Böhringer-Mörder bleibt für immer im Knast

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Benedikt T. ist der Mörder seiner Tante Charlotte Böhringer.

München - Es war seine letzte Chance: Der Mörder der Millionärin Charlotte Böhringer - ihr Neffe Benedikt T. (34) - wird wohl nicht so schnell wieder frei kommen. Der Bundesgerichtshof hat eine lebenslange Haftstrafe bestätigt.

Im August 2008 war Benedikt T. vom Münchner Landgericht zu Lebenslang verurteilt worden. Dazu erkannte das Gericht auch noch die besondere Schwere der Schuld an.

Gegen das Urteil hatten T.s Anwälte Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eingelegt. Nun haben die Richter entschieden: Die Revision ist als unbegründet abgelehnt. Das Münchner Urteil ist damit rechtskräftigt.

Benedikt T. bleibt also für lange Zeit im Knast. Eine vorzeitige Entlassung ist wegen der besonderen Schwere der Schuld ausgeschlossen. 

Das Ende eines Sensationsprozesses

Das ist das Ende eines spektakulären Sensationsprozesses: Immer wieder hatte Benedikt T. seine Unschuld beteuert, 93 Verhandlungstage, 15 Monate lang. 200 Beweisanträge stellte er, ging sogar in den Hungerstreik. Er verlor 11 Kilo Gewicht, scherte sich eine Protest-Glatze.

Am Tag der Verurteilung beschimpfte er das Gericht („Sie sind widerlich!“) und die Polizei. Sein Anwalt verließ nach zwei Minuten Urteilsbegründung den Saal. Polizeischutz für den Staatsanwalt wegen der aufgeheizten Stimmung.

Er sei unschuldig, beteuerte er bis zum Schluss: "Ich habe die Wahnsinnstat nicht begangen."  

Der Fall Böhringer

Bei dem Verfahren handelt es sich um einen der schwierigsten Indizienprozesse der vergangenen Jahre. Staatsanwalt Martin Kronester ist überzeugt, dass Benedikt T. seine Tante am Abend des 15. Mai 2006 in ihrer Penthouse- Wohnung im Obergeschoss ihres Parkhauses in der Baaderstraße erschlagen hat. Das Motiv sei Habgier - zur Rettung seines Millionen-Erbes.

Böhringer öffnete an diesem Tag ihrem Mörder selbst die Türe.  Ausgerüstet mit Handschuhen und einem schweren Gegenstand, vermutlich einem Hammer, schlug der Täter dann auf die Frau ein.

Gegen Benedikt T. sprechen seine DNA-Spuren an Gummihandschuh-Abdrücken und ein blutiger 500-Euro-Scheinen aus dem Besitz seiner Tante. Bis heute ist aber nicht geklärt, wie ein fremder DNA-Abdruck aus dem Mordfall Ursula Herrmann an den Tatort gelangte. Experten vermuteten bis zuletzt eine Verunreinigung.

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Quelle: rosenheim24.de

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