Laut Polizei kein Terrorhintergrund bei Bluttat in Reutlingen

Syrer tötet Schwangere: Täter und Opfer waren Kollegen

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Mann mit Machete tötet Frau in Reutlingen

Reutlingen - Nach den schrecklichen Gewalttaten in Würzburg und München, erschüttert ein weiteres schlimmes Verbrechen am Sonntag das Land. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Am Sonntagnachmittag tötete ein syrischer Asylbewerber (21) eine Frau
  • Zwei weitere Personen wurden verletzt 
  • Tatwaffe war eine Machete
  • Täter und Mordopfer arbeiteten beide in einem Döner-Imbiss
  • Vermutlich eine Beziehungstat und kein Terroranschlag. Die Frau soll schwanger gewesen sein
  • Syrer konnte festgenommen werden. Er wurde vorher von einem Auto bewusst angefahren und so gestoppt

UPDATE, 12 Uhr: Tatwaffe war Dönermesser

Bei der tödlichen Attacke in Reutlingen hat der Täter den Ermittlern zufolge ein Dönermesser verwendet. Es habe sich nicht wie zunächst mitgeteilt um eine Machete gehandelt, erklärte die Polizei am Montag.

dpa

UPDATE, 11.35: Täter und Opfer arbeiteten zusammen

Der mutmaßliche Macheten-Angreifer von Reutlingen hat mit der tödlich verletzten Frau in einer Gaststätte zusammengearbeitet. Wie gut sich die beiden kannten und ob eine intime Beziehung bestand, konnte der Polizeisprecher am Montagvormittag zunächst nicht sagen.

Der Verdächtige sei bereits wegen Körperverletzung, Diebstahl und Drogenbesitzes bekannt. Es gebe nach ersten Ermittlungen auch Hinweise auf psychische Probleme, sagte der Polizeisprecher. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus und versucht, die Hintergründe aufzuklären.

Mit einer Machete tötete ein Mann in der Innenstadt von Reutlingen am Sonntag die 45-jährige Frau und verletzte auf der Flucht fünf Menschen. Die Polizei wollte am Montag weitere Zeugen befragen.

Der mutmaßliche Täter, der intensivmedizinisch betreut wird, sei noch in der Nacht vernommen worden: „Er konnte fragmentarische Angaben machen“, sagte der Polizeisprecher. Das Zimmer des Verdächtigen in einer Flüchtlingsunterkunft in Reutlingen sei durchsucht worden. Die Polizei berichtete in ihren Mitteilungen, dass es sich „um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien“ handele. Einen Zusammenhang zwischen der Herkunft und der Tat sehen die Ermittler nicht.

Die 45-jährige Frau starb nach dem Macheten-Angriff an Kopfwunden, die der Mann ihr mit der 30 bis 40 Zentimeter langen Klinge zugefügt hatte. Fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der Mann war auf seiner Flucht mit dem langen Messer in der Innenstadt unterwegs und verbreitete Angst und Schrecken. Wie der 21-Jährige an die Machete kam, war laut Polizei zunächst unklar.

dpa

UPDATE, 9.20 Uhr: Polizei steht zur Nennung der Herkunft des Täters

Auf die schriftliche Mitteilung der Polizei, dass es sich bei dem Tatverdächtigen "um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien" handele, reagierten Menschen im Internet mit fremdenfeindlichen Kommentaren. "Für den Tathergang spielt es keine Rolle",räumte ein Polizeisprecher ein. "Aber wir nennen Ross und Reiter." Ob seine Herkunft oder sein Aufenthaltsstatus in einem Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, ließ die Polizei offen.

dpa

UPDATE, 6.45 Uhr: Kein Anhaltspunkt für Terror

Inzwischen gibt es eine ausführliche Pressemitteilung der Polizei zu der Tat. Der Asylbewerber aus Syrien habe offenbar als Einzeltäter agiert, Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund gebe es nicht.

Zeugen berichteten nach Angaben der Polizei, dass der Mann am Nachmittag in der Nähe des zentralen Omnibusbahnhofs mit einer Frau in Streit geraten sei und diese mit einer Machete angegriffen habe. Die Frau habe tödliche Verletzungen erlitten. Der Täter habe danach zudem eine weitere Frau und einen Mann verletzt. Zu Art und Schwere der Verletzungen konnte ein Polizeisprecher keine Angaben machen.

Zahlreiche Passanten wurden Augenzeugen der Tat. Es gebe keine Hinweise auf weitere Täter, hieß es.

Laut Polizei schlug der Mann mit der Machete wild um sich, bevor er die Waffe wegwarf und überwältigt wurde. Der Festgenommene sei der Polizei schon wegen mehrerer Körperverletzungen bekannt.

Über Notrufe sei zuerst gemeldet worden, dass ein Mann und eine Frau in Streit geraten seien. Der Sprecher sagte weiter, der 21-Jährige sei sieben Minuten nach dem Alarm um 16.27 Uhr festgenommen worden. Der Festgenommene wurde selbst verletzt. Er befinde sich in ärztlicher Behandlung und werde dann vernommen, sagte ein Polizeisprecher. Sein Motiv sei „Gegenstand der Ermittlungen“.

Nachdem der 21-Jährige die Frau getötet hatte, verletzte er Polizeiangaben zufolge noch eine weitere Frau und einen Mann. Die verletzte Frau habe in einem Auto gesessen, das mit zerschmetterten Scheiben am Tatort stehenblieb.

