25 Menschen verunglückten tödlich

"Schwarzer Juni" in der Region - was ist dran? 

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"Schwarzer Juni" - insgesamt kamen 25 Menschen bei  Unfällen in der Region ums Leben.

Landkreis/Region - Viel zu viele traurige Nachrichten erschütterten uns im Juni: 25 Menschen kamen im Rahmen von Unfällen und tragischen Unglücksfällen ums Leben. Doch warum kam es gerade in diesem Monat zu einer solchen Häufung?

Der diesjährige Juni wird wahrscheinlich in vielen Köpfen als "schwarzer Monat" in Erinnerung bleiben. Selten hatte man den Eindruck, dass es zu derartig vielen tragischen Todesfällen kam. Fast täglich kursierte eine neue traurige Meldung über ein tödliches Unglück in den Medien.

Juni 2016 - der schlimmste Monat seit langem?

Der Juni 2016 - ein schwarzer Monat. Diesen ersten Eindruck konnte Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, im Gespräch mit rosenheim24.de nicht bestätigen. Ihm lägen zwar keine allumfassenden Statistiken vor, dennoch wäre die hohe Anzahl der tödlich Verunglückten in diesen Monaten nicht unüblich. Viele der Todesopfer seien Folge von Freizeitunfällen gewesen. "Vor allem die Motorrad- und Badeunfälle hängen ganz klar mit den steigenden Temperaturen zu der Jahreszeit zusammen", so Guske.

Jedes Jahr nähmen insbesondere die Motorradunfälle zu dieser Jahreszeit im Vergleich zu den Vormonaten zu. "Da  treibt es die Motorradfahrer einfach raus. Wir versuchen zwar durch Präventionsprogramme zu einem vorsichtigen Fahrstil zu animieren, aber jeden Unfall können wir damit leider nicht vermeiden", erläutert der Sprecher. So traurig die vielen Todesopfer auch seien, von einem "schwarzen Juni" könnte laut Guske aber nicht die Rede sein. Dafür würden einfach zu viele Unfälle indirekt mit der Jahreszeit zusammenhängen.

Dennoch erschütterten uns die Meldungen über die zahlreichen Todesfälle im Juni. Hier ist eine Übersicht, der vielen traurigen Unglücksfälle.

Zwei Motorradfahrten enden tödlich

- Am Freitag, 17. Juni, kam eine 17-jährige Motorradfahrerin im Gemeindebereich Samerberg ums Leben. In einer Kurve hatte sie die Kontrolle über ihr Kraftrad verloren und rutschte unter einen entgegenkommenden Lkw. Sie verstarb noch an der Unfallstelle.

Tödlicher Motorrad-Unfall am Samerberg

- Knapp eine Woche später, am Mittwoch den 22. Juni, ereignete sich ein weiterer tragischer Motorradunfall: Ein 23-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim kam in einer S-Kurve, mutmaßlich durch Rollsplit auf der Fahrbahn, zum Sturz. Der Motorradfahrer rutschte auf die Gegenfahrbahn und wurde von einem Mercedes erfasst. Sämtliche Reanimationsversuche am Unfallort blieben erfolglos.

Bilder: Tödlicher Motorradunfall bei Amerang

Fünf weitere Verkehrstote

- Gleich zu Beginn des Monats, am Freitag den 04. Juni, kam eine 61-jährige PKW-Fahrerin auf der B20 in der Nähe von Bayerisch Gmain von der Fahrbahn ab. Der Wagen prallte gegen mehrere Bäume und überschlug sich. Rettungskräfte konnten die Fahrerin nur noch tot bergen, auch die Beifahrerin wurde bei dem Verkehrsunfall schwer verletzt.

