Familientag

Zwergerl im Wiesn-Fieber

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Auf und nieder: Isabella und Sophia genießen den Flug.

München - Windeln, Kinderwagen-Parkplätze und eine Fundstelle für verlorenen Nachwuchs: Für die kleinsten Gäste ist auf der Wiesn bestens gesorgt. Man muss nur wissen, wo – und ein paar Spielregeln beachten.

Es sind dramatische Szenen, die sich am Montag vor dem „Babyflug“ abspielen. Isabella, zwei Jahre alt, weint bitterlich – ihr Papa hat sich erdreistet, einfach an dem Karussel vorbeizugehen. Er versucht es mit einem „Später vielleicht!“, doch keine Chance. Isabella will fliegen. Papa gibt auf – und schon sitzt Isabella neben ihrer Zwillingsschwester und reißt den Schaltknüppel nach vorne. Die Biene steigt hoch – und Isabellas Laune gleich mit.

Die Wiesn ist auch ein Fest für Kinder. Am heutigen Dienstag ist Familientag, die Preise bei der Mittagswiesn und den Fahrgeschäften sind ermäßigt. Damit der Besuch auch für die Eltern entspannt bleibt, gibt es einige Tricks. Und damit den Kleinen nichts passiert, müssen auch Schausteller und Wirte einiges beachten.

Im Fahrgeschäft

Mist, zu klein: Felix (2) schafft die 1,40 Meter nicht ganz.

Bevor es überhaupt losgeht, prüft der TÜV Süd alle Fahrgeschäfte und legt fest, in welches Karussell Kinder einsteigen dürfen. Es geht nach Größe und Alter. Bei den rasanteren Geschäften – wie Olympia-Looping oder Top Spin – gibt es eine Mindestgröße von 1,40 Meter. „Wer kleiner ist, hat keinen Fußkontakt zum Boden“, sagt Peter Bausch, Inhaber des Top Spin. „Das ist ganz wichtig für das eigene Sicherheitsgefühl.“ Bei anderen Geschäften kommt es auf den Haltebügel an – wer zu klein ist, könnte unten durchrutschen. Zusätzlich haben einige Karussells ein Mindestalter. „Schnelle Achterbahnen stellen auch eine psychische Belastung dar“, sagt TÜV-Sprecher Thomas Oberst. „Da muss man schauen, ab welchem Alter es okay ist.“ Im Top Spin muss man zehn Jahre alt sein, im Olympia-Looping dürfen Kinder zwischen acht und 12 Jahren nur in Begleitung fahren. Es gibt aber auch Fahrgeschäfte ohne Begrenzung – und manche, wie der „Babyflug“ oder der Autoscooter „Kinder Rally“, sind nur den Kleinsten vorbehalten.

Hier gibt es alle Fahrgeschäfte im Überblick

Am Familienplatzl

Wer von der Beethovenstraße über den Bavariaring auf die Wiesn geht, kommt zum Familienplatzl. Hier geht’s ruhiger zu als auf der übrigen Wiesn. Kleine Kinder können gewickelt werden, drei Sorten Windeln gibt es vor Ort. Edmund Radlinger führt hier den Weißbiergarten – bei ihm stehen auch Fischstäbchen auf der Speisekarte. Es gibt Bierbänke für Kinder, „da können die Kleinen einen Stammtisch abhalten“, sagt Radlinger und lacht. Weglaufen ist nicht so einfach, der Garten ist nur an zwei Stellen offen. „Wir haben viele Mütter, die mittags mit ihren Kinderwagen herkommen, ein Weißbier trinken und sich freuen, dass sie mal durchschnaufen können“, sagt Radlinger. Für die Wagen hat er eine Parkgarage – 15 Gefährte haben Platz. Rund um das Familienplatzl haben sich auch die Fahrgeschäfte versammelt, die für Kinder geeignet sind.

Im Bierzelt

Kinder haben am Abend im Bierzelt nichts zu suchen – da sind sich Wirte und Veranstalter einig. Wer beim Familien-Bummel nicht aufs Festzelt verzichten will, sollte mittags unter der Woche kommen, so die offizielle Empfehlung des Wirtschaftsreferats. Nach 20 Uhr dürfen Kinder unter sechs Jahren nicht mehr im Zelt sein – und Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung.

Im Getümmel

Vor allem abends und am Wochenende wird es eng in den Wiesn-Gassen. Samstags sind Kinderwagen deshalb gar nicht erlaubt, sonntags bis freitags nur bis 18 Uhr. Auch bei aller Vorsicht geht im Gewühl ab und an ein Zwergerl verloren – dafür gibt es die „Kinderfundstelle“ im Behördenhof. Ein Team des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) betreut hier die Kleinen, bis ihre Eltern den Weg zu ihnen gefunden haben. Ein Haufen Spielzeug verkürzt die Wartezeit. Allein am ersten Wiesn-Wochenende gingen sieben Kinder verloren. Zudem gibt es hier Wickeltische und Möglichkeiten zum Stillen. Auch ein Kinderbettchen steht bereit – falls die Kleinen bei all dem Trubel mal ein Nickerchen brauchen.

Von Ann-Kathrin Gerke

Quelle: Oktoberfest live

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