GATE: Es funktioniert!

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Der Techniker demonstriert Galileo. Auf den Computer-Monitoren wird der geortete Testbus als Pfeil dargestellt.

Berchtesgaden – Für die Anwesenden im kleinen Saal des Kongresshauses Berchtesgaden ist es ein spannender Moment. Funktioniert das sich im Test befindliche Satelliten-Navigationssystem Galileo oder nicht?

Wird die Live-Demonstration funktionieren, die Technik innerhalb der Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE) dem Wunsch der Entwickler entsprechend mitmachen? Erwin Löhnert von der Betreibergesellschaft ifen GmbH ist davon überzeugt. Überzeugt, dass der Testbus, der mithilfe der Galileo-Signale geortet werden soll, auf dem Demonstrationsbildschirm erscheint.

„In unserem Szenario zeigen wir einen typischen Testablauf in GATE auf“, sagt Löhnert. Die Überwachungs- und Kontrollsoftware funktioniert. Vor den im Saal errichteten Computermonitoren sitzt ein Techniker, der das Szenario überwacht, darauf achtet, dass jeder technische Einzelschritt Hand und Fuß hat. Man möchte zeigen, dass das Prestigeprojekt einwandfrei funktioniert, dass Skepsis unbegründet ist.

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Auf einer handvoll Übersichtsfenstern offenbaren sich dem Beobachter viele Tabellen, Zahlen, ein roter Punkt markiert den in Schönau am Königssee befindlichen Testbus, auf den in diesem Moment der Fokus gerichtet ist. Der Bus soll, sofern alles nach Plan läuft, am Bodnerlehen starten, ein paar hundert Meter fahren, wenden, und schließlich zum Zentralpunkt zurückkehren. Im sprichwörtlichen Auge behalten werden den Bus die Galileo-Sendestationen, die rund um den Talkessel herum auf den Bergen errichtet wurden und die Galileo-Satelliten im Orbit simulieren sollen. Erst ab 2014 soll Galileo dann richtig an den Start gehen und in Vollkonstellation arbeiten.

Das Modell gibt Auskunft: Acht Sendestationen simulieren Galileo im Talkessel.

Um das Testszenario starten zu können, wird zunächst die Systemgenauigkeit überprüft, Vorbereitungen getroffen, ehe der Techniker im Kongresshaus per Kurznachrichten-Implementierung die Info durchgibt, dass die Demonstration nun gestartet werden kann: „Alles ok. Der Test kann nun beginnen“, schreibt er und wartet auf das bestätigende „ok“ seitens der Testbus-Insassen. Nachdem diese reagiert haben, kann das Experiment losgehen, der Bus setzt sich langsam in Fahrt, als Beobachter erkennt man das an einem sich in Bewegung setzenden Pfeil, der sich auf einer Goole-Earth-ähnlichen Karte über eine dargestellte Straße bewegt. Metergenau ist die Darstellung des Pfeiles, „die Sendestationen funktionieren“, sagt Löhnert, der in der Vergangenheit bereits mehrere Projekte in der Galileo Test- und Entwicklungsumgebung betreut hat, von dessen Funktionsweise überzeugt ist.

Die GATE-Test-Infrastruktur steht allen Nutzern seit Sommer 2008 zur Verfügung. Im Herbst letzten Jahres wurde GATE auf acht Sendestationen erweitert, um auch Tests für das Galileo-Integrationskonzept der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zu unterstützen. Der Erfolg von Galileo hängt entscheidend von der kommerziellen Umsetzung ab, heißt es bei den Machern. Neue Produkte und Dienstleistungen seien dabei wesentliche Schlüsselfaktoren.

Quelle: rosenheim24.de

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