Söchtenau und der Boandlkramer

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Söchtenau - Schockiert hat eine Trauergemeinde bei einer Beerdigung vor rund drei Wochen ein Schriftzug auf einem Bagger. Lesen Sie, was auf dem Friedhof passiert ist:

Vor rund drei Wochen wurde eine Frau auf dem Friedhof in Söchtenau beigesetzt. Kurz vor der Beerdigung kam es allerdings zu einem Zwischenfall, der den anwesenden Trauergästen wohl in Erinnerung bleiben wird.

Am Eingang des Friedhofs stand ein Bagger, der noch wenige Minuten vorher das Grab der Verstorbenen aushob. Weil die Zeit dafür recht knapp bemessen gewesen sein soll, sei der Bagger an Ort und Stelle stehen gelassen worden, erklärt der Bürgermeister von Söchtenau, Sebastian Forstner. An diesem habe die Trauergemeinde vorbeigehen müssen.

Doch nicht der Bagger war das Problem, sondern ein Schild darin. Auf diesem stand: Boandlkramer. „Hier haben sich Freunde des neuen Totengräbers einen Scherz erlaubt, nachdem er diesen Job vor rund einem Jahr angetreten hatte. Es handelt sich um einen jungen Mann. Wir haben so lange nach einem neuen Totengräber gesucht, dass wir froh über einen so jungen Menschen sind, der diese Aufgabe übernimmt“, erklärt Forstner weiter. Er habe dieses Schild ebenfalls gesehen und darüber schmunzeln müssen, da der Boandlkramer in Bayern ein Begriff sei und zur Kultur gehöre.

Zwischenzeitlich habe der Bürgermeister allerdings mit dem Totengräber über den Vorfall gesprochen. Er versicherte gegenüber rosenheim24, dass so etwas nie wieder vorkommen soll. Darüber ist die Familie der Angehörigen sehr froh:

„Wenn das so ist, dann belassen wir es dabei. Fehler können mal passieren. Ich dachte nur, dass man mal auf den Tisch hauen muss, damit die nächsten Trauergäste verschont bleiben. Wenn man als Trauernder den Begriff "Boandlkramer" am Bagger sieht, dann kommen doch Gedanken auf, die man nicht haben will. Eben einen Bagger, der die Oma ein oder ausgräbt“, erklärt der Enkel Tom P., der ebenfalls an der Trauerfeier teilnahm. Gerade den Töchtern sei es auf der Beerdigung sehr schwer gefallen, diesen Gedanken wieder weg zu wischen.

An sich könne auch er über den "Boandlkramer" lachen. „Aber nicht in dem Moment, wenn man gerade einen geliebten Menschen zu Grabe trägt“, schließt der Enkel der Verstorbenen ab.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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