nacht. „Es ist ein Spagat zwischen Menschen in einer psychischen Belastungssituation und der Polizei, die Fragen stellen muss.“

+++ 15.46 Uhr: Der Attentäter wurde von vier Polizei-Kugeln getroffen. Zwei der Schüsse waren tödlich, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Bardo Backert am Mittwoch mitteilt. Wie viele weitere Schüsse genau abgegeben wurden, die den 17-Jährigen jedoch verfehlten, müsse noch untersucht werden.

Der junge Mann sei von einem der beiden Polizisten, die ihn stellten, wohl seitlich in den Kopf getroffen worden. Backert sprach von einem „dynamischen Geschehen“, bei dem das Verhalten der zwei Beamten aller Wahrscheinlichkeit nach gerechtfertigt gewesen sei. Seine Behörde werde das Geschehen jedoch im Detail überprüfen.

Der Attentäter sei nur etwa drei Armlängen von einem der beiden Polizisten entfernt gewesen. „Er war unvermittelt da und lief aus einem Gebüsch mit maximaler Geschwindigkeit auf die Beamten zu.“ Der 17-Jährige habe versucht, mit einem Beil auf einen der Beamten einzuschlagen. Die Polizisten hätten keine Möglichkeit zum Ausweichen gehabt. In dieser Situation hätten die etwas versetzt zueinander stehenden Beamten beide schnell reagieren müssen. Ein Schuss alleine stoppe einen Angreifer auch nicht sofort. Danach vergehe in der Regel noch etwas Zeit, bis der Getroffene zu Boden gehe.

+++ 15.23 Uhr: Am Nachmittag besucht eine chinesische Delegation die Opfer aus Hongkong in der UniKlinik in Würzburg. Wie mainfranken24.de berichtet ist der Generalkonsul aus München angereist, sowie die Familien der Opfer. 

Zwei Opfer nach Axt-Angriff bei Würzburg ins künstliche Koma versetzt

+++ 15.12 Uhr: Gegenüber der Mainpost hat sich Prof. Dr. Georg Ertl, der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik Würzburg, zum Gesundheitszustand der Zuginsassen geäußert. In seinem Krankenhaus werden die drei bei der Axt-Attacke verletzten Personen betreut, darunter eine Deutsche. Die zwei Patienten aus Hongkong, befinden sich seiner Aussage nach noch immer in einem kritischen lebensbedrohlichen Zustand. Sie wurden in ein künstliches Koma versetzt.

+++15:05 Uhr: Als Konsequenz aus der Axt-Attacke von Würzburg will Sozialministerin Emilia Müller mehr Schulungen für Betreuer von Flüchtlingen anbieten. „Wir müssen das Umfeld, das mit jungen Flüchtlingen in Kontakt kommt, noch stärker sensibilisieren: Die Betreuer, die Kommunen, die Helferkreise, die Pflegefamilien und die Ehrenamts-Koordinatoren in den Landkreisen nehmen wir bei unseren Maßnahmen in den Fokus“, sagte die CSU-Politikerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in München.

Wenn sich jemand verändere, sich zurückziehe, intensiver telefoniere, plötzlich übermäßig im Internet unterwegs sei, dann könnten dies Alarmzeichen sein. Hierzu werde es noch mehr Veranstaltungen und Schulungen geben.

Die Attacke des 17-jährigen Flüchtlings am Montagabend in einem Regionalzug lässt die Behörden und die bayerische Staatsregierung weiter ratlos zurück. „Niemand kann sich erklären, wie das passieren konnte“, sagte Müller. „Es hat nichts darauf hingedeutet.“ Der junge Mann sei stets optimal betreut worden, zuletzt sogar in einer Pflegefamilie - und sei unauffällig gewesen.

Die Ministerin räumte ein, trotz aller Bemühungen werde es eine hundertprozentige Sicherheit nie geben. Gleichwohl bekräftigte sie aber die CSU-Forderung nach effektiven Grenzkontrollen: „Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt.“

+++ 14:39 Uhr: Nach dem Axt-Angriff eines 17-jährigen Afghanen in einem Regionalzug bei Würzburg hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es bestehe der Verdacht, „dass der Attentäter die Tat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staats zielgerichtet begangen hat“, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit.

Der Schritt wird damit begründet, dass sich die Terrororganisation inzwischen zu der Tat bekannt habe. Außerdem habe das IS-Sprachrohr Amak ein Video des Attentäters veröffentlicht.

„Vor diesem Hintergrund ist zu klären, ob weitere bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren“, heißt es weiter. Die Bundesanwaltschaft ermittle daher wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes „gegen nicht namentlich bekannte Beschuldigte“. Zu weiteren Einzelheiten könnten aufgrund der laufenden Ermittlungen keine Auskünfte erteilt werden. Das bayerische Landeskriminalamt setze seine Ermittlungen fort.

Der Attentäter hat nach bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden keinen konkreten Auftrag vom IS erhalten. Es handele sich um einen Einzeltäter, der sich durch die Propaganda des IS „angestachelt“ gefühlt habe, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Der Fall liege vielleicht „im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror“. Er sprach sich für mehr Videoüberwachung, mehr Polizei, und besseren Schutz der Polizeibeamten aus.

Der Täter hatte am Montagabend in einem Regionalzug bei Würzburg vier Mitglieder einer Familie aus Hongkong verletzt. Auch eine Fußgängerin, die der Jugendliche auf seiner Flucht angriff, erlitt schwere Verletzungen. Kurze Zeit später wurde der junge Mann von Polizisten erschossen. Zwei seiner Opfer waren am Mittwoch weiterhin in Lebensgefahr.

Nach Axt-Angriff: Bundeskanzlerin dankt Einsatzkräften

+++ 14:20 Uhr: Nach dem Axt-Angriff in einem Zug in Würzburg hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Einsatzkräften gedankt. Die beteiligten Polizisten, Ärzte und Ersthelfer hätten getan, „was sie konnten, um die Bevölkerung vor weiterer Gefahr zu beschützen und um den Schwerverletzten so rasch wie möglich zu helfen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Nun sei die weitere Arbeit der Ermittler zu unterstützen, damit die richtigen Schlüsse aus diesem „schockierenden Angriff“ gezogen werden könnten. Merkel wünschte den Verletzten körperliche und seelische Genesung.

Seibert bekräftigte mit Blick darauf, dass der Täter als Flüchtling nach Deutschland gekommen war: „Die grauenhafte Tat eines Einzelnen kann nicht eine große Gruppe von Menschen diskreditieren.“ So hatte sich bereits auch der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), geäußert.

