Unzählige junge Menschen bereits auf der Jagd nach Pikachu und Co. 

Pokémon Go in Rosenheim: Es eskaliert völlig! 

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Pokémons wie das wilde "Sterndu" in der Kaiserstraße gibt es jetzt überall in der Rosenheimer Innenstadt. 

Rosenheim - Das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" scheint sich zum neuesten internationalen Hype zu entwickeln. Nach den USA, Neuseeland und Australien ist das Spiel nun auch in Deutschland offiziell erhältlich. Doch wie funktioniert "Pokémon Go" bei uns in der Region? Der Erfahrungsbericht nach meiner ersten Pokémon-Tour durch die Rosenheimer Innenstadt. 

Es ist 12.30 Uhr, Zeit für eine kleine Mittagspause. Ich entschließe mich meine Brotzeit im nahegelegenen Riedergarten zu verzehren und schon auf dem Weg dort hin mache ich eine merkwürdige Beobachtung: Kinder und Jugendliche gehen in Gruppen durch die Rosenheimer Innenstadt, während sie wie gebannt auf ihr Smartphone starren und vor einem Gebäude Halt machen. Selbst in Tagen des digitalen Zeitalters habe ich etwas Vergleichbares noch nicht gesehen. Ich frage also neugierig nach, auch wenn sich im Hinterkopf bereits ein kleiner Verdacht nach den jüngsten Bildern aus New York, Sydney und Co. meldet: "Was treibt ihr denn alle da mit eurem Smartphone?"

Ein Schüler, wohl aus der 8. oder 9. Klasse, antwortet prompt: "Wir holen uns hier nur schnell ein paar Pokébälle, damit wir wieder auf Jagd gehen können." Und mein Verdacht hat sich bestätigt: Der "Pokémon-Go"-Hype aus den USA hat auch auf die Rosenheimerinnen und Rosenheimer übergegriffen. Schnell lade ich mir die App, die erst seit Mittwochvormittag offiziell im App-Store erhältlich ist, herunter und melde mich an. Nach einer kurzen Einführung bin ich schon mittendrin im Pokémon-Fieber: ein wildes Glumanda sitzt direkt vor meiner Parkbank in der Wiese. Ein gezielter Wurf eines Pokéballs - und schon ist die virtuelle Kreatur meins.

Erste Schritte durch das wilde "Pokémon-Paradis" Rosenheim

Mein Startpunkt am Riedergarten. 

Es folgen noch ein paar erklärende Worte, dann bin ich vollkommen auf mich alleine gestellt. Mein Bildschirm zeigt mir eine Art Vogelperspektive der Umgebung "à la Google Maps" an. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich auf den umliegenden Straßen keine Eintragungen über Geschäfte oder Restaurants finde, sondern kleine Kreaturen und komische Symbole angezeigt werden. Und während ich so durch die Gegend um den Max-Josef-Platz schlendere, wird mir schnell klar, was es damit auf sich hat. Bei den Kreaturen handelt es sich um die verschiedensten Pokémon, die an genau diesem Ort vorkommen. So fange ich beispielsweise nach meinem "Glumanda"-Ersterfolg ein "wildes Habitak" im Salingarten

Und dabei bin ich nicht der Einzige. Wenn ich genauer auf meine Umgebung achte, merke ich sofort, dass knapp eine handvoll junge Menschen auch gerade damit beschäftigt ist, das Pokémon einzufangen. Ein kurzer Jubelschrei "Yes" ist zu hören, dann machen sich die Pokémon-Jäger schon wieder auf dem Weg zur nächsten Kreatur. Nachdem ich noch kurz das Fledermaus-Pokémon Zubat im Salingarten mitnehme stelle ich etwas Besorgniserregendes fest: Meine Pokébälle, also mein essentielles Instrument zum Fangen der Taschenmonster, neigen sich allmählich dem Ende zu. Ist meine Jagd also schon beendet, oder wie komme ich ansonsten an neue Bälle? 

PokéStops an jeder Ecke

Ein weiterer Pokémon-Spieler, der gerade ein "wildes Enton" erlegt hat, hilft mir in meinem Dilemma. Er erklärt mir, dass bei sämtlichen Statuen, Sehenswürdigkeiten und ähnlichem auch eine Eintragung auf der virtuellen Karte von Pokémon-Go ist, sogenannte PokéStops. Und tatsächlich: gleich bei derSkulptur "The Horse" im Salingarten kann ich mir auf Knopfdruck wieder Pokébälle holen. Gleiches funktioniert auch beim Brunnen vor dem Kuko, dem "U-Table". Erleichterung macht sich breit, erst einmal durchatmen, schließlich wollte ich ja noch weitere Pokémon in Rosenheim zu Gesicht bekommen. 

Die Kampfarena am Mittertor. 

Und so nehme ich die verschiedensten Pokémon auf dem Weg vom Salingarten bis zur Kaiserstraße mit. Auf dem Max-Josef-Platz wird mir ein besonders auffälliges Symbol in der Pokémon-Go-App angezeigt: direkt neben dem Mittertor befindet sich eine virtuelle Kampfarena. Was es damit auf sich hat, kann ich leider noch nicht heraufinden, da mein bislang erreichtes Spielerlevel noch nicht den Anforderungen entspricht. Also ziehe ich weiter. 

Mehrere Dutzend Pokémon-Jäger unterwegs

Und immer wieder begegnen mir andere Spieler. Genau wie ich streifen sie durch die Rosenheimer Innenstadt. Schnell registriert man, dass der Gegenüber auch Pokémon Go spielt. Also tauscht man sich kurz aus, fragt nach, wo es besonders seltene Pokémon gibt, und geht dann wieder getrennte Wege. Insgesamt fällt mir auf, dass der Hype nicht nur auf Kinder und Jugendliche übergelaufen ist. Auch junge Erwachsene, Anfang bis Ende 20, haben sich dem virtuellen Abenteuer angeschlossen. Wie verspielte Kleinkinder rennen auch sie durch die Innenstadt. 

Nach knapp einer Stunde habe ich genug von Pokémon Go, vorerst. Die Bilanz: eine Vielzahl an gesammelten Pokémon, die Begegnung mit mehreren Dutzend Gleichgesinnten, ein Smartphone-Akkuverbrauch von über 40% und ein benutztes Datenvolumen, das ich besser gar nicht wissen will. Für mich steht auf jeden Fall fest: Pokémon Go fasziniert schon am ersten Tag in Deutschland auch die Menschen in Rosenheim. Ich bin gespannt, wie sich der Hype auch in den kommenden Tagen und Wochen in der Region entwickeln wird.

Pokémon-Go-Abenteuer in Rosenheim 

mwi

Quelle: rosenheim24.de

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