Nach dem Erdbeben am Dienstagabend

Darum ist das BGL typisches Erdbeben-Gebiet

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Berchtesgadener Land - Mit einer Stärke von 3,0 auf der Richterskala war das Erdbeben am Dienstag das stärkste in Bayern seit drei Jahren - doch im Berchtesgadener Land "rumpelt" es immer wieder mal.

Als "unheimliches Grollen" beschrieben unsere Leser das Erdbeben am gestrigen Dienstagabend: "Es hat gerumpelt und vibriert!" Obwohl das Epizentrum westlich von Ramsau lag, waren die Erschütterungen bis in den Landkreis Traunstein zu spüren: Auch aus Traunreut wird von einem "kurzen, großem Grollen" gegen 22 Uhr berichtet.

Nach Angaben der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik erreichte es eine Stärke von 3,0. Auch das geophysikalische Observatorium der Ludwig-Maximilians Universität München ermittelte ähnliche Werte: "Das kommt tatsächlich nicht häufig vor, dass die Leute Erdbeben in unseren Breitengraden auch spüren können", so ein Mitarbeiter des geophysikalischen Observatoriums im Gespräch mit BGLand24.de.

Der "Herd" des Erdbebens lag in geringer Tiefe, etwa sechs Kilometer unter der Oberfläche. Obwohl man bei Beben ab einer Stärke von 3 auf der Richterskala mit leichten Gebäudeschäden rechnen muss, wurden gestern laut Polizei keine Schäden gemeldet. Trotzdem war es das stärkste Beben in Bayern seit über drei Jahren. Zuletzt wurden am 24. April 2012 noch höhere Werte gemessen: 3,2 zeigte damals die Richterskala - auch damals traf es das Berchtesgadener Land: In Bad Reichenhall waren die Erschütterungen am stärksten zu spüren.

Kleine Beben rund um den Staufen keine Seltenheit

Vor allem rund um den Hochstaufen bei Bad Reichenhall sind leichte Erdbeben keine Seltenheit. Nach Angaben des geophysikalischen Observatoriums wurden dort bereits im Jahr 1390 Erdbeben registriert. Insgesamt 46 Mal konnten die Wissenschaftler bereits Beben um Bad Reichenhall aufzeichnen. Epizentrum ist dabei immer wieder das Erdreich unter dem Hochstaufen. Auch wenn die Wissenschaftler das Phänomen noch nicht vollständig klären konnten, gibt es nachweisbare Zusammenhänge zwischen Niederschlagsmengen, Pegelständen und den Erdbeben.

Bei Ramsau wurden bereits vergangene Woche, am 22. Dezember, leichte Erdbeben gemessen: Sie erreichten eine Stärke von 1,7 und 1,9. Auch am heutigen Morgen gegen 7 Uhr wurde ein Nachbeben zu den gestrigen Erschütterungen verzeichnet, das aber nicht spürbar war. Die Experten von der Münchner LMU halten mit Blick auf das gestrigen Beben aber ohnehin den Ball flach: "In Japan wäre sowas nicht erwähnenswert gewesen."

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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