+++ 14.01 Uhr: Nach den Anschlägen von Nizza und Würzburg hat die europäische Polizeibehörde Europol vor weiteren terroristischen Attacken in Europa gewarnt. Anschläge von Einzeltätern wie in Nizza und Würzburg seien eine „bevorzugte Taktik“ der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie auch von Al-Kaida, heißt es in einer am Mittwoch in Den Haag veröffentlichten Analyse zu den jüngsten Anschlägen. „Beide Bewegungen haben mehrfach Muslime in westlichen Ländern aufgerufen, individuelle Anschläge in ihrem Wohnland zu verüben.“

Die Angriffe zeigten auch, so Europol, dass solche Einzeltäter kaum rechtzeitig aufzuspüren und Anschläge zu verhindern seien. Die Terrorismus-Experten von Europol analysierten die Anschläge von Orlando, Nizza, Magnanville und Würzburg.

Auch wenn der IS die Verantwortung für die jüngsten Anschläge übernommen hatte, sehen die Experten keinerlei direkte Verbindung. Es gebe keine Beweise, dass der IS diese vier Anschläge „geplant, logistisch unterstützt oder direkt ausgeführt“ habe. Es gebe auch keine Beweise, dass die Attentäter tatsächlich aktiv einer IS-Gruppe angehörten.

+++ 14.00 Uhr: Nach der Axt-Attacke eines 17-Jährigen Flüchtlings bei Würzburg hat Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) den Generalbundesanwalt aufgerufen, das Verfahren an sich zu ziehen. „Nach dem Bekennervideo liegt Terrorismusverdacht nahe, eine Tat, die sich möglicherweise ganz grundsätzlich gegen unser freiheitliches demokratisches Staatswesen gerichtet hat“, schrieb Bausback am Mittwoch auf Facebook. „Angesichts dessen sollte das Verfahren vom Generalbundesanwalt und der Bundesanwaltschaft übernommen werden.“

Die Bundesanwaltschaft ist für die Verfolgung von Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik zuständig. Dazu gehört auch islamistischer Terrorismus. Eine Sprecherin der Behörde hatte am Dienstag erklärt, man habe die Ermittlungen im Auge.

+++ 13.45 Uhr: Immer wieder kommt es zu Fällen in denen radikalisierte Einzeltäter Menschen angreifen und auch töten. Neben dem aktuellen Beispiel in Würzburg und Nizza, finden Sie hier einige Beispiele von Angriffen von Einzeltätern in Europa.

+++ 13.15 Uhr: Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bittet die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer eindringlich, sich von dem Attentat von Würzburg nicht in ihrem Engagement erschüttern zu lassen. Zugleich forderte der Minister am Mittwoch in Berlin „die aktive Mitarbeit der hier lebenden Muslime, auch der hier arbeitenden Moscheegemeinden“. Sie müssten einen Beitrag leisten zur Integration und Prävention und zur Früherkennung von Radikalisierungsprozessen .

De Maizière sagte an die Adresse der in der Flüchtlingsarbeit engagierten Ehrenamtlichen, die Arbeit sei für das Gemeinwesen in Deutschland unendlich wertvoll. „Wir brauchen Sie und wir sind Ihnen dankbar für Ihr Engagement. Machen Sie bitte weiter so.“ Und: „Lassen Sie sich durch den Vorfall in Würzburg nicht erschüttern in Ihrer für unsere Gesellschaft so wertvollen Arbeit.“

Die Helfer hätten in den vergangenen Monaten Überragendes geleistet in Pflegefamilien, in Sammelunterkünften, beim Sport, bei der Nachhilfe in Schulen bei Behördengängen. Viele von ihnen würden sich nun kritische und sorgenvolle Fragen stellen.

Das Statement des Innenministers Thomas de Maizière im Kurzprotokoll

+++ 12.26 Uhr: Zu der Frage, ob der Täter schon vorher hätte gestoppt werden können, möchte sich der Innenminister nicht äußern und verweist auf die laufenden Ermittlungen.

+++ 12.25 Uhr: Man könne nicht sagen, dass es keine Zusammenhang zwischen Flüchtlingen und Attentätern gibt. Die Gefahr sei aber immer schon gegeben gewesen.

+++ 12.21 Uhr: Nachfrage: Ist die deutsche Flüchtlingspolitik gescheitert? De Maizière: Die Flüchtlingszahlen sind nicht erst im letzten Herbst hoch gegangen. Beim Familiennachzug könne allerdings eine gefährliche Sogwirkung unter jungen Menschen ausgelöst werden.

+++ 12.20 Uhr: De Maizière (CDU) sieht bisher keinen Anlass, an der afghanischen Nationalität des Attentäters von Würzburg zu zweifeln. Gegen die Annahme, dass es sich um einen Pakistaner handele, spreche der Hinweis, dass möglicherweise auslösendes Motiv für den Angriff am Montagabend auf Reisende der Tod eines Freundes in Afghanistan gewesen sein solle, sagte der Minister am Mittwoch in Berlin. Ferner liege ein Antrag auf Zusammenführung der Familie vor - dieser beziehe sich auf Afghanistan und nicht Pakistan.

+++ 12.19 Uhr: Er hält eine Zuordnung der Staatsangehörigkeit für schwierig. Seiner Informationen nach gibt es einen Antrag auf Familienzusammenführung, der für das Land Afghanistan beantragt wurde. Verschleierungen der Identität können bei der Einreise passieren.

+++ 12.18 Uhr: Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) um einen Einzeltäter, der sich durch die Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat „angestachelt gefühlt hat“. Das Bekennervideo enthalte keine Hinweise auf eine Anordnung des IS.

+++ 12.16 Uhr: Laut de Maizière liegt der Fall im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror. Es handelt sich bei dem Täter allerdings um einen radikalisierten Einzeltäter.

+++ 12.14 Uhr: Er betonte, der Staat tue alles, um Anschläge zu verhindern. „Aber eine Garantie gibt es aber trotzdem leider nicht.“

+++ 12.15 Uhr: Der Innenminister bedankt sich bei allen die bei der Integration von Flüchtlingen mithelfen. Ihre Arbeit sei wichtig und nötig. 

+++ 12.12 Uhr: De Maizière fordert mehr Videoüberwachung, mehr Polizei, bessere Zusammenarbeit mit den Providern um die Propaganda im Netz einzudämmen. Bürger sollen

+++ 12.10 Uhr: Thomas de Maizière verliest derzeit ein Statement zur Attacke im Regionalzug bei Würzburg. Hier geht es zum Live-Stream auf phoenix.de.

