Berufungsprozess startet am Freitag

Polizisten-Prozess: Wird das Urteil aufgehoben?

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Der verletzte Systeminformatiker kurz nach der Festnahme in Wasserburg

Wasserburg/Traunstein - Ein Wasserburger Polizist ist im September 2014 wegen Körperverletzung im Amt verurteilt worden - zu zehn Monaten Freiheitsstrafe. Gegen dieses Urteil hat er Berufung eingelegt.

Zehn Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, dieses Strafmaß ist einem Wasserburger Polizeikommissar zu viel. Er ging jetzt in Berufung, der Prozess startet morgen am Landgericht Traunstein.

Der Polizist soll in der Silvesternacht 2012 einen 55-jährigen schwer geschlagen haben, das Opfer erlitt Riss und Quetschwunden im Gesicht. Wäre es nach der Staatsanwaltschaft gegangen, hätte der Prozess nicht stattgefunden, die wollte einen Strafbefehl erlassen. Der Richter am Amtsgericht Rosenheim sah das anders und setzte sechs Verhandlungstage an. Insgesamt 62 Zeugen berichteten, dass der Polizist der Aggressor bei der Auseinandersetzung war. Der Richter wiederum überstieg mit seinem Urteil weit die Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 90 Euro beantragt hatte.

Von Freitag ab bis zum 13. Mai wird sich jetzt an sechs Verhandlungstagen zeigen, ob die zehnmonatige Strafe aufrechterhalten bleibt.

Die Ereignisse der Silvesternacht 2012:

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Wie rosenheim24.de im Januar 2013 berichtete, war es in der Silvesternacht vor einer Wasserburger Bar zu einem Einsatz gekommen. Der damals 52-Jährige sei damals als Unbeteiligter dazu gestoßen und habe die Beamten auf ihren in seinen Augen zu groben Umgangston aufmerksam gemacht. Daraufhin sei der Mann überwältigt, zu Boden gebracht und gefesselt worden. Nach Darstellung des Geschädigten folgten mehrere Faustschläge im Polizeiauto. Zudem habe der Beamte seinen Arm gegen den Hals des damals 52-Jährigen gedrückt, ihn beleidigt und seine Arme seien durch die Fixierung mehrfach stark überdehnt worden. Auch auf der Dienststelle hätten die Übergriffe nicht aufgehört: Der Mann sei mehrfach gegen die Wand gedrückt worden, er hätte sich dann bis auf die Unterhose ausziehen müssen und sei erneut zu Boden gebracht und fixiert worden.

Bis vor Kurzem war auch gegen den Kollegen des heutigen Angeklagten sowie gegen das mutmaßliche Opfer (wegen Widerstands gegen Polizeibeamte) ermittelt worden. Wie am achten Verhandlungstag verkündet wurde, sind beide Verfahren inzwischen eingestellt. In beiden Fällen konnte die Staatsanwaltschaft nicht mit Sicherheit feststellen, welche Aussagen der Wahrheit entsprechen.

Aus dem Archiv:

Video: Stimmen zum Urteil

Quelle: rosenheim24.de

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