Nach Tragödie in Dortmund

Straßenbahnunfall: Gerüchte stimmen nicht

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Dortmund - Nach dem schweren Straßenbahnunglück am vergangenen Samstagabend meldete sich nun die Polizei zu Wort. Sie dementierte Gerüchte, die den besten Freund des Opfers betreffen.

Ein schrecklicher Unfall trug sich am späten Samstagabend in Dortmund zu. Ein 20-Jähriger wollte zusammen mit seinem besten Freund gegen 23.55 Uhr die U43 in Richtung Innenstadt erreichen. Dabei wurde Jan N. zwischen zwei Bahnwagons eingeklemmt und ganze zehn Minuten lang über eine Strecke von 3,3 km - 6 Haltestellen - mitgerissen. Der Dortmunder wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. In einer Not-OP mussten ihm die Ärzte beide Beine sowie einen Arm abnehmen.

Polizei widerspricht Gerüchten

Wie die Ruhr Nachrichten berichten, vernimmt die Polizei seither Zeugen und versucht alle Facetten des Unfalls zu protokollieren. "Der genaue Unfallhergang lässt sich nicht in kürzester Zeit aufklären", so Polizeisprecherin Cornelia Weigandt.

Vermutungen, nach denen das Unfallopfer absichtlich über die Deichsel geklettert oder gesprungen sein könnte, wurden nun aus dem Weg geräumt. Nach Angaben der Mutter war Jan N. erst kürzlich am Knie operiert worden und aus diesem Grund gar nicht in der Lage ein derartig waghalsiges Manöver zu stemmen, erfuhr die BILD.

Auch Robin B., der beste Freund des Unfallopfers, gab laut BILD Auskunft zum Unfallhergang: Ihm zufolge wollten die beiden die Bahn unbedingt erwischen. Der hintere Waggon war bereits geschlossen, also hasteten sie weiter nach vorne. Dabei verlor der 20-jährige Jan das Gleichgewicht, kippte zwischen zwei Waggons und wurde von der abfahrenden Bahn mitgerissen.

Gerüchte laut denen der Freund des Unfallopfers umgehend nach den Geschehnissen den Notruf gewählt habe, dementierte die Polizei am Mittwoch. Er hatte das Unglück mit angesehen und stand wohl unter zu großem Schock, als dass er vernünftig handeln konnte. Einige Minuten nachdem die Bahn die Haltestelle "Knappschaftskrankenhaus" verlassen hatte, meldete ein Anrufer nämlich einen verwirrten, gelähmt wirkenden Jugendlichen, der am Boden saß.

Ein Kiosk-Betreiber leitet die Rettung ein

Erst zehn grausame Minuten später wird der Horrorfahrt ein Ende bereitet. Ein Kiosk-Besitzer rief um kurz nach Mitternacht an der Haltestelle "Von-der-Tann-Straße" den Notruf, da er die Rufe des 20-Jährigen vernommen hatte. Er klopfte sofort gegen die erneut abfahrende Bahn, woraufhin ein Fahrgast schließlich die Notbremse zog.

Laut Aussagen der Polizei hatten auch weitere Fahrgäste Rufe gehört. Da sie jedoch nicht wussten, woher diese stammten, wurde nichts unternommen. Die Feuerwehr befreite den Schwerverletzten schlussendlich und er wurde ins Krankenhaus gebracht.

af

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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