Pflegeeltern mussten sich das Terror-Video ansehen

+++ 11.59 Uhr: Die Echtheit des Bekennervideos des Attentäters von Würzburg gilt mittlerweile als sicher. Nun hat der bayerische Innenminister ein schreckliches Detail zu dieser Nachricht bekannt gegeben: Laut Herrmann haben die Pflegeeltern den 17-Jährigen in dem Video identifiziert. Bei Ansicht des Videos haben die Pflegeeltern feststellen müssen, dass das Video in ihrer eigenen Wohnung, in seinem Zimmer gedreht wurde. "Das Video ist authentisch", sagt der Innenminister.

+++ 11.33 Uhr: Bisher ist noch unklar woher der Attentäter von Würzburg wirklich kam. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich nur als Afghane ausgegeben hat? Und welche Argumente sprechen dagegen? Hier finden Sie Antworten auf diese Fragen.

+++ 11.27 Uhr:

 

Die Kommunen fordern nach der Tat eine flächendeckende Einführung von Islamunterricht an Schulen gefordert. „Es ist angemessen, Islamunterricht auch an staatlichen oder staatlich kontrollierten Schulen anzubieten“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Dadurch gewinne der Staat mehr Kontrolle über die Erziehung muslimischer Jugendlicher.

Laut Kultusministerkonferenz (KMK) bieten zurzeit Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz islamischen Religionsunterricht an. Im Saarland wird ein solcher Unterricht derzeit in den ersten Klassen erprobt.

+++ 10.42 Uhr: Flüchtlingshelfer und Betreuer haben nach dem Axt-Attentat von Würzburg vor einem Generalverdacht gegen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gewarnt. Eine Gefahr könne genauso gut von Menschen ausgehen, die in Deutschland geboren oder aufgewachsen seien, sagte Niels Espenhorst vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Bumf) am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Den Jugendlichen müsse vertraut werden. Deutschland schütze sich nicht vor Terror, indem Misstrauen geschürt werde. "Wir können nur davor warnen, jetzt die unbegleiteten Minderjährigen als Gruppe unter Terrorverdacht zu stellen", sagte zuvor auch der Bumf-Vorsitzende Tobias Klaus der Zeitung "Die Welt". Wichtig sei vielmehr jetzt, "unsere guten Betreuungsstandards wieder voll anzuwenden und nicht abzubauen", warnte Klaus mit Blick auf entsprechende Bestrebungen der bayerischen Landesregierung. Die beste Prävention sei "gute Betreuung mit gut ausgebildeten Sozialarbeitern und Psychologen in kleinen Gruppen, die gefährliche Entwicklungen bei den Jugendlichen wahrnehmen und abmildern können".

Verfassungsschutz-Präsident äußert Zweifel an der Identität des Täters

+++ 9.42 Uhr: Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat Zweifel an der bislang vermuteten Herkunft des Axt-Attentäters von Würzburg. Es sprächen gute Gründe dafür, dass er sich unter einer anderen Identität gemeldet habe, sagte Maaßen am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Dies sei allerdings verbreitet und spreche nicht unbedingt für einen terroristischen Hintergrund.

Verfassungsschutzpräsident Maaßen warnte vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge. Der IS wolle mit derartigen Taten Schrecken und Angst verbreiten, sagte Maaßen. Die Menschen sollten glauben, "jeder Flüchtling könnte ein Terrorist sein und jeder jeder Mensch mit dunkler Hautfarbe könnte eine Axt oder ein Messer dabei haben". Dem müsse man sich entgegenstellen. "Es ist nicht so, dass jeder Flüchtling ein Terrorist sein kann", sagte Maaßen. Es seien nur wenige Menschen eingeschleust worden und es hätten sich auch nur wenige radikalisiert.

Hongkonger Eltern stellten sich zwischen ihre Kinder und den Täter

+++ 9.03 Uhr: Polizei- und Eisenbahngewerkschaft fordern nach der Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg von Bahn und Politik mehr Anstrengungen für die Sicherheit von Fahrgästen. „Die Bahn muss in diesen Bereich investieren“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der „Neuen Westfälischen“ (Mittwoch). Er sprach sich für einen Ausbau der Videoüberwachung in Bahnhöfen und Zügen aus und für eine bessere Ausbildung des Zugpersonals. Auch „Train Marshals“ - analog zu den „Sky Marshals“ in Flugzeugen - seien eine Option.

„Sky Marshals“ oder Flugsicherheitsbegleiter sind bewaffnete, verdeckte Sicherheitskräfte, die an Bord von Passagierflügen eingesetzt werden - in den USA bereits seit Jahrzehnten. Sie mischen sich unter die Passagiere und sollen notfalls Terrorangriffe verhindern. Seit kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 werden auch in Deutschland regelmäßig „Sky Marshals“ eingesetzt. Aus Sicherheitsgründen veröffentlicht die Bundespolizei keine Details über die Sondereinheit.

+++ 8.15 Uhr: Eine Verwandte der Hongkonger Familie, die bei dem Attentat in Würzburg verletzt wurde, schilderte gegenüber einer chinesischen Zeitung Details zu der schrecklichen Tat. Offenbar haben die Eltern sich heldenhaft zwischen den Attentäter und den Freund ihrer Tochter gestellt. Der Vater und der Freund liegen mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation.

+++ 8 Uhr: Die zwei schwerverletzten Opfer der Terror-Attacke von Würzburg schweben laut Polizei weiter in Lebensgefahr. 

+++ 7.13 Uhr: Der Attentäter von Würzburg hatte bei der Einreise angegeben, dass er Riaz Khan Ahmadzai heiße. Laut ZDF stimmt der Name, mit dem der Attentäter in Deutschland registriert war, nicht mit dem Namen ein, der von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angegeben wurde: Muhammad Riyadh.

+++ 6.50 Uhr: Trotz des Anschlags in Würzburg sieht Kanzleramtsminister Peter Altmaier kein erhöhtes Terrorrisiko durch Flüchtlinge in Deutschland. Er argumentiert mit Zahlen.

Der Tag nach der Axt-Attacke: IS reklamiert Tat in Würzburg für sich

+++ 22.20 Uhr: Bayerns Innenminister Herrmann hat sich am Dienstagabend erneut für eine verstärkte Kontrolle der Flüchtlinge und eine Begrenzung des Flüchtlingszuzugs ausgesprochen.

+++ 21.55 Uhr: War der Täter wirklich der, der er vorgab zu sein? Offenbar haben die Ermittler in Würzburg inzwischen Zweifel an der Identität des 17-Jährigen. Wie das ZDF aus Sicherheitskreisen erfuhr, gibt es Hinweise darauf, dass er nicht aus Afghanistan kam. In seinem Zimmer soll die Polizei laut dem "Zweiten" ein pakistanisches Dokument gefunden haben. Dazu spricht der junge Mann in dem Video auf Pashtu. Seine Aussprache soll demnach eher pakistanisch geprägt sein. Die Ermittler vermuten laut ZDF, dass sich der Mann als Afghane ausgab, um bessere Chancen auf Anerkennung als Flüchtling zu haben. Bei der Einreise nach Deutschland gab er an, 16 Jahre alt zu sein.

+++ 20.58 Uhr: Das bayerische Innenministerium hat die Echtheit des im Internet verbreiteten Bekennervideos zum Attentat von Würzburg bestätigt. „Der Mann auf dem Video ist der Täter von Würzburg“, sagte ein Sprecher von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

+++ 19.10 Uhr: Elfriede Ritter, Melanie Göttle und Günter Karban wohnen im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld im Röthenweg, direkt an der Bahnlinie. In der tz beschreiben sie, wie sie die Minuten nach der brutalen Attacke in dem Regionalzug erlebt haben. „Genau hinter unserem Haus hat der Zug gehalten“, sagt Günter Karban. Er saß zusammen mit seiner Lebensgefährtin Melanie Göttle am Montagabend gerade vor dem Fernseher, als sie plötzlich Hilferufe hörten und nach draußen schauten. „Zuerst sah ich einen Polizisten mit Maschinenpistole, dann kam jemand aus dem Zug hierhergerannt“, schildert er die dramatischen Minuten. „Dann hat es hier gewimmelt wie in einem Ameisenhaufen.“

Als er sah, wie schwer verletzt die Hongkong-Chinesen waren, habe er sofort seinen Verbandskasten sowie Decken und Tücher geholt. Dann waren auch schon die Retter da.

Bei der 72-jährigen Elfriede Ritter standen ebenfalls mehrere Fahrgäste im Garten. „Die waren voller Angst und Panik, haben sich gegenseitig umarmt und geweint.“ Sie hätten um Wasser und um etwas Süßes gebeten, erzählt sie weiter. „Ich habe ihnen alles gegeben. Mir kam das alles vor wie in einem Film, und ich hatte ja gerade noch Fernsehen geschaut. Auf einmal habe ich bemerkt: Das Blaulicht ist echt.“

Eine Nachbarin hätte sie gewarnt und aufgefordert, im Haus zu bleiben. „,Bleib drin!‘, hat sie gesagt, ,da ist ein Verrückter, der erschlägt die Leute mit einem Beil!‘“ Sie schloss daraufhin alle Fenster. „Ich hatte panische Angst. So etwas habe ich noch nie erlebt. Einer hatte den ganzen Kopf verbunden und weinte bitterlich.

+++ 18.20 Uhr: Der Schock in Ochsenfurt sitzt tief. So geht es den Menschen in dem Ort in der fränkischen Idylle am Tag nach dem Amoklauf.

+++ 17.25 Uhr: Inzwischen gibt es auch Details aus dem angeblichen Bekennervideo des Amokläufers.

+++ 16.59 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Erkenntnisse der Ermittler.

+++ 16.47 Uhr: Die Einschätzungen der Staatsanwaltschaft basieren vor allem auf dem Fehlen anderslautender Anhaltspunkte. "Er hatte vorher keinerlei Berührungspunkte mit dem IS." Die Malereien, und der Abschiedsbrief sind zeitlich nur schwer einzuordnen.

+++ 16.44 Uhr: Was ist mit dem Bekennervideo? Und hat niemand den Täter und seine Radikalisierung beobachtet? "Es gibt ein Video das wir haben. Derzeit wird die Identität festgestellt. Danach wird der Inhalt analysiert. Soweit sind wir aber noch nicht. Dass ein junger Mann aber innerhalb eines Jahres bei uns derart radikalisiert wird, macht uns Sorgen. Die Betreuer konnten aber nicht reagieren, denn es gab keine Anzeichen.

+++ 16.43 Uhr: Nun sind die Journalisten für Fragen an der Reihe.

+++ 16.42 Uhr: Der Tod eines Freundes des Täters war wohl letzten Endes der Auslöser für seinen Amoklauf. Der Afghane habe oft telefoniert. Das Handy war zunächst nicht auffindbar, konnte dann aber in der Nähe des Mainufers gefunden werden.

+++ 16.41 Uhr: Ein aufschlussreiches Zitat aus dem Block liest der LKA-Mann vor: "Und jetzt bete für mich, dass ich mich an diesen Ungläubigen rächen kann und bete für mich, dass ich in den Himmel komme."

+++ 16.39 Uhr: Auf einem College-Block in dem Zimmer des 17-Jährigen wurde eine Zeichnung der Flagge des IS gefunden. Ferner konnte durch einen Übersetzer der Abschiedsbrief an seinen Vater sichergestellt werden. Auf diesem wurde über "die Ungläubigen" geklagt.

+++ 16.36 Uhr: Der Täter "war gläubiger Sunnit, ist aber nicht regelmäßig in die Moschee gegangen. Er hat aber wohl privat gebetet." Auch der Auftritt des Täters in den sozialen Netzwerken habe keinerlei Aufschluss über einen islamistischen Hintergrund gegeben. Er habe aber vor 24 Stunden einen Post gegen "Feinde des Islam" veröffentlicht.

LKA: Der Täter kam 2015 über Passau nach Deutschland

+++ 16.32 Uhr: Nun ist das LKA an der Reihe: Die Ausrufe des Täters haben einen ersten Anhaltspunkt für die Ermittlungen gegeben. Es gebe einige Anhaltspunkte für eine Radikalisierung des Täters. Allerdings will auch der Sprecher des Landeskriminalamtes "keine Vorverurteilungen treffen", schließlich gebe es immer wieder neue Indizien. Der Täter habe am 30. Juni 2015 Deutschland via Passau betreten. Er habe einen Asylantrag gestellt. Es gab bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei polizeiliche Informationen über den Afghanen.

+++ 16.31 Uhr: "Ich verstehe überhaupt nicht wie Politiker, die im Sessel sitzen und weit entfernt sind fordern, dass man hätte schneller reagieren können. Wir haben uns bis in aller Frühe Gedanken gemacht, ob die Abgabe der Schüsse gerechtfertigt gewesen ist. Ich habe keinerlei Verständnis für irgendwelche Twitter-Sprüche, die das Ganze bewerten."

+++ 16.29 Uhr: Waren die Schüsse notwendig? "Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt. Es wäre nicht auszudenken, wenn der Täter in seinem Rausch noch weitergemacht hätte."

+++ 16.27 Uhr: "Zum Glück konnten sie den Täter mit den Schüssen stoppen. Ich bin froh, dass SEK-Beamte in diese Situation gekommen sind." Ein normaler Streifenbeamter hätte sich eventuell nicht seiner Haut erwehren können.

+++ 16.26 Uhr: Der Täter hat sich nach seiner Tat in einem Gestrüpp versteckt. Als die Beamten ihn suchten, verließ er dieses und ging mit erhobener Axt auf die Polizisten los. Er war drei bis vier Armlängen von den Beamten entfernt. Die Männer der SEK-Einheit konnten sich in dieser Situation nur noch durch Schüsse erwehren. Es wurden mindestens vier Schüsse abgegeben. Einer davon traf den Täter in die Stirn.

+++ 16.24 Uhr: Die beiden Polizeibeamten werden nicht als Verdächtige behandelt, sondern als Zeugen. Mittlerweile wurden sie durch das LKA umfassend vernommen. Es gibt ansonsten keine unmittelbaren Zeugen.

Staatsanwaltschaft: Der Amokläufer rief "Allahu Akhbar"

+++ 16.22 Uhr: Nun spricht der Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Würzburg. Diese habe die Ermittlungen bis zum frühen Morgen durchgeführt und später an die Staatsanwaltschaft Bamberg übergeben. Ihre Aufgabe sei es zu prüfen, inwieweit die Abgabe von Schüssen durch die Polizeibeamten "rechtmäßig war".

+++ 16.20 Uhr: Erneut wird die Arbeit der Polizisten gelobt, die auf die unglaubliche Situation gut reagiert haben. Besonders weil es drei verschiedene Tatorte gegeben habe: Der Zug, der Ort an dem die Spaziergängerinnen attackiert wurden und der Ort an dem der Täter erschossen wurde.

+++ 16.18 Uhr: Nun spricht wieder Gerhard Kallert und erklärt den Einsatz der Polizei. Diese habe sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine kümmerte sich um die Passagiere im Zug, die andere habe die Verfolgung des Täters aufgenommen. Die Zuginsassen wurden in eine Betreuungsstelle gebracht. Dort hätten Notfallseelsorger die Menschen betreut.

+++ 16.16 Uhr: Der Staatsanwalt lobt noch einmal ausdrücklich den Einsatz der Polizeibeamten. Dass der Täter, der mit "unbedingtem Tötungsvorsatz gehandelt habe",  dabei ums Leben kam sei "tragisch, eine Fortsetzung des Amoklaufs aber nicht hinnehmbar gewesen.

+++ 16.14 Uhr: Gegen 21.30 Uhr rief ein Passagier bei der Polizei an und meldete den Amoklauf. Im Hintergrund waren deutlich die Worte "Allahu akhbar" zu hören. Kurz danach zog ein Passagier die Notbremse. Der Täter betätigte die Notöffnung der Tür und floh in die Mainwiesen. Dort begegnete er zwei Spaziergängerinnen, auf die er ebenfalls losging. Er rief - während er mit einer Axt kraftvoll auf eine der Frauen einschlug - "ich mach dich fertig du Schlampe". Kurze Zeit später wurde er von einem der eintreffenden Polizisten erschossen.

Amokläufer von Würzburg handelte vorsätzlich

+++ 16.13 Uhr: "Er stieg mit dem Vorsatz in den Zug, die Ungläubigen dafür zu bestrafen, was sie ihm und ihm Nahestehenden angetan haben. Er bestieg mit einem Messer und einer Axt in einem Rucksack oder einer Tasche. Im Zug begegnete er einer ihm bekannten Mitarbeiterin der Asylunterkunft. Er ignorierte ihre Begrüßung und betrat eine Toilette. Danach verließ er diese und ging auf die Passagiere des Zuges los."

+++ 16.12 Uhr: Der 17 Jahre alte Täter war vor der Tat bei einer Pflegefamilie. Am Samstag vor der Tat soll er eine Nachricht bekommen haben, dass "ein naher Freund von ihm in Afghanistan verstorben ist."

+++ 16.11 Uhr: Nun spricht der Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Bamberg. "Die Gewalttat in dem Zug war wohl politisch motiviert." Deswegen wurden die Ermittlungen übertragen. Die tödlichen Schüsse der Polizei wird dagegen von der Staatsanwaltschaft Würzburg übernommen.

+++ 16.10 Uhr: Der zuständige Polizeipräsident Gerhard Kallert begrüßt die Anwesenden und fasst die Ereignisse der Nacht noch einmal zusammen.

+++ 16.05 Uhr: In Würzburg beginnt die Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft und der Polizei über die grausame Tat.

+++ 16.00 Uhr Das IS-Sprachrohr Amak hat im Internet ein Video verbreitet, das den Angreifer aus dem Regionalzug bei Würzburg vor dem Attentat zeigen soll. „Ich bin ein Soldat des Islamischen Staates und beginne eine heilige Operation“, sagte der Mann in dem Video, das am Dienstag von Amak veröffentlicht wurde.

+++ 15.50 Uhr: Nach bisher unbestätigten Meldungen hat der IS ein Droh-Video des Angreifers von Würzburg veröffentlicht.

+++ 15.30 Uhr: Noch sind viele Fragen offen: War der Täter wirklich ein IS-Kämpfer, wie die IS-nahe Agentur behauptet? Wir beantworten die wichtigsten Fragen nach dem aktuellen Wissenstand.

+++ 15.24 Uhr: Nach dem Axt-Angriff bei Würzburg hat der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki mehr Anstrengungen gefordert, um minderjährige Flüchtlinge vor den Botschaften der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu schützen.

Die jungen Menschen müssten möglichst viele Perspektiven für ihr eigenes Leben bekommen "und damit bestenfalls immun gegen eine religiös motivierte Radikalisierung werden", sagte Kubicki am Dienstag.

"Wenn Jugendliche keine sinnvolle Aufgabe haben, wird ihre Bereitschaft sinken, sich selbst in unsere Gesellschaft konstruktiv einbringen zu können", fügte Kubicki hinzu. "Wir müssen also alles dafür tun, dass die IS-Botschaften nicht auf fruchtbaren Boden fallen können."

