Weniger Drama und dafür mehr Anpacken!

Triftern: Drei Wochen nach dem Hochwasser

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200 Meter breit soll der Altbach gewesen sein

Triftern - "Die Kirche im Dorf lassen". Wenigstens das ist der von der Hochwasserkatastrophe im Landkreis Rottal-Inn stark betroffenen Marktgemeinde geblieben: Sie steht noch.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, heißt es. Das stimmt auch, jedenfalls meistens. Kurz nach der Hochwasserkatastrophe im Landkreis Rottal-Inn war das so. Jetzt, drei Wochen später, sind manche aktuellen Bilder aus dieser Region erst auf den zweiten Blick zu verstehen, die Dramatik, die dahinter steckt, zu erfassen.

Das Drama Anfang Juni

Zu einem 200 Meter breiten, reißendem Fluss soll der Altbach in Triftern – normalerweise würde man wohl Rinnsal dazu sagen – angeschwollen sein. Die plötzlichen Wassermassen setzten den Ortskern unter Wasser. Lange Zeit war auch für die Rettungskräfte auf dem Landweg kein Durchkommen. Vom Wasser Eingeschlossene mussten mit Hubschraubern gerettet werden.

Die Situation jetzt

Der Markt Triftern in einer Senke im Isar-Inn-Hügelland

Mittlerweile sind drei Wochen vergangen. Auf den ersten Blick ist Triftern der verträumte Markt in einer Senke im Isar-Inn-Hügelland. Rund 5200 Einwohner leben dort. Die Straßen sind sauber, die Kirche steht im Dorf und überhaupt: So ein Loch im gepflasterten Gehweg gibt’s doch überall mal. „Der Altbach führt etwas mehr Wasser als sonst“, sagen die Menschen aber das Gras ist grün und der Himmel blau.

Triftern: Drei Wochen nach dem Hochwasser 1

Das Gras auf den Wiesen könnte kontaminiert sein. Auf der Internetseite des Rathauses werden die Bauern aufgefordert, die Maht erst einmal abzutransportieren und auf einer befestigten Fläche zwischen zu lagern. An Hauswänden ist teilweise deutlich zu sehen, wie hoch das Wasser stand. Bei dieser Höhe in einem Schwimmbad, hätten selbst Erwachsene Probleme, den Kopf noch über Wasser zu halten. Eine Markierung an einer Hauswand zeigt, um wie viel höher die Flut dieses Mal war.

Triftern: Drei Wochen nach dem Hochwasser 2

Die Erdgeschosse betroffener Häuser sind ausgeräumt. Die meisten Möbel wie die aus Küche, Ess- oder Wohnzimmer sind zum Fall für den Sperrmüll geworden. Wofür vielleicht noch ein Kredit aufgenommen wurde, wird jetzt mit Campingstühlen ersetzt

Diese und viele andere Brücken sind erst einmal nicht befahrbar

Triftern hat mit seinen Außengemeinden eine Fläche von über 61 Quadratkilometern. Viele Zufahrtsstraßen sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Die eine oder andere Brücke über einen Bach gibt es nicht mehr. 200 Brückenbauwerke sollen in der Region betroffen sein.

Der neueste Stand

Das Rathaus hält die Betroffenen auf dem neuesten Stand, was zu tun ist, wo es Hilfe gibt und es warnt vor Betrügern.

"Es häufen sich die Meldungen dass im Gemeindegebiet Triftern und im Stadtgebiet Simbach am Inn Gutachter aus verschiedenen Großstädten unterwegs sind. Diese geben sich als von der Gemeinde oder dem Landratsamt geschickte Gutachter aus! Bitte gehen Sie nicht auf solche Angebote ein. Für Infos bzgl. Gutachter sollen sich Ihre Bürger bitte an das Bürgertelefon wenden (08561-20725)."

Auch wenn viele Bilder mehr sagen als tausend Worte: das ist auf keinem zu sehen.

Quelle: rosenheim24.de

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