"Raubling" statt "Aibling"

Fahrkarte versehentlich falsch gelöst - trotzdem Strafe zahlen?

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim/Bad Aibling - Das ist wahrscheinlich schon vielen Menschen passiert: Man will seine Bahn erreichen und löst dann in der Eile unabsichtlich eine falsche Fahrkarte. Muss man trotzdem Strafe zahlen?

Ein 17-Jähriger Rosenheimer wollte am 28. Juni mit dem Meridian zum Volleyballtraining nach Bad Aibling fahren und löste hierfür am Automaten eine Fahrkarte.  

Versehentlich wählte er als Zielort jedoch Raubling statt Aibling, was ihm nicht auffiel und so stieg er, in der Annahme, einen gültigen Fahrausweis zu besitzen, in den Zug nach Bad Aibling. Erst der kontrollierende Zugbegleiter machte ihn auf seinen Fehler aufmerksam.

Gleicher Fahrpreis, falsches Ziel

Die Fahrkarte nach Raubling kostet dasselbe wie nach Bad Aibling - mit ein Grund, warum er seinen Fehler nicht bemerkte. Der Kontrolleur verhängte daraufhin eine Fahrpreisnacherhebung von 60 Euro, wegen Fahrens ohne gültigen Fahrschein.

Auch ein Schreiben des Betreuers des Jugendlichen an den Meridian mit der Bitte, von der Fahrpreiserhebung abzusehen, da er ohne Absicht "schwarz gefahren" sei und der Bayerischen Oberlandbahn GmbH dadurch kein wirtschaftlicher Schaden entstand, bewirkte nichts. 

Pflicht des Fahrgastes, Gültigkeit zu prüfen

Ein Mitarbeiter der Transdev Service GmbH antwortete im Auftrag der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, dass er keine Möglichkeit sehe, die Forderung zu ermäßigen. "Es obliegt auch den Pflichten des Fahrgastes, sowohl beim Fahrscheinkauf als auch bei der Fahrscheinkontrolle den Erhalt der Tickets auf Gültigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen", heißt es in der Email.

Erneutes Nachfragen führt zum gewünschten Erfolg

Der Betreuer des Jugendlichen wendete sich daraufhin an unsere Redaktion. Auf Nachfrage von mangfall24.de bei der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, ob man in solch einem Fall nicht auch einmal ein Auge zudrücken könne, da ja kein wirtschaftlicher Schaden entstand und keine Absicht hinter der "Tat" steckte, teilte Pressesprecher Christopher Raabe mit, dass er die zuständigen Stellen angewiesen habe, die Fahrpreisnacherhebung zu stornieren. "Dennoch hat sich der Mitarbeiter, der die Fahrkarte kontrollierte, korrekt verhalten."

Quelle: mangfall24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser