Nach Sprengstoff-Fund bei Kiefersfelden

Pole wollte nicht zur Wiesn - Afrikaner wieder auf freiem Fuß!

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Kiefersfelden - Der Fund von Materialien für den Bombenbau und die Festnahme von vier Männern hatte auf der Inntalautobahn für viel Aufregung gesorgt. Inzwischen liegen dem LKA weitere Ermittlungsergebnisse vor:

UPDATE, 15.10 Uhr - Pressemeldung des LKA

Wie bereits mit Pressemeldung der Bundespolizei vom 30. September berichtet, kam es am Donnerstag, 29. September, gegen 22.30 Uhr an der Grenzkontrollstelle auf der Bundesautobahn A93 auf Höhe Kiefersfelden zur Kontrolle eines verdächtigen Fahrzeugs, welches offenbar für eine Einschleusung benutzt wurde. In dem Fahrzeug befanden sich ein 38-jähriger Pole und drei Afrikaner.

Im Zuge der Durchsuchung des verdächtigen Fahrzeugs wurden in der Reserveradmulde im Kofferraum sprengstoffverdächtige Gegenstände aufgefunden. Hierbei handelt es sich unter anderem um drei Metallrohre, mehrere Zündvorrichtungen und 3,5 Kilo Schwarzpulvergemisch.

Alle vier Insassen wurden festgenommen und am Freitag dem zuständigen Ermittlungsrichter in Rosenheim vorgeführt, welcher Haftbefehl erließ. Die Identität der drei Afrikaner steht derzeit noch nicht zweifelsfrei fest, da diese keinerlei Ausweispapiere mit sich führten.

Erste Ermittlungen ergaben, dass sich der 38-jährige Pole mit den drei Afrikanern nach Deutschland begab, um Arbeit zu suchen. Nach bisherigen Ermittlungen, die auch sehr eng mit Behörden im benachbarten europäischen Ausland (Polen, Österreich, Italien) geführt wurden, ist der Pole im In- und Ausland ohne festen Wohnsitz. Die im Fahrzeug aufgefundenen Gegenstände lassen derzeit den Schluss zu, dass er sein gesamtes „Hab und Gut“ im Fahrzeug mitgeführt hat. Erste kriminaltechnische Untersuchungen der sichergestellten Gegenstände zeigen, dass diese alleine dem Polen zuzuordnen sind.

Warum der Pole diese Gegenstände in seinem Fahrzeug mitführte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Bislang ergeben sich keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Einsatz des sichergestellten Sprengstoffs.

Nach den Ermittlungen der Bundespolizei hat sich der Schleusungsverdacht erhärtet. Die drei Afrikaner, nach eigener Aussage zwei Ivorer sowie ein guineischer Staatsangehöriger äußerten ein Schutzersuchen, wurden zwischenzeitlich aus der Haft entlassen und zur nächsten Erstaufnahmeeinrichtung gebracht.

Zudem wird der polnische Staatsangehörigen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz (u.a. Butterflymesser, Teleskopschlagstock) und dem Betäubungsmittel angezeigt.

Die Erstmeldung:

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war es auf der Inntalautobahn bei Kiefersfelden zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen, als in einem Auto, in dem ein Pole und drei Afrikaner saßen, Gegenstände, die zum Bombenbau geeignet waren, Waffen und Betäubungsmittel aufgefunden worden waren. Es waren auch die Rastanlagen geräumt und die Autobahn gesperrt worden.

Der 38-jährige Pole und die drei Afrikaner, die von der Elfenbeinküste bzw. aus Guinea stammen, waren festgenommen worden. Anschließend wurden sie umfangreich befragt. Das Landeskriminalamt Bayern gab am Dienstag bekannt, dass es sich bei dem gefundenen Pulver um Schwarzpulver handelt.

Inzwischen liegen auch erste Details zu den Vernehmungen vor. Wie LKA-Sprecher Alexander Groß auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte, stünde nun fest, dass die Gegenstände und die Waffen eindeutig dem Polen zuzuordnen wären. Umfangreiche Untersuchungen hätten ergeben, dass "die Afrikaner mit den relevanten Gegenständen nichts zu tun gehabt hätten", so Groß. Im Zuge der Ermittlungen gab es auch verschiedene Durchsuchungen im In- und Ausland. 

Sprengstoff-Alarm auf A93 bei Kiefersfelden 

Kein Zusammenhang mit Oktoberfest

Zudem wurde laut LKA festgestellt, dass der Pole wohl ohne festen Wohnsitz war und deswegen wohl so viele Gegenstände im Auto transportierte. Ein konkretes Fahrtziel konnte jedoch immer noch nicht ermittelt werden. 

Ausschließen konnte Groß jedoch Spekulationen, wonach der Pole mit dem Schwarzpulver und den Waffen offenbar aufs Oktoberfest wollte: "Es gibt definitiv keinen Zusammenhang zur Wiesn!" Für den Nachmittag haben Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und Bundespolizei eine gemeinsame Presseerklärung angekündigt.

mw/Pressemeldung LKA Bayern

Quelle: rosenheim24.de

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