Archäologischer Fund bei Bauarbeiten

Der Tote aus der Baugrube

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Skelettfund in der Juhaszbaugrube

Bad Reichenhall - Das Modehaus Juhasz soll erweitert werden. Das Grundstück liegt in einem archäologischen Erwartungsgebiet. Prompt werden die Forscher fündig:

Das Modehaus Juhasz wird vergrößert. Dazu finden derzeit Bauarbeiten auf dem Grundstück Poststraße 56 in Bad Reichenhall statt. Da das Gelände zu einem sogenannten archäologischen Erwartungsgebiet gehört, ist der Bauherr verpflichtet Fachleute bei Ausgrabungen hinzuzuziehen. 

Diese sind auch tatsächlich fündig geworden. Der Fundort, bzw. die Baustelle befindet sich zwischen dem Bereich der alten Stadtmauer und der Johanniskirche.

Das Skelett aus dem 12. Jahrhundert nach Christus

Neben einer Tonscherbe aus dem 12. Jahrhundert nach Christus, wurde auch ein Skelett gefunden. Bei dem Skelett handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen erwachsenen Mann, der eine Körpergröße von circa 1,70 Meter hatte

Spuren von Holz unter der Bestattung zeigen, dass der Tote auf einem Brett liegend in der Grube platziert wurde. Momentan wird davon ausgegangen, dass die Bestattung im 12. Jahrhundert stattgefunden haben muss.

Archäologisches Rätsel

Das Skelett wurde in der untersten Kulturschicht gefunden. Diese bezeichnet man auch als älteste bekannte Schicht in diesem Bereich. Der Fund stellt die Archäologen und Historiker derzeit noch vor ein kleines Rätsel. 

Da der Tote auf einem Brett liegend beerdigt wurde, kann man von einer richtigen Bestattung ausgehen. Allerdings ist bisher nicht bekannt, dass an dieser Stelle einmal ein Friedhof war. Gegen einen alten Friedhof spricht außerdem, "dass nur ein Skelett und nicht mehrere gefunden worden sind", so Stadtarchivar Dr. Johannes Lang. 

Generell ist der Fund eines Skelettes diesen Alters keine große Sensation, da "immer mal wieder Skelette gefunden werden. Diese sind aber in der Regel Opfer von Gewalteinwirkungen geworden und zum Beispiel an Kriegsverletzungen gestorben", so der Stadtarchivar. Der Bauherr, Oliver Juhasz, kündigte an, die Tonscherben später auszustellen.

Historischer Hintergrund

Generell ist das Gelände rund um die Fundstelle für die Archäologie ein interessanter Bereich. Im direkten Umfeld befand sich die alte Stadtmauer mit dem bekannten Salzburger Tor, dass im 19. Jahrhundert abgerissen wurde und die Stadt nach Osten öffnete. 

Der Turm des Stadttores war der Größte der gesamten Mauer und hatte als einer der wenigen Türme ein Uhrwerk. Das12. Jahrhundert gilt als sogenannte Blütezeit für Bad Reichenhall. Die Kirche selbst wird aber auf das 8. Jahrhundert datiert.

Wer war das Skelett?

Da es vermutlich schwierig sein wird, die wahre Identität des Toten herauszufinden, wollen wir dem Toten wenigstens einen Namen geben. Solange die Archäologen über weitere Hintergründe forschen macht sich BGLand24.de auf die Suche nach einem Namen für das Skelett.

Wer sich an der Suche beteiligen möchte, der schickt uns seinen persönlichen Namensvorschlag über das Kommentarfeld.

Quelle: BGland24.de

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