Den Regenwald stimmungsvoll in den Kopf gepflanzt

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Regenwald Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim

Rosenheim - „Wir pflanzen ein Stück Regenwald in Ihren Kopf!“ lautet das Motto der Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim, die die Massen anlocken soll.

Schon bei der Eröffnungsfeier im Kultur + Kongresszentrum ist das geglückt: mit Regenwald- Musik von Mulo Francel and friends, mit inhaltsreichen Reden und Erzählungen von fünf namhaften Kuratoren, die bei den Besuchern im Saal einen nachhaltigen Eindruck hinterließen. Moderator Martin Breitkopf vom Bayerischen Fernsehen begrüßte das Publikum gleich mit einem Fahrradreifen und demonstrierte so, dass der Regenwald überall ist, auch im Alltag von Rosenheim. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer brachte es gleich zu Beginn ihrer Rede auf den Punkt, worum es in dieser Ausstellung geht. „Wir alle brauchen die Tropenwälder. Aus diesem Grund ist es für uns alle essentiell, den komplexen Lebensraum Regenwald als eine Art „Lebens-Versicherung“ für die Menschheit nicht nur zu schätzen, sondern auch zu verstehen.“

Gabriele Bauer: Ausstellung sei gigantisch schön

Die Ausstellung sei gigantisch schön, so die Oberbürgermeisterin. „Ich bin mir sicher, dass die Ausstellung bei Ihnen große Begeisterung für das Wunderwerk der Tropenwälder erwecken wird. Sie werden staunen über die packenden Pflanzen- und Tierwelten und folgen gebannt den kreativen Überlebensstrategien unterschiedlicher Völker.“ Der zweite Redner freute sich über seinen Auftritt besonders: Der Regierungspräsident der Regierung von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, durfte für den erkrankten Staatsminister Marcel Huber einspringen. „Ich bin sehr gerne gekommen. Der Lokschuppen gehört zu den Top Ten der deutschen Ausstellungshäuser. Die Ausstellung ist wichtig, denn Artenreichtum und kulturelle Vielfalt sind notwendig für das Überleben der Welt.“

Er sei sich sicher, dass wieder Zehntausende von Menschen den Weg in den Lokschuppen finden werden. Beeindruckend waren danach die sehr persönlichen Statements der Kuratoren zur Zerstörung des Regenwaldes. „Man glaubt hierzulande, mit der Beimischung von Palmöl im Sprit könnte man Kohlendioxid reduzieren. Das ist eine sehr unglückliche Entscheidung“, sagte Prof. Dr. Florian Siegert. „Denn die Palmenplantagen zerstören den Regenwald, und so wird es langfristig mehr CO2 geben.“ Dr. Juliane Diller leitet die Forschungsstation Panguana in Peru, die ihre Eltern einst aufgebaut hatten. „Auf dem Gelände dorthin ist alles in Ordnung. Doch auf dem Weg dorthin habe ich den Regenwald brennen sehen.“ Nicht nur die Ausbeutung, Abholzung oder Brandrodung gefährdet den Regenwald, sagte Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel. Er hat lange Jahre bei den Eipo in Neuguinea gelebt. „Dort gibt es auch hausgemachte Probleme. Früher hatten die Eipo Beile, heute haben sie Kettensägen.

Jeder einzelne kann etwas für den Erhalt der Regenwälder tun

Und die Bevölkerung wächst rasant. Frauen haben dort bis zu 11 Kinder.“ Primatenforscherin Dr. Barbara Fruth machte deutlich, dass es bei dem Schutz der Bonobos, den Zwergschimpansen, nicht nur um den Erhalt einer Tierart geht. „Der Regenwald braucht die Bonobos zum Überleben. Denn die Affen sind nach den Elefanten die größten Samenverbreiter. Ohne die Verbreitung von Pflanzensamen stirbt die Vielfalt aus.“ Die zentrale Frage lautete zum Abschluss: ist der Regenwald zu retten? Der koordinierende Kurator der Ausstellung Prof. Dr. Christan Feest ist skeptisch. „Wir sind alle nur kleine Räder in einem großen Uhrwerk. Wichtig ist aber, den Menschen klarzumachen, dass auch jeder einzelne etwas tun muss.“ Dazu leiste die Ausstellung einen wertvollen Beitrag. Dennoch warnte Feest: „Wenn der Regenwald verschwindet, wird die Artenvielfalt verschwinden, von der ich überzeugt bin, dass von ihr das Überleben der Welt abhängt.“

Die Regenwald-Ausstellung soll die Massen locken  und das wird sie mit Sicherheit schaffen.

Die ersten Eindrücke von der Ausstellung:

Pressemitteilung Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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