Kammer mildert gefordertes Strafmaß

Er schlug seine Frau mit einem Hammer: Lange Haftstrafe

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Landau - Weil er seine Frau mit Hammerschlägen schwer verletzt hat, ist ein Mann wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Der an einer Depression leidende 41-Jährige sei auf die Frau losgegangen, als diese arglos im Garten gesessen und gelesen habe, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Landau am Mittwoch. Zuvor habe es bei den bereits getrennt lebenden Eltern von fünf Kindern Streit gegeben. Dem Mann sei an diesem Tag klar geworden, dass es ein Zurück zu Familie und Ehe nicht geben werde. Er habe mit der Tat eine als unerträglich empfundene Lebenssituation gewaltsam beenden wollen.

Die Kammer zeigte auch Verständnis für den Mann, der zunehmend unter den familiären Spannungen gelitten habe. So habe seine Frau, die immer wieder in therapeutischer Behandlung gewesen sei und gegen seinen Willen noch einmal Kinder bekommen habe, sich permanent mit seiner im selben Haus lebenden Mutter gestritten. Schließlich sei er in eine Zwickmühle geraten und die Tötung der Frau sei ihm als einziger Ausweg erschienen. „Wir sehen in Ihnen keinen Kriminellen, keinen Verbrecher“, sagte der Vorsitzende Richter mit Blick auf den geständigen Mann.

Dieser habe neunmal mit dem Hammer gegen den Kopf seiner Frau geschlagen und sie gewürgt, ein Zeuge zog ihn weg. Die Staatsanwältin hatte acht Jahre Haft wegen versuchten Mordes gefordert, die Verteidigung viereinhalb Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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