Taxifahrer sieht keinen Cent für Schleuserfahrt!

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Landkreis - Von Italien nach Deutschland ohne Bezahlung: So erging es einem Taxifahrer, der Afrikaner an Bord hatte. Die Bundespolizei enttarnte die illegalen Einwanderer.

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag sind 20 Afrikaner im Landkreis Rosenheim „gestrandet“. Fahnder von Landes- und Bundespolizei haben die Eritreer kurz nach ihrer Einreise angetroffen. Sie waren von Italien aus mit dem Taxi, einem Privat-Pkw beziehungsweise mit dem Zug nach Deutschland gekommen. Die Ermittler der Rosenheimer Bundespolizei gehen von organisierten Schleusungen aus.

Am Donnerstag stoppten die Schleierfahnder aus Raubling nahe dem Inntaldreieck ein Großraumtaxi. Der italienische Taxifahrer beförderte sechs Erwachsene, 18- bis 46 Jahre, und zwei Kinder, fünf und zwei Jahre alt. Eigenen Angaben zufolge stammt die Gruppe ursprünglich aus Eritrea. Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt in Deutschland hatten die Frauen und Männer nicht dabei. Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei wurden die Fahrdienste von Schleppern über eine Taxizentrale in Mailand angefordert. Da dem Fahrer selbst die Schleuserei nicht nachzuweisen war, durfte er wieder nach Italien zurückkehren. Für seine Dienstleistung hat er allerdings weder von den Auftraggebern noch von den Flüchtlingen auch nur einen Cent gesehen.

Genauso wenig konnten sich vier Männer im Alter von 26 bis 36 Jahren ausweisen, die von einem Eritreer mit gültiger italienischer Aufenthaltserlaubnis auf der Inntalautobahn im Pkw befördert wurden. Wie die Bundespolizisten herausfanden, handelte es sich um Landsleute des Fahrzeugführers. Gegen den 36-Jährigen ermitteln die Beamten wegen Einschleusens von Ausländern. Anstelle die Heimreise nach Florenz anzutreten, wurde er auf richterliche Anordnung hin in Untersuchungshaft genommen und am Donnerstag in die Justizvollzugsanstalt Traunstein eingeliefert.

Im EuroCity von Venedig nach München trafen die Zivilfahnder acht weitere Afrikaner an. Drei von ihnen waren noch minderjährig. Nach eigenen Angaben handelte es sich ebenfalls um Eritreer. Papiere führten sie nicht mit. Die Bundespolizei geht aufgrund erster Ermittlungsansätze davon aus, dass ihre Reise unter anderem in Italien von Hintermännern einer Schleuserorganisation gegen Bezahlung geplant und organisiert worden sein muss.

In allen drei Fällen wurden die unerlaubt eingereisten Personen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen von Rosenheim aus der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet. Dort wird über ihren weiteren Verbleib entschieden. Eines der eritreischen Kinder aus dem Zug war ohne Angehörige unterwegs. Der 15-Jährige wurde der Obhut des Rosenheimer Jugendamtes anvertraut.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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