Illegaler Drogenhandel

Bundesweit größter Drogen-Webshop zerschlagen

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Drogen für mindestens 1,3 Millionen Euro sollen auf der Onlineplattform verkauft worden sein.

Verden/Hannover - Ermittler haben die nach ihren Angaben größte deutsche Internetverkaufsplattform für illegale Drogen zerschlagen.

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz seien bei einer Razzia bereits vor rund zwei Wochen fünf Verdächtige festgenommen sowie vier Kilogramm Heroin, 54 Kilogramm Amphetamin und 1,3 Kilogramm Kokain beschlagnahmt worden, erklärten die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden und die Polizei Hannover am Montag.

Nach Angaben der Ermittler soll die unter dem Namen "Chemical Love" agierende Gruppe sowohl über ein abgeschottetes Darknetforum als auch einen Webshop agiert haben, der offen und verschlüsselt über das Tor-Netzwerk erreichbar war. Sie soll mindestens seit Mai 2015 aktiv gewesen sein und Drogen für mindestens 1,3 Millionen Euro verkauft haben.

Fahnder kamen Bande durch internationale Schwerpunktaktionen auf die Spur

Bestellungen erfolgten demnach über einen foreninternen Messengerdienst, die Aufträge für den Webshop wurden über ein gängiges "Warenkorbsystem" abgewickelt. Als Bezahlung akzeptierten die Betreiber demnach ausschließlich die Digitalwährung Bitcoins, die Ware verschickten sie über den Postweg. Bis zu 50 Sendungen pro Tag zählten die Ermittler.

Auf die Spur der Bande waren die Fahnder im Zuge von internationalen Schwerpunktaktionen gekommen, bei denen Darknetforen und illegale Webshops gezielt unter die Lupe genommen wurden. Zuständig waren eine spezielle Ermittlergruppe der Polizeidirektion Hannover und die Zentralstelle Internetkriminalität der Verdener Staatsanwaltschaft, die Verdächtigen wurden dann später allerdings in Baden-Württemberg sowie Rheinland-Pfalz identifiziert.

In einer länderübergreifenden Aktion nahmen Polizisten die fünf Beschuldigten im Alter von 21 bis 60 Jahren am 14. April in Stuttgart und Weissach in Baden-Württemberg sowie im rheinland-pfälzischen Rülzheim fest. Sie sind seit dem Folgetag in Untersuchungshaft. Die weiteren Ermittlungen zu dem Fall werden von der Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz gemeinsam mit der Polizei Hannover geführt.

AFP

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