+++ 15.15 Uhr:Kommt der Terror jetzt nach Deutschland? Noch sind die Hintergründe des Axt-Angriffs bei Würzburg ungeklärt, die Tat wirft aber Fragen zur Sicherheitslage in der Bundesrepublik auf. „Die grundsätzliche Gefährdungsbewertung für Deutschland ist unverändert“, erklärte das Bundesinnenministerium dazu am Dienstag. Auch Deutschland stehe bekanntermaßen bereits seit längerem im Fokus islamistischer Terroristen.

„Unsere Sicherheitsbehörden sind sehr wachsam und diese Wachsamkeit hat sich durch die Ereignisse der letzten Monate noch weiter erhöht“, teilte ein Sprecher weiter mit. „Selbstverständlich werden alle Maßnahmen der Sicherheitsbehörden lageangepasst überprüft und gegebenenfalls angepasst.“ Details dazu könne er nicht nennen.

+++ 14.36 Uhr: Der Anschlag sorgt für Entsetzen, Wut und Trauer. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Reaktionen.

+++ 13.22 Uhr: Nach der Tat des jungen Afghanen herrscht Verunsicherung wie viele radikalisierte Islamisten unter den Flüchtlingen nach Deutschland eingereist sind. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Fluchtursachen aus Afghanistan und die Gefahr von Radikalen unter den Flüchtlingen.

Axt-Attacke: Die Bilder zu den Ermittlungen

Joachim Herrmann spricht in einer Pressekonferenz - das Kurzprotokoll:

+++ Eine Zusammenfassung der Pressekonferenz finden Sie hier.

+++ 12.38 Uhr: Herrmann über grundsätzliche Verhaltensweisen der Bürger: "Jeder der verdächtige Wahrnehmungen macht, sollte lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Telefon greifen."

+++ 12.36 Uhr: "Ich hoffe, dass uns solche Taten erspart bleiben, grundsätzlich müssen wir aber davon ausgehen, dass an jedem Tag an jedem Ort etwas passieren kann. Ja, wir müssen uns darauf einstellen, wir dürfen uns damit aber nicht abfinden. Wir leben unser Leben weiter."

+++ 12.30 Uhr: "Ja wir stehen für eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen, einen unmittelbaren Zusammenhang will ich nicht herstellen"

+++ 12.28 Uhr: "Wir wollen die Polizeipräsenz verstärken. Aber es wäre unehrlich den Leuten vorzugaukeln, dass damit eine einzelne Wahnsinnstat verhindert werden könnte", sagt Herrmann.

+++ 12.25 Uhr: Bei dem gefundenen Text in Paschtu könnte es sich um einen Abschiedsbrief an den Vater des Täters handeln.

+++ 12.24 Uhr: Der Täter hat wohl am Abend den Zug bei Ochsenfurt bestiegen und wurde anscheinend sehr schnell aggressiv, so Herrmann. Die chinesische Familie sei nur zufällig in dem Zug gewesen. Auch andere Fahrgäste wurden angegriffen. Es sehe nicht danach aus, als sei der Täter gezielt auf die chinesische Familie losgegangen.

Joachim Herrmann bei der Pressekonferenz 

+++ 12.23 Uhr: Nach Angaben Herrmanns muss dringend geklärt werden, wie es sein könne, „dass jemand, der nach Wahrnehmung seiner Mitmenschen bislang eigentlich eher unauffällig war und auf keinen Fall als radikal erschien, sich mutmaßlich in kurzer Zeit dann plötzlich umorientiert“.

Herrmann: "Keine Pauschalverurteilungen gegen Flüchtlinge"

+++ 12.22 Uhr: Im Fall des Anschlag von Nizza mit einem Lastwagen seien die Bezüge zum radikalen Islam klarer als bei der Axt-Attacke von Würzburg, sagte Herrmann. Noch stehe nicht fest, inwiefern der 17-jährige Afghane Teil eines Netzwerks gewesen sei.

+++ 12.21 Uhr: "Es war ein Flüchtling und wenn er nicht da gewesen wäre, dann wäre das nicht passiert. Dennoch möchte ich keine Pauschalverurteilungen gegen Flüchtlinge aussprechen"

+++ 12.20 Uhr: Herrmann bestätigt, dass der Afghane auf der Flucht eine Frau verletzt hat. Sie gehöre allerdings nicht zu den schwerverletzten Opfern.

+++ 12.18 Uhr: Die Gerüchte, dass dem 17-Jährigen die Abschiebung gedroht haben soll, kann der Innenminister nicht bestätigen.

+++ 12.16 Uhr: Der Innenminister kündigt ein umfassendes Paket mit Maßnahmen an, um die Sicherheit deutlich zu erhöhen.

+++ 12.14 Uhr: Herrmann: "Nach bisherigem Ermittlungsstand finden sich bisher keinerlei Indizien vor Ort, die auf eine Vernetzung des jungen Mannes mit dem IS hindeuten"

+++ 12.12 Uhr: Bei der Durchsuchung haben die Beamten Schriftstücke in Paschtu gefunden. Der Täter soll laut Herrmann bislang nicht als radikal aufgefallen sein. 

Herrmann bei der Pressekonferenz: "Geschockt und entsetzt"

+++ 12.11 Uhr: Der Täter war seit März im Landkreis Würzburg und war im früheren Adolf-Kolping-Heim untergebracht. Seit zwei Wochen erst war der 17-Jährige bei einer Pflegefamilie untergebracht.

+++ 12.10 Uhr: Die Polizei schoss mehrfach auf den Täter. Der Ministerpräsident hat ausdrücklich der bayerischen Polizei gedankt für den konsequenten Einsatz, so Herrmann.

Für die Polizei sei der Eindruck entstanden, der Täter habe seine Tat noch nicht abgeschlossen, sagte Herrmann. Er sprach von einer „klaren Auftragslage“ für die Beamten, alles dafür zu tun, dass eine weitere Gefährdung anderer Personen ausgeschlossen werde. Die Polizei hatte den Täter erschossen.

+++ 12.08 Uhr: Laut Herrmann haben die Fahrgäste offenbar direkt mit dem Handy den Notruf verständigt. Als die Polizei eintraf, hatte der Täter den Zug offenbar schon verlassen und ist in den Ort geflüchtet. Als der Täter Richtung Main floh, konnte die Polizei ihn stellen.

+++ 12.07 Uhr: Herrmann: " Die schlimmsten Opfer sind eine Familie aus Hongkong. Bei der fünfköpfigen Familie schwebt derzeit noch eine Person in Lebensgefahr."

