Georgiritt: ein Erlebnis für Jung und Alt

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Die Landsknechte aus der Frundsbergzeit mit dem Lindl.

Traunstein - Tausende Besucher haben am Ostermontag den traditionellen Georgiritt in Traunstein besucht. Sie säumten die fünf Kilometer lange Strecke zwischen dem Stadtplatz und dem Ettendorfer Kircherl.

Mit der stattlichen und rekordverdächtigen Zahl von 490 Pferden zogen die Teilnehmer beim gestrigen Georgiritt in Traunstein vom Stadtplatz hinauf zum Ettendorfer Kircherl.

Georgiritt in Traunstein

Sie bildeten bei idealem Festtagswetter die eindrucksvolle Kulisse für ein farbenfrohes Historienspiel, lebendiges Brauchtum und Bekenntnis zum christlichen Glauben, das viele tausend Zuschauer am Straßenrand verfolgten. Um den Erhalt und die würdige Ausgestaltung des Osterritts, einer der schönsten Umritte Altbayerns, kümmert sich jedes Jahr der 1891 gegründete St.- Georgs-Verein Traunstein.

Die Pfeiferlbuam spielten fleißig auf.

Nach dem Ruf des Herolds "Hie gut all Weg, alten Brauches pfleg, nach Ettendorf wir reiten, wie zu Väters Zeiten" setzte sich der Zug unter dem Geläut der Kirchenglocken in der Traunsteiner Innenstadt in Bewegung. Nach den Trommlern und Pfeiferlbuam kamen die Schwerttänzer. Es folgten die historischen Figuren wie der Lindl, der Eiserne Ritter, der unfreiwillig absteigen musste, und der Traunsteiner Pfleger Hans von Schaumburg mit den Burgfräulein sowie die Landsknechte aus der Frundsbergzeit.

Fesche Dirndln mit schön geschmückten Pferden ritten im Zug mit.

Den Kern des Georgiritts bildete wiederum die starke Trachtengruppe mit den bäuerlichen Reitern aus der Stadt und den umliegenden Landgemeinden mit ihren festlich geschmückten Rös-sern. Mähnen und Schweife der Pferde waren mit Perücken, Bändern und Papierblumen prachtvoll hergerichtet. Jede Abordnung eines Dorfes wurde von einem Vorreiter mit dem jeweiligen Bild des Kirchenpatrons auf der Standarte angeführt. In der geistlichen Gruppe waren die Geistlichkeit, die Engerl, die Bruderschaft, der St. Georg mit römischen Soldaten, die Postillione und die Reiter der Gebirgsschützen mit ihrem Ehrenoffizier Peter Gauweiler vertreten. Auf Festwagen fuhren Trachtengruppen, Musikkapellen und die Gebirgsschützenkompanie Traunstein mit.

In den Festkutschen begleiteten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Landrat Hermann Steinmaßl und Oberbürgermeister Manfred Kösterke, die Ehrenmitglieder des St.- Georgs-Vereins und Zweiter Bürgermeister Hans Zillner sowie die Stadträtinnen Ingrid Bödeker, Ursula Lay und Burgi Mörtl-Körner als Vertreter der Stadtratsfraktionen den Zug. Nach der Segnung in Ettendorf kehrten die Reiter mit ihren Pferden auf den Stadtplatz zurück. Bei der Stadtpfarrkirche St. Oswald wurden Ross und Reiter noch einmal von Stadtpfarrer Georg Lindl gesegnet.

Beim Schwertertanz triumphierte der Frühling über den Winter.

Ein weiterer Höhepunkt war wieder der Schwertertanz auf dem Stadtplatz, dessen lange Tradition durch eine Stadtkammerrechnung aus dem Jahr 1530 belegt ist. Seit 1926 wird er wieder regelmäßig aufgeführt. Der Tanz stellt die Austreibung des Winters durch den Frühling dar. Die Schwerttänzer und der in Rot gekleidete Frühling versuchen dabei, den Winter einzufangen. Der Winter wird durch zwei "Wurschtln" dargestellt, die zunächst noch ihre Späße treiben. Am Ende werden sie jedoch mit einem symbolischen Schnitt durch die Kehle unschädlich gemacht.

Der Frühling triumphiert schließlich doch und er wird auf einer aus den Schwertern gebildeten Rose in die Höhe gehoben. Dem Einzug des Frühlings in den Chiemgau steht nun (hoffentlich) nichts mehr entgegen.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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