Tief, tiefer, Tiefsee - die ersten tauchen ab

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Reporterin Eva Heime besucht die Tiefsee-Ausstellung.

Rosenheim - Seit heute können sich die Besucher in die Tiefen des Meeres stürzen. Rosenheim24-Reporterin Eva Heime macht den Erlebnis-Check in der Tiefsee-Ausstellung. 

Gerade noch funkeln die Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Die Wärme zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Doch dann geht es rein. In den Lokschuppen, durch die Drehschranke, in die Dunkelheit: Rein in die Tiefsee. Meine Augen zucken zusammen. Es ist stockdunkel. Da muss ich mich erst einmal daran gewöhnen. Meeresrauschen, Geblubber vermischt sich mit Walrufen.

Die Buchstaben an den Wänden schwimmen mir entgegen: "Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund...", sagte Jules Verne 1869.

Eindrücke der Tiefsee-Ausstellung

Lesen Sie auch:

-Ferienprogramm - in die TIEFSEE abtauchen!

- Ein Meeresbürger-Rathaus für Rosenheim!

- Schon mal abgetaucht für die Ausstellung

- Eintauchen in die Tiefsee-Welten

- Zum „Abtauchen“ in die Tiefsee eingeladen

- Besorgniserregende Entwicklung der Weltmeere

- "Tiefsee" im Lokschuppen

Es geht weiter. Ich tauche ab in die Tiefe. An der Wand erscheinen düstere Umrisse von Planktonschnee. Wenn ich einen Taucheranzug an hätte, würde ich wirklich glauben, durch die Ausstellung zu schwimmen. Hin und wieder zieht eine Qualle, ein Fisch oder ein Wal vorbei.

Ich gehe einen Raum weiter. Da glubscht mich ein leuchtender kleiner Fisch an. Große Kulleraugen und viele, nadelartig spitze Zähne. Das Maul weit aufgerissen, als könnte er jeden gleich mit einem Happen verschlingen. Zum Glück schweben alle diese Tiefsee-Tiere in kleinen Aquarien, die mit Alkohol gefüllt sind: ein Viperfisch, Teufelsangler, Grubenaal oder Eidechsenfisch. Alles Präparate oder Modelle, keine lebenden Tiere, aber wie echt.

Unglaublich, dass es in über 4000 Metern Tiefe von Leben nur so wimmelt: 10.000 Arten von Fischen und winzigen Organismen, wie Krebse und Würmer, sind schon bekannt, doch bis zu zehn Millionen unentdeckte Organismen werden in den Tiefen des Ozeans noch vermutet.

Eindrücke von der TIEFSEE-Ausstellung

Zwei Schritte weiter fällt mein Blick auf einen riesigen Klumpen. Es ist eine Lavakugel. Meine Fingerspitzen werden kälter. Die Lavakugel aus der Tiefsee fühlt sich rau an. Es kribbelt, wenn man über die unebenen Stellen streicht. Auf einem kleinen Schild wird mir erklärt, dass die heiße Gesteinsschmelze auf das kalte Wasser trifft und es sich aufgrund der extrem schnelle Abkühlung eine dünne Schicht Gesteinsglas bildet.

Nebenan, einen Raum weiter, gluckert es. Gerade hat jemand auf einem großen Monitor das Wasser der Weltmeere abgelassen. Symbolisiert durch ein Waschbecken, bei dem man den Stöpsel rausziehen kann. Auf dem Bildschirm erscheint die Erde. Eine Erde, von der das Wasser verschwindet. Staubtrocken ist alles. So könnte kein Lebewesen mehr existieren.

Eröffnungsfeier Tiefsee-Ausstellung

Dann drehe ich mich um. Eine nur schwach blau-schwarz beleuchtete Treppe bringt mich an Bord der großen Forschungsschiffe. Hier dreht sich alles rund um die Tiefesee-Technik. Die Vorstellung, in einer kleinen Kugel mit anderen Menschen auf tausend Metern Tiefe zu verbringen, lässt meine Haare auf den Armen aufstellen. 

In einer Ecke steht ein nachgebauter Tauchroboter. Ohne diese Technik, wüssten wir wahrscheinlich gar nichts von der Tiefsee. Ich habe jetzt wirklich das Gefühl auf dem Meeresboden zu sein. Mit dem Joystick des Roboters versuche ich, wie in einem Computerspiel, das Unterwasserfahrzeug zu lenken. Übung macht den Meister. Mit den Greifarmen gelingt es mir, wie ein echter Forscher Proben zu sammeln.

Eine Station weiter "schwimme" ich noch an zwei Aquarien vorbei. In einem treiben die Anglerfische und in dem anderen döst eine Krake. Ganz friedlich heben und senken sich ihre Kiemen. Einen Namen hat der achtarmige Tiefseebewohner zwar noch nicht, den können aber die Ausstellungsgäste selbst bestimmen. 

Jetzt heißt es wieder auftauchen. Die letzten an die Wand gemalten Wörter  rauschen davon: "Nicht das Meer braucht uns, wir brauchen das Meer". Die Forschungsreise ist zu Ende. Durch einen Spalt schimmern schon die Sonnenstrahlen von draußen.

Beeindruckend, faszinierend und auch ein wenig unheimlich ist diese Ausstellung.

Ab sofort können auch Sie in die Tiefsee abtauchen. Noch bis zum 4. November hat die Ausstellung geöffnet. Mehr dazu unter www.lokschuppen.de

eh

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser