"In jeder guten Familie gibt es Streit"

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Rosenheim - Nach Querelen der Rosenheimer FW/ÜWG ruft FW-Fraktionschef Aiwanger zur Ruhe auf. Dabei hält er weiter an seinem bundespolitischen Kurs fest:

Bei den Freien Wählern in Rosenheim geht es im neuen Jahr rund. Erst wurden Mobbing-Vorwürfe der Rosenheimer FW-Bezirksrätin Christine Degenhart gegen den FW-Kreisvorsitzenden Sepp Hofer und dessen Stellvertreter Christan Krämer laut. Die neueste Meldung ist eine Umbenennung des FW/ÜWG Kreisverbands, um sich von der "Aiwanger-Truppe" zu distanzieren. Was der Fraktions- und Landesvorsitzender der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, von den parteiinternen Querelen hält, erzählt er rosenheim24 im Interview:

"In jeder guten Familie gibt es mal Streit", erklärt Aiwanger zu Beginn des Interviews. So sei es eben auch bei den Rosenheimern normal, dass man sich nicht immer lieb habe. Vor allem wenn es um Listenplätze gehe, sagt er. Hier spricht er die Mobbing-Vorwürfe der FW-Bezirksrätin Christine Degenhart an, die auch Anzeige wegen Nötigung gegen zwei FW-Kollegen erstattete. Hofer und Krämer sollen mit Drohungen versucht haben, dass Degenhart auf einen vorderen Listenplatz bei den anstehenden Landtags- und Bezirkstagswahlen verzichtet. Zur Anzeige sagt Aiwanger: "Ich hätte mir gewünscht, sie hätte die Anzeige zurückgezogen, dann wär es besser möglich gewesen, Ruhe reinzubringen!"

Ruhe reinzubringen will auch der Kreisverband der Freien Wähler/ÜWG in Rosenheim und sich deshalb am 26. April umbenennen und damit gleichzeitig von der "Aiwanger-Truppe" distanzieren, heißt es vom Kreisvorsitzenden Dieter Kannengießer. Die "Freien Wähler Bayern e.V." mit Hubert Aiwanger an der Spitze werbe fälschlicherweise mit dem Namen "Freie Wähler", habe sich aber eindeutig zu einer Partei mit bundespolitischen Zielen entwickelt.

Dies verneint Aiwanger auch nicht. So ist er der Meinung, dass wichtige Entscheidungen nicht den anderen Parteien überlassen bleiben sollen: "Wir machen an diesem Freitag,19.04., zum Beispiel eine Unterschriftensammlung gegen die Liberalisierung des Wasserrechts in der Rosenheimer Innenstadt. Keine Kommune will, dass ein Fremdinvestor die Wasserversorgung vor Ort beherrscht. So etwas kann ich aber nicht in Rosenheim und nicht einmal in München entscheiden, sondern das ist alles Bundespolitik. Deshalb muss ich als guter kommunaler Politiker auch auf Bundesebene tätig werden", erklärt Aiwanger.

FW-Chef Aiwanger in Rosenheim

Deshalb sieht Aiwanger die anstehende Umbenennung des Rosenheimer FW/ÜWG-Kreisverbands zu "Parteifreie/ÜWG" gelassen: "Ich glaube, dass jeder das Recht hat in der politischen Ebene tätig zu sein, in der er will. Und wenn hier kommunale Freie Wähler sagen sie machen nur Kommunalpolitik, dann ist das völlig in Ordnung! Und seinen Namen kann sich auch jeder selbst aussuchen. Ich muss da mit allem Leben können."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © kmr

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