Münchner verteilt ihn 

Fake-Strafzettel für Falschparker: Das sagt die Polizei

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München - Wir hatten Sie aufgerufen, uns Zettel und Aushänge zu schicken, die Sie in München entdeckt haben. Interessanterweise kamen gleich mehrere Fake-Strafzettel. Da stellt sich die Frage: Ist das erlaubt?

Schlecht geparkte Autos sind vielen Münchnern ein Ärgernis. Etwa, wenn die Einfahrt blockiert ist oder - noch schlimmer - ein Behindertenparkplatz oder gar ein Rettungsweg.

Mit derartigen Fällen geht jeder auf seine eigene Weise um. Ganz andere rufen den Abschleppdienst. Und es gibt die Leute aus der Abteilung "Selbstjustiz".

Auf den Aufruf der tz.de-Redaktion, ihnen lustige Zettel und Aushänge über unser zu schicken, kamen interessanterweise gleich mehrere Bilder von Fake-Strafzetteln. Darunter auch der von User Hans (Name geändert), der solche Zettel verteilt.

"Den Zettel bekommen Parkchaoten von mir"

Diesen Wut-Strafzettel verteilt unser User eifrig. Um ihn komplett zu sehen, klicken Sie bitte auf das "Vergrößern"-Symbol.

Obendrüber steht "Strafzettel", der drastische Wut-Text beschließt damit, dass dem Empfänger ein Getriebeschaden auf der Autobahn gewünscht wird sowie 1000 Kamelflöhe fürs "A**chloch". 

Hans erklärt gegenüber tz.de: "Ich habe das zufällig mal gefunden. Und den Text oben rechts habe ich draufgelegt und kopiert! Ich bin mit meinem 40-Tonner in der Stadt auf Baustellen unterwegs, und diesen Zettel bekommen Parkchaoten von mir in die Windschutzscheibe gesteckt! Da musste sogar schon die Polizei lachen, als sich einer betroffen fühlte!"

Polizei: "Es ist nicht Aufgabe des Bürgers, andere zu maßregeln"

Ganz so lustig findet's die Münchner Polizei nicht. Wegen der deutlichen Worte kann's sogar Ärger geben für Hans, wie Polizeisprecher Peter Beck tz.de erklärt. Dann nämlich, wenn sich der Falschparker beleidigt fühlt. "Wenn sich derjenige angesprochen fühlt, kann er natürlich eine Anzeige wegen Beleidigung erstatten, das wird dann von der Staatsanwaltschaft geprüft", so Beck.

Um eine Amtsanmaßung handele es sich nur, wenn beispielsweise ein Polizei-Logo drauf ist. "Wenn jemand schreibt 'Strafzettel, Ihre Polizei', dann muss das natürlich geprüft werden", so Beck auf Anfrage der tz.de.

Heißt: Man kann natürlich mal einen kleinen Zettel hinhängen mit einem Hinweis, dass jemand falsch parkt. Aber: Strafzettel zu verteilen, ist nicht die Aufgabe der Anwohner. "Das sollte man tunlichst nicht machen, sondern die Polizei benachrichtigen, wir erledigen das dann", so Beck. "Es ist nicht Aufgabe des Bürgers, andere zu maßregeln. Man kann einen Hinweis geben, aber nicht in der Form."

lin

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser