Ungetrübter Badespaß mit Vorsicht

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Landkreis - Die Wasserwacht erinnert an wichtige Regeln, die man beim Baden beachten sollte. Erste Notfalladresse ist die Notrufnummer 112.

Die Zehen krallen sich am Ende der Holzplanke fest, die Muskeln spannen sich an und schon springt der 13-jährige Markus elegant in hohem Bogen ins dunkel schimmernde Wasser des Chiemsees. Doch ist sich Markus sicher, dass das Wasser am Steg in Chieming (oder Übersee oder Seebruck) wirklich tief genug für einen Kopf­sprung ist? Eine von wichtigen Baderegeln, die die Traunsteiner Kreiswasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) allen Wassersportlern ins Gedächtnis ruft: Springe nie in unbekanntes oder trübes Gewässer! Immer wieder kommt es zu Unfällen an den Seen, Flüssen und Schwimm­bädern im Landkreis, die vermeidbar gewesen wären.

So erinnert sich Wolfgang Rödl, technischer Leiter der Kreiswasserwacht Traunstein und aktiver Wasser­retter der Wasserwacht Chieming, an einen Jugendlichen, der vom Steg im Chieminger Strand­bad gesprungen und dabei mit dem Kopf auf den sandigen Untergrund aufgeknallt ist. „Er hatte Glück und zog sich nur leichte Verstauchungen zu.“ Schwere Kopfverletzungen erlitt dagegen ein junger Mann nach einem Sprung von der Alzbrücke in Truchtlaching. Allerdings passieren solche Unglücke auch in Schwimmbädern. So sprang ein Trostberger aus Übermut ins Nichtschwimmerbecken und schlug mit dem Kopf am Boden auf.

Viele Lebensrettungen im letzten Jahr

Viele Wachstunden und Einsätze haben die Aktiven der 19 Wasserwachts-Ortsgruppen in diesem Jahr bereits geleistet – über 21.000 Stunden waren es im vergangenen Jahr mit 536 Erste-Hilfe-Leistungen. „Auffallend war die hohe Zahl von Lebensret-tungen,“ so Hans-Michael Weisky, Vorsitzender der Kreiswasserwacht. „Elf Mal haben hier unsere Leute hervorragend gute und schnelle Hilfe geleistet“. Oft können auch Übermut und Leichtsinn Ursachen für tragische Unfälle sein, so die Erfahrung des erfahrenen Wasserwachtlers.

Zudem würden sich Badegäste an den Seen oft verletzen durch Scherben und andere spitze Gegenstände im Wasser – meist Partyüberreste. „Badeschuhe sind hier ideal“, rät Weisky, „damit ist man zudem gegen die spitzen Steine im Chiemsee geschützt“. Die kleinen Badegäste liegen Hans-Michael Weisky, selbst Vater von drei Kindern, am Herzen: „Fröstelnde Kinder mit blauen Lippen müssen sofort aus dem Wasser geholt werden, denn hier droht eine Unterkühlung. Es gibt viele Unfälle mit Kindern unter 10 Jahren, denn manche Eltern sind der Meinung, wenn ihre Kleinen schwimmen können, müssen sie nicht mehr beaufsichtigt werden.“ Im Notfall sollte umgehend Hilfe unter der Notrufnummer 112 geholt werden.

Wichtige Baderegeln

„Immer wieder hören wir den Satz: Die Wasserwacht passt schon auf“, erzählt Weisky, „aber wenige sind sich bewusst, dass bei einer Alarmierung trotz aller Schnelligkeit unserer Leute wertvolle Zeit vergeht, was tragische Folgen haben kann.“ Deshalb erinnert er eindringlich an die wichtigsten Baderegeln:

- Achte auf die Wassertemperatur!

- Springe nie erhitzt ins Wasser!

- Bade nicht mit vollem Magen!

- Gehe nicht übermüdet ins Wasser!

- Schwimme oder tauche nie im Bereich von Sprunganlagen!

- Unterlasse das Rennen am Beckenrand!

- Verlasse das Wasser sofort, wenn Du frierst!

- Stoße nie Andere ins Wasser!

- Verlasse bei Sturm, Gischt oder Gewitter das Wasser!

- Gehe nicht unter Medikamenten-, Alkohol- oder Drogeneinfluss in Wasser!

- Benutze als Nichtschwimmer nie aufblasbare Schwimmkörper als Schwimmhilfe!

- Springe nie in unbekanntes oder trübes Gewässer!

- Beachte Warnhinweise, Begrenzungen, Bojen und Absperrungen!

- Tauche nicht mit beschädigtem Trommelfell oder Erkältung!

- Meide Wasserpflanzen!

- Meide Wehre und Strudel!

- Bade nie allein!

- Rufe im Notfall rechtzeitig laut um Hilfe und alarmiere den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112!

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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