+++ 12.06 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann: "Wir sind alle geschockt und entsetzt über das schreckliche Geschehen gestern Abend."

+++ 12.04 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz in der Bayerischen Staatskanzlei in München. Joachim Herrmann will sich zu dem Anschlag in Würzburg äußern.

Eisenbahngewerkschaft fordert mehr Sicherheit in Bussen und Bahnen

+++ 11.59 Uhr: Nach der Axt-Attacke eines 17-Jährigen in einem Regionalzug bei Würzburg fordert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) höhere Investitionen in Sicherheit in Bussen und Bahnen. Es müssten mehr und vor allem gut qualifizierte Mitarbeiter in den Fahrzeugen im Einsatz sein, sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner am Dienstag. Auf jedem Zug, der durch Deutschland fahre, müsse mindestens ein Zugbegleiter eingesetzt werden. „In kritischen Bereichen fordern wir eine Doppelbesetzung sowie den Einsatz von qualifiziertem Sicherheitspersonal.“

Gleichzeitig müssten die Mitarbeiter aller Eisenbahnverkehrsunternehmen so geschult werden, dass sie wüssten, wie sie sich und Reisende in einer konkreten Bedrohung schützen, sagte Kirchner. Wichtig sei deshalb ein übergreifendes Sicherheitskonzept, dass für alle Bus- und Bahnbetriebe gelte. Die EVG will dazu in dieser Woche zu einem Runden Tisch einladen.

+++ 11.46 Uhr: Nach dem Messerangriff mit mehreren Verletzten in einem Regionalzug bei Würzburg haben die beiden großen Kirchen zu einem ökumenischen Gebet eingeladen. Das gemeinsame Mittagsgebet für die Opfer und deren Angehörige mit Dekan Jürgen Vorndran und seiner evangelischen Kollegin Edda Weise finde an diesem Dienstag um 12.05 Uhr im Würzburger Kiliansdom statt. „Wir fühlen uns hilflos angesichts dieses schrecklichen Ereignisses und laden ein, Fürbitte zu halten“, hieß es in der Einladung.

+++ 11.31 Uhr: Laut Landeskriminalamt war bei der Verfolgung und dem tödlichen Schüssen auf den Angreifer am Montagabend ein Sondereinsatzkommando zugegen. Die Spezialeinsatzkräfte seien zufällig auf dem Rückweg von einem Einsatz in der Nähe gewesen und als Verstärkung angefordert worden, so ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Der 17-Jährige Täter war auf der Flucht von Polizisten gestellt worden und griff die Beamten an. Daraufhin wurde er erschossen. An dem Vorgehen war Kritik laut geworden.

Die Gewerkschaft der Polizei hat das Vorgehen der Beamten mittlerweile verteidigt. „Wenn ein Beamter in der Situation nicht schießen darf, dann kann er die Waffe gleich abgeben“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. 

+++ Der bayerische Innenminister wird um 12 Uhr eine Pressekonferenz zum aktuellen Informationsstand zur Tat in Würzburg abhalten.

+++ 11.14 Uhr: Der Flüchtlings-Helferkreis in Ochsenfurt hat sich betroffen gezeigt über die Axt- und Messerattacke eines 17 Jahre alten Afghanen in einem Regionalzug bei Würzburg. „Wir sind sehr nah dran an den Flüchtlingen und haben absolut nur Positives zu berichten“, sagte eine Sprecherin des Helferkreises am Dienstag.

Unter den mehr als 250 dort betreuten Flüchtlingen seien rund 60 unbegleitete Minderjährige. „Es gab bei uns noch niemals in irgendeiner Form einen Vorfall. Es ist ein sehr friedlicher und guter Umgang miteinander, deshalb sind wir alle entsetzt und traurig“, sagte die Sprecherin mit Blick auf einen islamistischen Hintergrund der Attacke. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Attacke laut der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Amak für sich beansprucht.

Der Angreifer war nach ersten Erkenntnissen des bayerischen Innenministeriums vor etwa zwei Jahren als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Seit vergangenem Jahr war er als Asylbewerber registriert. Er habe seit einiger Zeit im Landkreis Würzburg gelebt, in einer Einrichtung in Ochsenfurt. Die letzten zwei Wochen habe er bei einer Pflegefamilie gewohnt.

+++ 11.01 Uhr:  Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, berichtete die IS-nahe Nachrichtenagentur Amak am Dienstag im Internet. Der Angreifer habe auf Aufrufe reagiert, die Länder der internationalen Koalition anzugreifen, die den IS bekämpfen.

Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. In ähnlicher Form hatte der IS zuvor die Verantwortung für das Attentat von Nizza übernommen. Eine Erklärung direkt von der Terrormiliz wurde danach bislang nicht veröffentlicht. Unklar ist in beiden Fällen, ob der IS dabei nur als Trittbrettfahrer auftritt.

+++ 10.35 Uhr: Nach der Axt-Attacke bei Würzburg hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu Wort gemeldet und reklamiert die Tat für sich. Laut der IS-nahen Agentur Amaq soll der Täter einer ihrer "Kämpfer" gewesen sein.

+++ 10.25 Uhr: Nach der Erschießung des Angreifers auf einen Regionalzug bei Würzburg hat das bayerische Landeskriminalamt (LKA) auch interne Ermittlungen aufgenommen. Dies sei ein üblicher Vorgang beim Schusswaffengebrauch von Beamten, sagte ein Sprecher in München. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie der Einsatz ablief und ob die Abgabe der tödlichen Schüsse gerechtfertigt war.

+++ 9.45 Uhr: Bei Twitter hat die Grünen Politikerin Renate Künast mit ihrer Bemerkung zum Vorgehen der Polizei gegen den 17-Jährigen Angreifer für Wirbel gesorgt. Sie wirft die Frage auf, warum die Polizei den Angreifer nicht handlungsunfähig machen konnte, statt ihn zu töten. Hier erfahren Sie mehr zu dazu.

+++ 9.18 Uhr: Mit Entsetzen haben die Behörden von Hongkong auf den Angriff auf Zuginsassen in Bayern reagiert, bei dem ihren Angaben zufolge vier Bewohner der chinesischen Sonderverwaltungszone verletzt wurden. Verwaltungschef Leung Chun Ying verurteilte den Angriff. Er äußerte am Dienstag seine "Sorge" um die Verletzten und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühl aus. 

