Über Risiken des Spiels aufgeklärt

Pokémon-Jagd im Rosenheimer Polizeipräsidium

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Bei der Präventionsveranstaltung wurde nicht nur auf Pokémon-Jagd gegangen. 

Rosenheim - Pokémon und Polizei - gibt's das? Ja, aber nicht in dem Sinne, dass die Beamten auf Streife oder am Arbeitsplatz im Präsidium selbst auf die Jagd gehen. 

Die Polizei sieht sich hingegen vielmehr in der Verantwortung, die Pokémon-Community vor den Gefahren und Risiken des Spielumgangs zu warnen, und lud deswegen zu einer Präventionsveranstaltung im Polizeipräsidium Oberbayern Süd ein. 

Viele kamen dieser Einladung nach und pilgerten am frühen Freitagnachmittag in die Kaiserstraße in Rosenheim. Und so fanden sich junge Spieler, Eltern, Lehrer, Medienvertreter und andere Interessierte im Innenhof des Präsidiums ein, das im Spiel selbst den PokéStop "Goldene Pyramide" stellt. Ziel des Treffens war nicht nur, dass die Monsterjäger neue Fänge einheimsen, sondern auch zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Augmented-Reality-App angeregt werden

Social-Media-Beauftragter Fabian Bernhardt aktivierte ein "Pokémon-Lockmittel".

Zu diesem Zweck standen den Besuchern zahlreiche Experten aus den Bereichen Jugendarbeit, Prävention, Cybercrime, Social Media und Verkehr Rede und Antwort. Und nachdem die Veranstaltung offiziell mit den Begrüßungsworten des Jugendbeamten Christian Wolf und der Aktivierung eines Pokémon-Lockmittels, das Präsident Robert Kopp persönlich spendete, eröffnet wurde, ging es auch schon los. Während das ein oder andere Monster im Pokéball eines Spielers landete, tauschte man sich im Dialog mit den Beamten aus.

Welche Gefahren gibt es denn jetzt beim Pokémon-Go-Spielen? 

Wie Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, erläuterte, lägen viele Risiken nicht sofort auf der Hand. Denn neben der offensichtlichen Ablenkung im Straßenverkehr gebe es noch viele weitere Risiken und Bedenken.  

Das Thema Datenschutz zum Beispiel. Thalmeier warnte davor, seine Daten völlig unbedacht und zu locker preiszugeben: "Wir können doch nicht einerseits die Wichtigkeit von Datenschutz betonen, und im nächsten Moment sofort beim Downloaden der App durch unsere Einverständniserklärung der AGBs diesen Grundsatz über Bord werfen." Er empfehle Spielern, nicht so fahrlässig virtuelle Spuren im Datenraum zu hinterlassen, so Thalmeier. 

Ebenso riet der Sprecher zu einem bedachten und gesund dosierten Umgang mit dem Spiel. Denn neben dem großen Suchtpotenzial könnten sich Spieler auch schnell durch unüberlegtes Verhalten strafbar machen. Zwar hätte es in ihrem Dienstbereich noch keinen derartigen Fall gegeben, aber Hausfriedensbrüche oder Ruhestörungen im Zuge der Pokémon-Jagd wären anderswo schon vorgekommen, so Thalmeier. 

Und wie kam es zu der Veranstaltung? 

"All diese Gefahren sind ja nicht komplett neu", fasste Thalmeier zusammen. "Unsere Social-Media-Abteilung hat dann letztendlich vorgeschlagen, dass wir im Zuge dieses Hypes die Chance nutzen und auf die Jugendlichen zugehen", so der Sprecher. Und er räumte auch den Vorwurf aus dem Weg, dass die Polizei jeden Hype mitmachen würde. "Wir treiben ja nicht das Spiel Pokémon voran, sondern leisten Präventionsarbeit für die Jugendlichen und versuchen sie mit unseren Botschaften zu erreichen." Das gelinge mit so einem Format viel besser, als mit einer weiteren Infoveranstaltung. 

Übrigens: Eine solche polizeilich organisierte "Pokémon-Go-Veranstaltung" ist die erste dieser Art in ganz Bayern. Nach knapp einer Stunde des informativen Austausches und der erfolgreichen Pokémon-Jagd neigte sich aber auch diese Prämiere dem Ende zu und die Gäste verließen allmählich wieder die "Goldene Pyramide". 

Pokémon-Jagd im Rosenheimer Polizeipräsidium 

mwi

Quelle: rosenheim24.de

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