Appell der Feuerwehr nach Bränden in Rosenheim:

Mit Rauchmeldern wären Brände glimpflicher verlaufen

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Nach dem Großbrand in der Rosenheimer Sepp-Sebald-Siedlung wird das ganze Ausmaß der Zerstörung von oben aus erkennbar. Rauchwarnmelder hätten vermutlich einen so großen Schaden verhindert.

Rosenheim - Drei heftige Brände in Wohnhäusern haben die Feuerwehren der Stadt innerhalb von nur gut zwei Wochen in Atem gehalten. Dabei wurden auch Menschen verletzt, es entstand hoher Sachschaden. Mit Rauchmeldern wären die Brände glimpflicher verlaufen:

Nach Einschätzung von Rosenheims Stadtbrandrat Hans Meyrl wären zwei der Brände vermutlich glimpflicher verlaufen, wenn es in den betroffenen Wohnungen Rauchwarnmelder gegeben hätte. Beim dritten Brand dagegen hat ein solches Gerät Schlimmeres verhindert. Die Feuerwehr bekräftigt deshalb ihren Appell an alle Eigentümer und Mieter, in ihren Wohnungen Rauchmelder zu installieren. Auch wenn diese Geräte zumindest in Altbauten erst bis Ende 2017 gesetzlich vorgeschrieben sind.

Rentnerin rettet sich mit Sprung aus zweitem Stock

Nach dem Großbrand in der Rosenheimer Sepp-Sebald-Siedlung wird das ganze Ausmaß der Zerstörung von oben aus erkennbar. Rauchwarnmelder hätten vermutlich einen so großen Schaden verhindert.

Beim Brand in der Sepp-Sebald-Siedlung am 14. April war das Feuer in einer Wohnung im zweiten Stock ausgebrochen, die Flammen hatten auch auf den Dachstuhl übergegriffen und große Teile davon zerstört. Die Mieterin der Wohnung konnte sich nur mit einem Sprung aus dem Fenster retten, sie wurde durch die Flammen und den Sturz aus dem zweiten Stock schwer verletzt. Das Feuer muss wohl schon einige Zeit vor der Alarmierung der Feuerwehr ausgebrochen sein, nur hatte es am frühen Morgen kurz nach fünf Uhr zunächst niemand bemerkt. Wären Rauchmelder vorhanden gewesen, hätte diese schon bei den ersten Rauchschwaden Alarm geschlagen, die Mieter hätten sich noch über das Treppenhaus retten können und der Brand wäre beim Eintreffen der Rettungskräfte noch nicht so weit fortgeschritten gewesen, so die Einschätzung der Feuerwehr Rosenheim.

Holzbau brannte völlig aus

Auch beim Brand eines Wohnhauses in Egarten am 24. April hätte ein früherer Alarm durch einen Rauchmelder vermutlich Schlimmeres verhindert. Die Feuerwehr Westerndorf Sankt Peter war zwar sehr schnell an der Einsatzstelle, doch da stand der Anbau aus Holz schon voll in Flammen. Zusammen mit den Kollegen aus der Hauptwache, aus Aisingerwies und Großkarolinenfeld mussten sich die Westerndorfer Feuerwehrler darauf beschränken, die angrenzenden Häuser zu schützen. Der Holzbau brannte völlig aus.

Rauchmelder rettete Mutter mit zwei Kindern

Nur ein paar Tage später brach auf dem Balkon im vierten Stock eines Wohnhauses an der Rosenheimer Erlenaustraße Feuer aus. Hier sorgte der Alarm eines Rauchmelders dafür, dass sich eine Frau und ihre zwei Kinder rechtzeitig retten konnten. Die Feuerwehren aus Westerndorf Sankt Peter und Rosenheim konnten die Flammen an Balkon und Dachstuhl bald löschen, die Wohnung wurde zwar schwer verrußt, brannte aber nicht komplett aus.

Seit 2013 schreibt die Bayerische Bauordnung vor, dass Rauchmelder in neu gebauten Wohnungen installiert sein müssen, für Altbauten gilt eine Übergangfrist bis zum 31. Dezember 2017. Verantwortlich für den Einbau ist der Eigentümer der Wohnung, der Mieter ist für die Wartung der kleinen Geräte zuständig. Die müssen laut Gesetz in jeder Wohnung in Schlafräumen und Kinderzimmern eingebaut sein sowie in Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen. Rauchmelder gibt es für wenig Geld im Handel, sie sind leicht an der Decke anzubringen. Ihre Batterien halten teilweise zehn Jahre; bevor sie leer werden, gibt es einen leisen Hinweiston. Rauchmelder erkennen Rauch schon in geringer Konzentration und warnen die Menschen mit einem durchdringenden Ton vor der Gefahr.

Die Rosenheimer Feuerwehr informiert Sie gerne

Etwa 600 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland bei Wohnungsbränden, die meisten davon kommen schon durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben oder werden bewusstlos, bevor sie durch die Flammen getötet werden. Besonders in der Nacht ist die Gefahr groß, denn der Mensch riecht den Rauch im Schlaf nicht. Deshalb der Appell von Stadtbrandrat Hans Meyrl und allen Rosenheimer Feuerwehrlern: „Installieren Sie Rauchwarnmelder in ihren Wohnungen, auch wenn es gesetzlich noch nicht vorgeschrieben ist“. Die Brände der letzten Zeit in Rosenheim haben gezeigt, dass dieser Hinweis durchaus begründet ist. Informationen über Rauchwarnmelder gibt es auch bei der Feuerwehr unter unter 08031/365-8000 oder per Mail an hauptfeuerwache@rosenheim.de.

Aus dem Archiv:

Bilder vom Brand in der Sepp-Sebaldt-Siedlung

Brand eines Mehrfamilienhauses in der Sepp-Sebald-Siedlung

Bilder vom Brand im Egarten

Bilder vom Wohnhausbrand in Egarten

Bilder vom Brand in der Erlenau

Bilder: Wohnhausbrand in der Erlenauer Straße (2)

Martin Binder / Freiwillige Feuerwehr Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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