"Eine fünfköpfige Familie aus Hongkong wurde in Würzburg in Deutschland in einem Zug angegriffen", erklärte die Einwanderungsbehörde der chinesischen Sonderverwaltungszone. "Uns wurde mitgeteilt, dass vier Bewohner von Hongkong dabei verletzt wurden." Die Behörden stünden in ständigem Kontakt sowohl mit dem chinesischen Außenministerium als auch Konsulaten in Deutschland und der deutschen Botschaft in Peking, "um die Situation zu verstehen".
Leung Chun-Ying sprach den vier Verletzten und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Repräsentanten der Hongkonger Wirtschaftsvertretung in Berlin besuchten die Opfer im Krankenhaus in Würzburg.

Zwei der Schwerverletzten schweben in Lebensgefahr

+++ 8.35 Uhr: Nach aktuellem Stand geht es zwei der vier Schwerverletzten sehr schlecht, die Ärzte kämpfen um ihr Leben. "Wir hoffen und beten für sie", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gegenüber Bayern 2. 

+++ 8.25 Uhr: Die Polizei hat im Zimmer des 17-jährigen Afghanen eine handgemalte Flagge der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefunden. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

+++ 8 Uhr: Nach Angaben der Bundespolizei befanden sich etwa 25 bis 30 Menschen in dem Zug, in dem sich der Amoklauf bei Würzburg ereignet hat. Er war kurz vor dem Ziel, als der Täter zuschlug. Jemand zog irgendwann die Notbremse, der 17-Jährige sprang aus dem Zug und flüchtete.

+++ 7.22 Uhr: Wie eine Zeitung aus Hongkong berichtet, handelt es sich bei den vier Verletzten um Vater (62), Mutter (58), Tochter (27) und deren Freund (31). Der 17-jährige Sohn, der ebenfalls dabei war, sei unverletzt davongekommen. Der Vater und der Freund hätten versucht, die anderen Mitglieder in der Gruppe vor dem Angreifer zu schützen. Weshalb sie durch Bayern reisten, ist bisher noch nicht bekannt.

Nach Amoklauf in Würzburg: Künast kritisiert bei Twitter Polizei

+++ 7.10 Uhr: Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat sich der Welle an Trauer-Tweets angeschlossen und dabei mit einem Satz jede Menge Kritik im Netz provoziert: "Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden????" Offenbar ist vielen nicht ganz klar, wie man angesichts eines solchen Horrors ausgerechnet diese Reaktion zeigt. 

+++ 7.04 Uhr: Die schreckliche Tat erinnert an eine Messerattacke in Grafing Bahnhof, die sich im Mai ereignet hat. Ein 27-jähriger Mann aus Hessen hatte einen 56 Jahre alten Fahrgast getötet und drei Menschen teils lebensgefährlich verletzt. 

+++ 6.54 Uhr: Etliche Pendler werden am Dienstagmorgen mit einem mulmigen Gefühl in ihre Züge steigen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann findet aber beruhigende Worte: Man gehe von einem Einzeltäter aus, die Gefahr in der Region sei gebannt. Die Menschen in Bayern könnten Dienstagfrüh ohne Sorge die Züge besteigen. 

Amoklauf in Würzburg: Schreckliche Szenen im Zugwaggon

In dem Zugwaggon haben sich schreckliche Szenen ereignet. 

+++ 6.40 Uhr: Die traurige erste Bilanz: Vier Fahrgäste wurden bei dem Amoklauf in Würzburg schwer verletzt, möglicherweise sogar lebensgefährlich, ein Fahrgast wurde leicht verletzt. Unter den Opfern sollen Mitglieder einer asiatischen Reisegruppe sein. 14 Mitreisende stehen unter Schock, in dem Zug müssen sich schreckliche Szenen zugetragen haben. Ein Anwohner berichtet von einem regelrechten Blutbad, "wie in einem Schlachthof" soll es ausgesehen haben. Bilder aus dem Inneren des Waggons belegen dies. Auf dem Boden des Abteils ist Blut zu sehen, daneben liegen zerknüllt eine Rettungsdecke und Verbandsmaterial. Passagiere seien nach der Tat aus dem Zug geklettert und hätten ihn nach einem Verbandskasten gefragt, berichtet der Anwohner.

+++ 6.30 Uhr: Die Ermittler prüfen derzeit, ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat. „Es gibt eine Aussage, dass er, kurz bevor er von der Polizei erschossen wurde, einen islamischen Ausruf gemacht haben soll“, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am frühen Dienstagmorgen der dpa. Laut Medienberichten handelt es sich bei der Aussage um "Allahu Akbar" ("Gott ist groß"). Nicht auszuschließen sei laut Herrmann auch ein Zusammenhang mit den Anschlägen von Nizza

+++ Dienstag, 6 Uhr: Inzwischen sind weitere Details zu dem Amoklauf in Würzburg bekannt. Bei dem Täter handelt es sich ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge um einen unbegleiteten Flüchtling aus Afghanistan. Wie Bild berichtet, soll er zuletzt bei einer Pflegefamilie in Ochsenfurt gewohnt haben. 

Amoklauf in Würzburg: Das waren die Fakten von Montagabend

In der Nähe von Würzburg hat ein Mann in einem Regionalzug Reisende angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Wie die Polizei am Montagabend in Würzburg mitteilte, attackierte der Täter die Fahrgäste mit Hieb- und Stichwaffen, darunter auch eine Axt.

Der Zug (RB 58130) war auf dem Weg von Treuchtlingen nach Würzburg, als es gegen 21.15 Uhr kurz nach dem Bahnhof Heidingsfeld passierte. Als der Täter flüchten wollte, wurde er von einem zufällig in der Nähe anwesenden Sondereinsatzkommando aufgespürt. Der Täter sei von der Polizei erschossen worden, als er die Beamten ebenfalls angriff. Das bestätigte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums am Montagabend in München.

Bei der Attacke sind vier Menschen schwer verletzt worden. Eine weitere Person sei leicht verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am späten Abend. Es gebe 14 weitere Betroffene, die sich im Zug aufgehalten hätten, aber nicht verletzt seien.

Der Zug fuhr den Angaben zufolge auf der Strecke Treuchtlingen-Würzburg. Er stand am späten Abend auf freier Strecke, nachdem er zwischen Ochsenfurt und Heidingsfeld gestoppt worden war. Zu den möglichen Hintergründen der Tat äußerte sich die Polizei zunächst nicht.

Bei dem Angreifer, der in einem Regionalzug bei Würzburg drei Menschen schwer verletzt hat, handelt es sich um einen 17-jährigen Afghanen. Das teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“ mit.

Amoklauf bei Würzburg: Bilder

vf/kg/dpa/afp

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