Eine Tote bei Verkehrsunfall am Hallthurmer Berg

- Am Sonntag, den 12. Juni, krachte ein 18-jähriger Stephanskirchner mit seinem VW Polo auf dem Weg von Eitzing nach Baierbach in einen Strommasten. Alleinbeteiligt hatte der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Der 17-jährige Beifahrer, ebenfalls aus Stephanskirchen, verstarb sofort an der Unfallstelle. Der Gesundheitszustand des 18-Jährigen ist weiterhin kritisch.

VW Polo gegen Strommast - Beifahrer tot

- Am darauffolgenden Freitag, den 17. Juni, verunglückte ein 77-Jähriger Fahrzeugführer in Tattenhausen bei Großkarolinenfeld tödlich. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte er die Vorfahrt eines herannahenden Lkws übersehen. Trotz beidseitiger Vollbremsung konnte ein Zusammenstoß nicht mehr verhindert werden. Dabei wurde der 77-Jährige so verheerend eingeklemmt, dass er noch vor Ort starb.  

Tödlicher Unfall bei Tattenhausen

- Tragisch kam auch ein ADAC-Pannenhelfer am Mittwoch, 22. Juni, auf der A94 bei Mühldorf ums Leben. Der 29-Jährige hatte ein Pannenauto bereits auf dem Seitenstreifen aufgeladen und erledigte Restarbeiten zur Sicherung des Fahrzeugs. Dabei befand er sich wohl etwas auf dem rechten Fahrstreifen und wurde von einem herannahenden Lkw erfasst, der nicht mehr ausweichen konnte. Durch den schweren Grad der Verletzungen verstarb der Helfer noch am Unfallort.

Tragischer Unfall auf der A94 am Mittwoch

- Am Tag danach, den 23. Juni, ereignete sich ein Quad-Unfall in einem Waldstück bei Haarmoos/Saaldorf. Der 18-Jährige Fahrer hatte aus unbekannten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, prallte gegen einen Baum und wurde mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Trotz Einlieferung in das Landeskrankenhaus Salzburg erlag der 18-Jährige seinen Verletzungen.

Schwerer Quadunfall in Waldstück bei Saaldorf

Freizeitaktivitäten enden für sechs Menschen tödlich

- Eine deutsche Urlauberin stürzte beim Wandern am Kaiserbründl in den Tod. Die 73-Jährige wurde bereits seit 29. Mai in ihrem Heimatdorf vermisst. Bei einer Suchaktion am 03. Juni konnten die Frau nur noch tot von den Rettungskräften aufgefunden werden. Sie war wohl auf einem Schneefeld ausgerutscht und 60 Meter in die Tiefe gestürzt.

- Ein weiteres tragisches Bergunglück im Kaisergebirge ereignete sich am 06. Juni bei Ellmau. Ein 26-jähriger Kletterer aus Deutschland rutschte beim Einsteigen in eine Kletterroute aus und prallte trotz Sicherung gegen einen Felsvorsprung. Auch sein 28-jähriger Kletterpartner konnte nur noch den Tod des 26-Jährigen feststellen.

- Einen Tag später, am Dienstag den 07. Juni, kam ein 14-Jähriger bei einem Badeunfall in der Mangfall ums Leben. In der Nähe des Stauwehres "Am Oberwöhr" wurde der Junge durch die starken Sogkräfte der Wasserwalze nach unten gezogen. Freunde und eingetroffene Rettungskräfte konnten den Jungen nicht mehr rechtzeitig aus dem Wasser ziehen. Eingeleitete Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.

Bilder vom Einsatz am Mangfallwehr in Kolbermoor 

- Am Samstag, den 11. Juni, kam ein 54-Jähriger bei einem E-Bike-Unfall in Berchtesgaden ums Leben. Der Fahrradfahrer kam von der Fahrbahn ab, stürzte in weiterer Folge über die Böschung und prallte gegen einen Baum. Besonders tragisch war, dass seine eigene Frau den leblosen Körper an der Unfallstelle auffand, nachdem er auch in der Nacht nicht von seiner Fahrradtour zurückgekehrt war.

