Prekäre Parksituation an der Hochschule

Mehr Parkplätze für Rosenheimer Studenten

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Rosenheim - Die Parkprobleme an der Hochschule und der Beruflichen Oberschule führen seit Jahren zu bösem Blut zwischen Studenten und Schülern. Werden ein Erweiterungsbau oder die Einführung eines Semestertickets die Situation entspannen?

Seit Jahren beschwert sich die Studentenschaft der Hochschule Rosenheim über die mangelhafte Parkplatzsituation. Berufsoberschüler, die den FH-Parkplatz aufgrund eigener Parkprobleme jahrelang unerlaubter Weise mitbenutzten, sorgten für Unmut bei den Studenten. Eine Schranke, deren Zugangskontrolle laut einem Sprecher der Fachhochschule "mittels einer personalisierten Akkreditierung erfolgreich gewährleistet" würde, sollte diesem Problem entgegenwirken. Trotzdem sind Parkplätze für Studenten und auch für Oberschüler immer noch Mangelware.

Eine "Mittelreihe" bildet sich tagtäglich sowohl auf dem Hochschul-, als auch auf dem FOS-Parkplatz. Hierbei wird mehrzeilig die Fahrspur zwischen den mittleren Parkreihen zugeparkt. Wer nicht früh genug anwesend ist, muss in den saur en Apfel beißen und sich mehrfach umstellen lassen. Hat man dann auch noch früher als alle anderen Schulschluss - Pech gehabt. 

Am FOS-Parkplatz hat man immerhin die Möglichkeit die Zuparker über das Sekretariat ausfindig zu machen, um diese anschließend selbst aufzusuchen und nachzufragen, ob es denn genehm wäre, schnell umzuparken.

Chip-System für die Benutzung des FH-Parkplatzes kommt

Der Parkplatz an der Beruflichen Oberschule wurde in den 80er Jahren für rund 500 Schüler angelegt. Aktuell sind, laut Schulleiter Dr. Marko Hunger, rund 1200 Schüler an der Schule eingeschrieben - Tendenz steigend. Um die Parkplatzsituation für die Schüler zu verbessern, arbeite die Berufliche Oberschule zusammen mit der Hochschule an einer Lösung. Es solle in diesem Zuge ein neues Chipsystem eingeführt werden, das die Schranke am FH-Parkplatz bedient.

Die Parkplätze sind knapp an der Hochschule Rosenheim

50 Schüler der FOS/ BOS würden dann die Möglichkeit bekommen, ihr Auto offiziell auf dem Parkplatz der Hochschule abstellen zu dürfen. "Vor allem Schüler, die nicht in der Stadt Rosenheim wohnen, sondern von außerhalb kommen, sollen davon profitieren.", erklärt Dr. Hunger. Die Schüler könnten sich bald für eine der begehrten Chipkarten bewerben. Bei der Auswahl würden dann hauptsächlich diejenigen Schüler berücksichtigt werden, die Fahrgemeinschaften bilden, um so möglichst vielen FOSlern und BOSlern die Möglichkeit zu geben, einen Parkplatz zu erhalten.

Infos zur Bogensiedlung auf einen Blick:

  • Derzeit ist die Siedlung ein Wohngebiet mit 217 Wohnungen.
  • Die notwendige Sanierung wurde 2015 durch die Stadt bestätigt.
  • Nach der Sanierung würden mindestens 290 neue Wohnungen zur Verfügung stehen.
  • Die FH bietet im Austausch für die Bogensiedlung ein Grundstück, das nur 140 neue Wohnungen gewährleisten würde.
  • Mögliche andere Erweiterungsgrundstücke wurden von der Fachhochschule abgelehnt.

Da dieser Ansatz weder das Parkproblem an der FH noch das an der Beruflichen Oberschule zufriedenstellend löst, werde zudem mit der Stadt darüber verhandelt, hinter dem FOS/BOS -Gelände ein neues Grundstück zu erwerben. Auf diesem solle dann ein neuer Parkplatz für die Schüler und Studenten angelegt werden. "Spätestens in einem Jahr wollen wir mit dem Bau beginnen.", verspricht Dr. Hunger.

Ausbau der Bogensiedlung soll neue Parkgelegenheiten schaffen

Da das Studienangebot an der Fachhochschule kontinuierlich verbreitert werde, stieg auch die Zahl der Studenten seit 2005 von etwa 3500 auf rund 6000. Mehr als 2000 Studenten kommen täglich mit dem Auto an die Hochschule. Wie uns ein Sprecher der Fachhochschule mitteilte, treibe die Hochschule den Ausbau stetig voran. Wir berichteten bereits ausführlich über die Bemühungen der Hochschule, die Bogensiedlung als Ausbaugrund zu erwerben.

"Ein Neubau wird die erforderlichen Parkplätze aufweisen.", wird uns von Seiten der Hochschule versichert. Ein anderes Grundstück käme für eine Erweiterung nicht in Betracht, da die Bogensiedlung "auf Grundlage der ermittelten Bedarfe die einzige Möglichkeit für eine Erweiterung der Hochschule Rosenheim am Standort Rosenheim" darstelle.

Wann gibt es endlich ein Semesterticket für Rosenheim?

Seit 2014 beschäftigt sich der AK Semesterticket des Weiteren mit der Einführung eines Tickets für Rosenheim. Ein Solidarbeitrag nach der Zumutbarkeitsgrenze von 1,64% des BAföG-Höchstsatzes wäre hierbei von jedem Studierenden pro Semester zu tragen. Das wären derzeit in etwa 70 Euro. Das Ticket ermögliche eine unbegrenzte Fahrt in einem Zeitraum von jeweils etwa vier Monaten in und um Rosenheim. Die Wechselbereitschaft der Studenten ist da.

Wie eine Zufriedenheitsanalyse an der Hochschule im Wintersemester 2013/14 belegt, wären etwa 23 Prozent der Studenten bereit, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Dies würde die verspannte Parksituation durchaus entspannen. Gespräche mit dem Studierendenparlament, sowie beteiligten Verkehrsunternehmen und Behörden hätten in den Semesterferien bereits stattgefunden. Aktuell würden Finanzierungsmöglichkeiten erörtert. Frühestens im Sommersemester 2017 folge dann der nächste Schritt: eine Abstimmung unter den Studenten über die mögliche Einführung eines Semestertickets und die damit verbundene Erhöhung des Semesterbeitrages.

Bis all diese schwebenden Lösungsansätze in die Tat umgesetzt werden können, wird noch viel Wasser den Inn runterfließen. Bis dahin bleibt den Studenten nichts weiter übrig, als früh genug los zu fahren, um möglichst vor der "Rush Hour" um die Mittagszeit einen der begehrten Parkplätze zu ergattern. Täglich bleibt die Hoffnung, dass man nach der Vorlesung den Parkplatz mit einem schrammenfreien Auto wieder verlässt.

amj

Quelle: rosenheim24.de

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