Ein anderer Autofahrer stoppte den mutmaßlichen Täter dann. Er habe den flüchtenden Angreifer mit seinem Wagen bewusst angefahren, bestätigte ein Polizeisprecher. Der Mann stürzte zu Boden, Polizisten nahmen ihn fest. Der Autofahrer hatte die Bluttat zuvor gesehen und sein Auto auf den Angreifer gesteuert.

Die Bluttat im Zentrum der 112 500 Einwohner zählenden Stadt, rund 40 Kilometer von Stuttgart entfernt, löste bei Augenzeugen Panik aus. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht mehr, teilte das Rathaus zwei Stunden nach der Tat mit.

Die Stadtverwaltung habe einen Führungsstab eingerichtet und unterstütze die Polizei bei ihrer Arbeit. Zahlreiche Einwohner hatten sich zuvor aus Sorge über Notruf bei der Polizei gemeldet. Sie waren unter dem Eindruck des Amoklaufs von München den Angaben zufolge von der Tat in ihrer Stadt stark verunsichert und verängstigt gewesen.

dpa

UPDATE, 21.45 Uhr: Täter von BMW gestoppt

Der Tatort in Reutlingen

Die Polizei hat nun bestätigt, dass der Asylbewerber nach dem Angriff auf die Frau von einem BMW-Fahrer gestoppt wurde. Der Wagen habe bewusst auf den Mann zugesteuert. Der Fahrer hatte die Bluttat zuvor als Zeuge beobachtet. Die BILD meldet, dass es sich dabei um Alper M., den Sohn des Dönerbuden-Inhabers, handelt. 

Möglicherweise wurden so Schlimmeres verhindert, denn der Syrer verletzte noch zwei weitere Menschen und schien in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen zu sein. 

Der Täter soll aus aus Aleppo stammen. Er habe als Servicekraft in dem Imbiss gearbeitet. Dort lernte er sein Opfer kennen. Auch die Polin arbeitete dort. Die Polizei geht von einer "Beziehungstat" aus. 

UPDATE - 19.45 Uhr: Video soll Tatort zeigen

Dieses Youtube-Video soll den Tatort zeigen:

UPDATE - 19.40 Uhr: Täter schlug angeblich auf Polizeiauto ein

Der Regionalsender rtf1 hatte einen Mitarbeiter vor Ort. Laut der Darstellung des Senders war es nicht der Sohn des Dönerbuden-Inhaber mit seinem BMW (UPDATE 18.55 Uhr), sondern ein Polizei-Streifenwagen, der den Täter außer Gefecht setzte. Dieser habe zuvor "Fuck the Police" gerufen und mit seiner Machete auf das Polizeiauto eingeschlagen. 

UPDATE - 19.25 Uhr: Kein Terror - offenbar privater Hintergrund als Motiv

Die Stuttgarter Zeitung und die Augsburger Allgemeine berichten, dass es kein Terrorakt war. Das Motiv ist offenbar im privaten Bereich zu suchen. 

Der Syrer sei vor etwa eineinhalb Jahren allein aus Syrien nach Deutschland gekommen. Hier habe er sich in in eine Polin verliebt, die ebenfalls in dem Imbiss als Reinigungskraft gearbeitet hat. Die Frau soll mit einem rund 80 Zentimeter langen Hackmesser getötet worden sein.

Gegenüber der Augsburger Allgemeine sagte ein Polizeisprecher, dass "keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag" vorliegen.

Syrer tötet Frau in Reutlingen

UPDATE - 18.55 Uhr: Noch schlimmere Gewalttat verhindert?

Offenbar hat der Sohn des Dönerbuden-Inhabers, vor dessen Geschäft sich der Angriff abspielte, eine noch schlimmere Gewalttat verhindert. Der 22-Jährige hat den Syrer wohl mit einem BMW umgefahren. Ein Augenzeuge zur BILD: "Danach lag er niedergestreckt am Boden und rührte sich nicht mehr."

Ebenfalls berichtet das Nachrichtenportal, dass die Getötete schwanger war.

UPDATE - 18.24 Uhr: Täter ist ein junger Syrer

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen polizeibekannten 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien, teilte nun das Polizeipräsidium Reutlingen in einer Pressemitteilung mit. 

Die Tat ereignete sich kurz vor 16.30 Uhr im Bereich des Zentralen Omnibusbahnhofs. Dort soll der Mann mit einer Frau in Streit geraten sein und sie danach mit einer Machete tödlich verletzt haben. 

Die Polizei war binnen weniger Minuten am Tatort und konnte den Asylbewerber festnehmen. Zuvor verletzte er jedoch noch eine weitere Frau und einen Mann.

Zum Motiv ist noch nichts bekannt.

Erstmeldung - 18.10 Uhr

In der Innenstadt Reutlingen (Baden-Württemberg) wurde eine Frau am Sonntagnachmittag mit einer Machete getötet. Zwei weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter wurde von der Polizei festgenommen. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.

Die Tat soll sich vor einem Döner-Laden in der Karlstraße nahe des Bahnhofs von Reutlingen ereignet haben.

Auf einem Foto, das die BILD-Zeitung von der Festnahme veröffentlicht hat, ist ein junger Mann mit südländischem Aussehen zu sehen. Zum Motiv und zu den Hintergründen der Tat ist jedoch noch nichts bekannt. 

Die Leiche der Frau liegt offenbar noch abgedeckt auf der Straße.

*Weitere Informationen folgen*

Quelle: rosenheim24.de

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