- Nach den zwei tragischen Bergsteigerunglücksfällen Anfang Juni im Kaisergebirge, stürzte am 21. Juni ein 74-Jähriger beim Wandern am Schwarzenberg bei Oberaudorf ebenfalls in den Tod. Die fünfköpfige Gruppe befand sich auf dem Abstieg von der Ramserer Alm, als der 74-Jährige und ein 69-jähriger Bergsteiger auf dem nassen Untergrund wegrutschten und über einen Vorsprung einen Abhang herabstürzten. Der 74-Jährige starb noch an der Unfallstelle, der andere Bergsteiger wurde schwerverletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen.

- Am darauffolgenden Freitag, den 24. Juni, konnte ein 78-Jährige nur noch leblos aus dem Tüttensee in Grabenstätt geborgen werden. Badegäste, denen die regungslos im Wasser treibende Frau aufgefallen war, alarmierten sofort den Notarzt. Trotz weiterer ärztlicher Behandlung im Krankenhaus verstarb die 78-Jährige dort in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Weitere Unglücksfälle

- Am Freitagmorgen, den 09. Juni, konnte sich ein 73-Jähriger nicht mehr vor den Flammen in seinem Einfamilienhaus in Eggstätt retten. Das Feuer brach bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aus. Die 68-jährige Ehefrau des Mannes konnte noch aus dem lichterloh brennenden Erdgeschoss entkommen, für den 73-Jährigen kam jede Hilfe der Rettungskräfte zu spät. Die Brandursache ist weiterhin unklar, lediglich vorsätzliche Brandstiftung konnte ausgeschlossen werden.

Feuer in Eggstätt - Mann stirbt bei Hausbrand

- Ein ebenso trauriger Vorfall ereignete sich am Mittwoch, den 22. Juni, in Marktschellenberg. Eine 77-Jährige wollte ihren 78-jährigen Lebensgefährten beim PKW-Parken einweisen. Dabei stürzte sie und geriet anschließend unter das Auto. Auch der eingetroffene Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen.

Tragischer Unfall am Mittwoch in Marktschellenberg 

- Einen Tag später wurde ein weiterer Mensch von einem Fahrzeug überrollt. Am Donnerstagnachmittag geriet ein Landwirt bei Erlbach unter seinen eigenen Traktor und erlag wenig später seinen Verletzungen. Offenbar war er zuvor beim Heueinholen von seinem Traktor und wurde unter diesem eingeklemmt.Er starb noch am Unfallort.

Tödlicher Landwirtschafts-Unfall in Erlbach

Hochwasserkatastrophe fordert sieben Menschenleben  

- Durch die Überschwemmungen in Folge tagelanger Regenfälle kamen Anfang Juni insgesamt sieben Menschen in den Gemeinden Simbach, Tann und Triftern im Landkreis Rottal-Inn ums Leben. Häufig wurden die Opfer in ihren Häusern von den Wassermassen überrascht und hatten keine Chance mehr zu entkommen. Unter den Verstorbenen waren vier Frauen im Alter von 28, 56, 78 und 80 Jahren sowie ein 65-jähriger, ein 72-jähriger und 75-jähriger Mann.

Simbach am Tag nach der Katastrophe

Hochwasser-Schäden in Simbach

Im Juni gab es außerdem zwei Todesfälle, die den Ermittlungen der Polizei zufolge auf Drogenkonsum zurückzuführen sind. Ein 37-jähriger Burghauser wurde bereits Ende Mai tot in seiner Wohnung aufgefunden, selbiges war bei einem 29-jährigen Waldkraiburger am Sonntag, 12. Juni, der Fall. Bei beiden deuteten die Hinweise auf einen Zusammenhang mit Drogen hin.

Viele traurige Nachrichten erschütterten die Menschen in der Region im Juni. Wir wünschen den Angehörigen der Opfer viel Kraft und Durchhaltevermögen in dieser schwierigen Zeit. Unsere Gedanken sind bei ihnen.

mwi

Quelle: rosenheim24.de

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